5/20 Duron 950 bis Athlon XP 1,7+ im Test : AMD Prozessor Roundup

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Leistungsaufnahme

Durch eine nicht näher erläutere Prozessorüberarbeitung beim Palomino und Morgan war AMD in der Lage, die Leistungsaufnahme der neuen Prozessoren geringfügig zu reduzieren. Da damit verbunden auch die Wärmeverlustleistung geringfügig gesenkt werden konnte, hat man auch den Weg für höhere Taktraten frei gemacht.

Prozessor Taktfrequenz Spannung Leistungs-
aufnahme
(maximal)
Leistungs-
aufnahme
(normal)
Athlon (Thunderbird) 1333 MHz 1,75 Volt 70,0 Watt 63,0 Watt
Athlon (Thunderbird) 1400 MHz 1,75 Volt 72,0 Watt 65,0 Watt
Athlon XP 1500+ 1333 MHz 1,75 Volt 60,0 Watt 53,8 Watt
Athlon XP 1600+ 1400 MHz 1,75 Volt 62,8 Watt 56,3 Watt
Athlon XP 1700+ 1466 MHz 1,75 Volt 64,0 Watt 57,4 Watt
Athlon XP 1800+ 1533 MHz 1,75 Volt 66,0 Watt 59,2 Watt
Athlon XP 1900+ 1600 MHz 1,75 Volt 70,0 Watt 60,7 Watt
Athlon XP 2000+ 1666 MHz 1,75 Volt 71,1 Watt 62,5 Watt
Duron (Spitfire) 900 MHz 1,60 Volt 39,5 Watt 35,4 Watt
Duron (Spitfire) 950 MHz 1,60 Volt 41,5 Watt 37,2 Watt
Duron (Morgan) 900 MHz 1,75 Volt 42,7 Watt 38,3 Watt
Duron (Morgan) 950 MHz 1,75 Volt 44,4 Watt 39,8 Watt
Duron (Morgan) 1000 MHz 1,75 Volt 46,1 Watt 41,3 Watt
Duron (Morgan) 1100 MHz 1,75 Volt 50,3 Watt 45,1 Watt
Duron (Morgan) 1200 MHz 1,75 Volt 54,7 Watt 49,1 Watt

Die Grenzen, die in der derzeitigen Prozessorarchitektur selbst begründet liegen, konnte AMD damit zwar nochmals weiter nach oben setzen, doch viel mehr als die derzeitigen 1,66GHz beim Athlon 2000+ wird man mit dem Palomino wohl kaum erreichen.

True Performance Initiative

Wie bereits im letzten Abschnitt erwähnt, hat AMD mit der jetzigen siebten Generation der Prozessorarchitektur das Problem, dass die Taktrate nur noch schwerlich und wenn dann nur mit ausreichender Kühlung angehoben werden kann. Da man damit jedoch so gut wie aus dem Taktfrequenzrennen ausgeschieden ist, mussten andere Mittel her, die die Leistung der Athlon XP Prozessoren ins richtige Licht rücken. Das XP im Prozessornamen steht hierbei übrigens für eXtra Performance und nicht für eXPerience, wie dies im Namen von Windows XP der Fall ist.

Im Rahmen der True Performance Initiative hat sich AMD zum Ziel gesetzt, seinen Kunden die Vorteile der PC-Leistungsfähigkeit nahe zu bringen. Die True Performance Initiative (TPI, Initiative für reale Leistungsfähigkeit) will deshalb eine neue, genauere Messmethode zur Ermittlung der PC-Prozessorleistung festlegen. Die Frage, warum die Endanwender eine neue Methode zur Messung der Leistungsfähigkeit brauchen, beantwortet AMD mit folgendem Satz:

„Endanwender, die sich nur auf Megahertz als Indikator für die Leistungsfähigkeit stützen, überblicken die PC-Prozessorleistung nicht vollständig und werden deshalb unter Umständen enttäuscht, da sie falsche Erwartungen haben.“

Damit kritisiert man natürlich nicht nur den Endanwender, sondern auch Intel, die den Begriff Megahertz beim Pentium 4 nach eigener Ansicht zum oberflächlichen Käufer-Fang missbrauchen. Man möchte über die reine Betrachtung der PC-Prozessorfrequenz hinaus und sieht die tatsächliche Leistungsfähigkeit des Prozessors bei einem breiten Spektrum von Anwendungen.

True Performance
True Performance
True Performance Pentium 4
True Performance Pentium 4

Im Rahmen dieser True Performance Initiative führt AMD mit dem Athlon XP das alte Performance Rating wieder ein, das zuletzt beim K5 Verwendung fand. Begründet wird dieser Schritt mit der Tatsache, dass der Athlon XP z.B. im Vergleich zum Pentium 4 deutlich mehr Anweisungen pro Takt (Instructions per Clock, IPC) ausführen kann und somit bei deutlich geringerem Takt nach wie vor mit den Leistungen eines Pentium 4 mithalten kann. Während sich AMD um ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Prozessortakt und IPC bemüht hat, muss der Pentium 4 durch seinen im Vergleich zum Pentium III geringen IPC-Wert mit deutlich höheren Taktraten betrieben werden, um die Leistung seines Vorgängers zu übertreffen. Durchaus ein wohl kallkulierter Marketing-Trick der Intel-Ingenieure.

Die folgende Tabelle enthält die aktuellen Athlon XP Prozessoren mit ihrem Performance Rating. Also ihrer Modellnummer und ihren dazugehörigen Takt.

Prozessor Taktfrequenz
Athlon XP 1500+ 1333 MHz
Athlon XP 1600+ 1400 MHz
Athlon XP 1700+ 1466 MHz
Athlon XP 1800+ 1533 MHz
Athlon XP 1900+ 1600 MHz
Athlon XP 2000+ 1666 MHz

Obwohl das Performance Rating scheinbar einen Vergleich mit einem Pentium 4 mit gleichem Takt nahe legt, bezieht sich dieses Rating laut AMD auf die Überlegenheit gegenüber einem bestehenden Athlon (Thunderbird) Prozessor.

„AMD benennt den AMD Athlon XP Prozessor anhand von Modellbezeichnungen anstatt mit Megahertz-Taktraten. Die Modellbezeichnungen sollen die relative Leistungsfähigkeit des AMD Athlon Prozessors kennzeichnen und die architektonische Überlegenheit über bestehende AMD Athlon Prozessoren hervorheben. Je höher die Modellnummer, desto besser die Leistung.“ (Pressemeldung zur Athlon XP 1900+ Einführung)

Ob beispielsweise ein Athlon XP 1600+ wirklich schneller als ein gleichgetakteter Athlon mit 1,4 GHz ist, werden unsere Benchmarks zeigen müssen. Das Performance-Rating lässt sich übrigens mit der Gleichung: 1,5 x Prozessortakt - 500 berechnen.

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  • Thomas Hübner E-Mail Twitter Google+
    … hat ComputerBase im Jahr 1999 gegründet und in der Vergangenheit selbst ausführlich über die Entwicklung der PC-Architektur geschrieben.