10/13 Intels Prozessor History : Der Weg vom Intel 4004 bis zum Pentium 4

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1998: Intels Budget-CPU: Der Celeron

Da sich die Verkaufszahlen des Pentium II zumindest im Low-End-Segment AMDs K6-Serie geschlagen geben mussten, kündigte Intel im Januar einen Pentium II Prozessor für den "basic PC" an, der ohne einen L2-Cache auskommen aber auf dem Deschutes-Kern basieren sollte. Er verzichtete demnach wieder auf genau das Feature, das Intel mit dem Pentium Pro und dann mit dem Pentium II eingeführt hatte. Außerdem wurde er nur mit einem Front-Side-Bus von 66 MHz betrieben. Wie der Name "Celeron" verrät (englisch "celerity" = Geschwindigkeit), sollte er bei niedrigen Preisen schnelle Performance im Low-Cost-Bereich bieten. Doch der erste Celeron, Codename Covington, der anfänglich mit 266 MHz getaktet war und im April 1998 auf den Markt kam, konnte sich nicht behaupten. Er unterlag im direkten Vergleich den langsamer getakteten Konkurrenten von AMD und dem Pentium 233 MMX. Sogar ein Pentium 200 MMX konnte sich gegen den ersten Celeron behaupten und war dabei preiswerter.

Intel Celeron SECC
Intel Celeron SECC
Intel Celeron DIE
Intel Celeron DIE

Intel erkannte, dass man ohne einen L2-Cache keinen Blumentopf mehr gewinnen konnte und spendierte dem Celeron schon im August einen abgespeckten L2-Cache. Der zweite Celeron, unter dem Codenamen Mendocino entwickelt, verfügte nun immerhin über einen 128KB großen L2-Cache und fand vor allem bei Spielern wegen seines günstigen Preises und der exzellenten Übertaktbarkeit sehr guten Absatz. Der Mendocino wurde von Taktfrequenzen von 300 bis 533 MHz produziert. Die 533 MHz schnelle und letzte Version erschien dabei erst im Januar 2000. Da beim Celeron der L2-Cache direkt in die CPU integriert werden konnte und das SEC-Gehäuse somit unnötig wurde, da die CPU-Platine fast komplett leergefegt war, stellte Intel den Celeron für das PPGA-Format her. Der Celeron mit 300 MHz und 128KB L2-Cache hieß bei seiner Markteinführung offiziell Celeron 300A, während die Version ohne L2-Cache weiterhin als Celeron 300 angeboten wurde. Alle Versionen über 300 MHz verzichteten auf das zusätzliche Kürzel "A", da sie nur noch mit integriertem L2-Cache produziert wurden.

Intel Celeron PPGA
Intel Celeron PPGA
Intel Celeron
Intel Celeron

Jenseits der 533 MHz stand dem Celeron erneut ein Redesign ins Haus. Das Format wurde geändert und der Celeron wurde nun im FCPGA-Gehäuse (Flip-Chip Pin Grid Array) hergestellt. FCPGA Prozessoren benötigen nur noch 1,5 Volt und nicht mehr 2 Volt wie die im PPGA-Format (Plastic Pin Grid Array) produzierten Prozessoren. Viele Mainboards ermöglichen ein Umschalten der Spannung, da die verwendeten Sockel ansonsten identisch sind. Mainboards, die FCPGA unterstützen, unterstützen somit auch PPGA, andersrum ist dies jedoch nicht immer zutreffend. Mit dem FCPGA-Format änderte sich auch der Kern des Celeron. Er bekam den Coppermine-Kern spendiert und somit auch Intels SSE-Befehlssätze.

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