13/13 Intels Prozessor History : Der Weg vom Intel 4004 bis zum Pentium 4

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Fortsetzung: Pentium III

Doch Intel wartete erneut mit einem neuen Kern für den Pentium III auf, dem Tualatin. Der Tualatin unterschied sich von seinem Vorgänger, dem Coppermine, nur durch die erneut verfeinerte Fertigungstechnik, die von 0,18µm auf 0,13µm umgestellt werden konnte, und das Baumaterial, das nun komplett auf Kupfer umgestellt wurde. Intel liefert den Tualatin sowohl mit 256KB L2-Cache als auch mit 512KB für den Serverbetrieb aus. Um die Server- von der Desktop-Version unterscheiden zu können, verpasste Intel ihr einfach den Anhang "-S" hinter den Prozessornamen. Der Pentium III Tualatin reicht von 1133 - 1400 MHz. Da die Kernspannung erneut gesenkt wurde, muss das Mainboard eine VCore von 1,45 Volt liefern, so dass er nicht auf alten Boards läuft. Intel führte beim eigenen i815 Chipsatz deshalb das B-Stepping ein, das gleichzeitig auch abwärtskompatibel zu älteren Sockel 370 CPUs ist. Auch bei der Wahl des Kühlers muss nun auf eine spezielle Tualatin-Version zurückgegriffen oder die Halteklammer eines alten Kühler verbogen werden. Der Tualatin setzt nämlich einen Heat Spreader ein, der die Wärme durch eine größere Oberfläche besser an den Kühlkörper abgeben soll. Doch durch diesen Heat Spreader erhöht sich die Höhe des Prozessors um fast 2mm, so dass man alte Kühler auch mit hohem Druck nicht mehr auf dem Sockel befestigen kann. Wegen des neu eingeführten Heat Spreaders trägt das Format nun auch den Namen "FC-PGA2". Der Front-Side-Bus beträgt beim Tualatin ausschließlich 133 MHz.

Intel Pentium III
Intel Pentium III
Intel Pentium III
Intel Pentium III

Ein weiteres Zauberwort des Tualatin ist die "Data Prefetch Logic" (DPL). Diese DPL-Einheit versucht vorherzusagen, welche Daten als nächstes vom Prozessor benötigt werden und liest diese bereits vorher in den L2-Cache. Hat die DPL-Einheit richtig gelegen, so müssen die Daten nicht erst den langsamen Weg über den Hauptspeicher gehen, sondern können direkt aus dem L2-Cache gelesen werden. Da der L2-Cache beim Tualatin mit vollem Prozessortakt angesprochen wird, ist dieser Zugriff bei weitem schneller als auf den langsamen nur mit 133 MHz angesprochenen Hauptspeicher. Vertut sich die DPL-Einheit und liest falsche Daten, entsteht kein Nachteil, sondern die CPU reagiert einfach so, als wäre die DPL-Einheit nicht vorhanden und liest die Daten ganz gewöhnlich aus dem Hauptspeicher. Doch nun noch einmal zurück zum Celeron mit Tualatin-Kern. Was unterscheidet ihn genau von seinem großen Bruder, dem Pentium III Tualatin? Zum einen wäre das der geminderte FSB von 100 anstatt 133 MHz und zum anderen eben genau diese DPL-Einheit, die beim Celeron von Intel deaktiviert wurde.

