Neue Pentium-4-Chipsätze

Steffen Weber
0 Kommentare

Intel hat bisher nur halb so viele Prozessoren des Typs Pentium 4 verkauft, wie man ursprünglich kalkuliert hatte. Der Hauptgrund für dieses Dilemma ist, dass der derzeit nur Mainboards mit dem Chipsatz Intel 850 auf dem Markt sind.

[Anzeige: Im Spiel immer den Durchblick behalten – mit den schnellen Gaming-Monitoren von Mindfactory!]

Dieser wiederum setzt zwingend die kostenintensiven Rambus-Speichermodule voraus. Diese könnten jedoch bisher nicht den von Intel angepeilten Preis (ca. 30% über dem Preisniveau von SD-RAM) erreichen und sind nach wie vor sehr viel teurer. Zudem muss man die Speicherbänke immer paarweise bestücken. Vorrangig ist es also der hohe Preis, der Pentium-4-Systeme daher im Moment unattraktiv macht.

Auch Intel selbst hat diesen Umstand erkannt und will Anfang Juli den i845-Chipsatz (Codename: Brookdale) auf den Markt bringen. Dieser bietet Unterstützung für SDRAM, was preiswertere Pentium-4-Systeme als bisher ermöglichen wird. Auf die zukunftsweisende DDR-Speichertechnik hat man beim i845 jedoch verzichtet, erst eine weitere Version des i845 soll Unterstützung für DDR-Speicher aufweisen. Auf der Computex-Messe machen jedoch im Moment Gerüchte die Runde, dass der Brookdale 2 die Speichermodule lediglich synchron zum Frontside-Bus takten kann. Da der FSB des Intel Pentium 4 100MHz beträgt, kann das System von DDR-Speicher nach dem PC2100-Standard gar nicht profitieren. Daher werden wohl die preisgünstigeren und dafür etwas weniger Speicherdurchsatz bietenden Module nach dem PC1600-Standard Verwendung finden.

Die durch diese Umstände entstehende Marktlücke wollen jetzt andere Chipsatz-Hersteller füllen. Ali und Via haben inzwischen Pentium-4-Chipsätze entwickelt, die sowohl mit SDR-, als auch mit DDR-Speicher umgehen und aufgrund eines vom FSB unabhängigem Speichertakt auch voll ausnutzen können. Via hat auf der Computex den P4X266-Chipsatz nur hinter verschlossenen Türen präsentiert. Laut Angaben einiger Mainboard-Hersteller hat Intel Via bisher nur die Entwicklung, kurioserweise aber nicht den Verkauf des P4X266-Chipsatzes gestattet. Ali hingegen scheint da keine Lizenz-Probleme mit Intel zu haben und präsentiert auf seinem Stand den M1671-Chipsatz, dessen Serienproduktion 3. Quartal aufgenommen werden soll. SiS hat mit dem ganzen Rummel um den Pentium 4 gar nichts am Hut und entwickelt lieber hochintegrierte Bausteine für den Mainstream-Markt.