Alle Pentium III Modelle, die Intel jemals auf den Markt gebracht hat
Taktfrequenz Front Side Bus Multi L2-Cache L2-Cache-Takt Format
450 MHz 100 MHz 4,5 512 K 225 MHz S.E.C.C.2
500 MHz 100 MHz 5.0 512K 250 MHz S.E.C.C.2
500 MHz 100 MHz 5.0 256K 500 MHz FC-PGA
533B MHz 133 MHz 4.0 512K 267 MHz S.E.C.C.2
533EB MHz 133 MHz 4.0 256K 533 MHz FC-PGA
550 MHz 100 MHz 5.5 512K 275 MHz S.E.C.C.2
550 MHz 100 MHz 5.5 256K 550 MHz FC-PGA
600 MHz 100 MHz 6.0 512K 300 MHz S.E.C.C.2
600 MHz 100 MHz 6.0 512K 300 MHz FC-PGA
600B MHz 133 MHz 4.5 512K 300 MHz S.E.C.C.2
600B MHz 133 MHz 4.5 512K 300 MHz FC-PGA
600E MHz 100 MHz 6.0 256K 600 MHz S.E.C.C.2
600E MHz 100 MHz 6.0 256K 600 MHz FC-PGA
600EB MHz 133 MHz 4.5 256K 600 MHz S.E.C.C.2
600EB MHz 133 MHz 4.5 256K 600 MHz FC-PGA
650 MHz 100 MHz 6.5 256K 650 MHz S.E.C.C.2
650 MHz 100 MHz 6.5 256K 650 MHz FC-PGA
667 MHz 133 MHz 5.0 256K 667 MHz S.E.C.C.2
667 MHz 133 MHz 5.0 256K 667 MHz FC-PGA
700 MHz 100 MHz 7.0 256K 700 MHz S.E.C.C.2
700 MHz 100 MHz 7.0 256K 700 MHz FC-PGA
733 MHz 133 MHz 5.5 256K 733 MHz S.E.C.C.2
733 MHz 133 MHz 5.5 256K 733 MHz FC-PGA
750 MHz 100 MHz 7.5 256K 750 MHz S.E.C.C.2
750 MHz 100 MHz 7.5 256K 750 MHz FC-PGA
800 MHz 100 MHz 8.0 256K 800 MHz S.E.C.C.2
800 MHz 100 MHz 8.0 256K 800 MHz FC-PGA
800EB MHz 133 MHz 6.0 256K 800 MHz S.E.C.C.2
800EB MHz 133 MHz 6.0 256K 800 MHz FC-PGA
850 MHz 100 MHz 8.5 256K 850 MHz FC-PGA
850 MHz 100 MHz 8.5 256K 850 MHz S.E.C.C.2
866 MHz 133 MHz 6.5 256K 866 MHz FC-PGA
866 MHz 133 MHz 6.5 256K 866 MHz S.E.C.C.2
900 MHz 100 MHz 9.0 256K 900 MHz FC-PGA
933 MHz 133 MHz 7.0 256K 933 MHz FC-PGA
933 MHz 133 MHz 7.0 256K 933 MHz S.E.C.C.2
1 GHz 133 MHz 7.5 256K 1 GHz S.E.C.C.2
1 GHz 100 MHz 10.0 256K 1 GHz S.E.C.C.2
1 GHz 133 MHz 7.5 256K 1 GHz FC-PGA
1.1 GHz 100 MHz 11 256K 1.1 GHz FC-PGA
1.133 GHz 133 MHz 8.5 256K 1.133 GHz FC-PGA2
1.133 GHz-S 133 MHz 8.5 512K 1.133 GHz FC-PGA2
1.20 GHz 133 MHz 9.0 256K 1.20 GHz FC-PGA2
1.266 GHz-S 133 MHz 9.5 512K 1.266 GHz FC-PGA2
1.40 GHz-S 133 MHz 10.5 512K 1.40 GHz FC-PGA2
Legende über die von Intel gewählten Zusätze der Pentium III CPUs
Anhang Bedeutung
B Diese CPUs arbeiten mit einem Front-Side-Bus von 133 MHz
E Diese CPus werden in der 0.18µm Technik gefertigt und der L2-Cache mit vollem Prozessor-Takt angesprochen

Pentium 4 und Intels Zukunft

Wie bereits in der Einleitung angekündigt, werden wir in den nächsten Tagen einen weiteren Artikel auf ComputerBase.de veröffentlichen, der sich mit den aktuellsten Prozessoren aus dem Hause Intel beschäftigt wird. Aus diesem Grund haben wir den Pentium 4 und Intels Zukunftspläne in diesem Artikel Außen vor gelassen, da wir in diese Materie ausführlich in unserem Review einsteigen wollen. Wer mehr über den Pentium 4, seine neuen Features und darüber erfahren will, wie er sich im Vergleich zu anderen Prozessoren in unserem Benchmark-Parcours geschlagen hat, sollte unser kommendes Review in den nächsten Tagen nicht verpassen.

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