5/24 Intel Pentium 4 2,2 GHz und AthlonXP 2000+ im Test : Der Kampf der Titanen

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SSE2

Intel ist nicht den Weg gegangen, seine FPU (Fließkommaeinheit) weiterzuentwickeln, sondern hat seinen bisherigen SSE-Befehlssatz um 144 neue Befehle ergänzt, so dass der Pentium 4 über die 70 alten SSE und die weiteren 144 neuen Befehle verfügt. SSE2 ist dabei komplett abwärtskompatibel zu seinem Vorgänger. Neu ist auch, dass die 144 hinzugekommenen Befehle für 128bit Integer und Fließkommaberechnungen mit doppelter Genauigkeit ausgelegt sind. SSE2 steht übrigens für „Streaming Single Instruction Multiple Date Extension 2“. Das SIMD im Namen steht somit für Befehle, die in der Lage sind, mehrere Daten auf einmal zu bearbeiten. Dass dies besonders bei Spielen und anderen Multimedia-Anwendungen durch richtige Unterstützung einen deutlichen Leistungsgewinn mit sich bringen kann, hat schon Intels SSE-Technologie gezeigt.

Die neue SSE2-Technologie bringt bei alten Anwendungen, die für SSE optimiert sind, natürlich keine Geschwindigkeitsvorteile mit sich.

Da mittlerweile aber sogar AMD überlegt, SSE2 in ihre Prozessoren zu integrieren, kann Intel mit der Weiterentwicklung nicht so ganz falsch gelegen haben und vor allem bei Anwendungen, die speziell für SSE2 optimiert sind, darf ein deutlicher Performancegewinn erwartet werden.

Quadspeed

Der Pentium 4 arbeitet zwar nur mit einem 100 MHz Bus-Takt, jedoch kommt eine völlig neue "Quad Data Rate (QDR)" Technologie zum Einsatz, die es erlaubt, vier Datenpakete während eines einzigen Taktes zu verschicken, sodass die Bandbreite einer Taktrate von 400 MHz entspricht. Diese Technik kann man mit der schon länger bekannten DDR-Technologie vergleichen, die physikalisch auch nur mit 133 MHz arbeitet, aber trotzdem, dank ihrer zwei Datenpakete pro Takt, die Leistung eines 266 MHz schnellen Bus erreicht. Zwar ist beim Athlon der Front-Side-Bus mit 133 MHz physikalisch höher, dank Intels QDR-Technologie erreicht der Pentium 4 aber die deutlich höhere Bandbreite in der Übertragung zum Chipsatz. Sie liegt beim Pentium 4 bei 3,2 GB/sec, beim Athlon beträgt sie nur 2,1 GB/sec. Diese höhere Bandbreite verkürzt natürlich die Zeit, in der der Prozessor auf neue Daten warten muss.

Um diese Bandbreite auch beim Arbeitsspeicher nicht zu verschenken, setzte Intel bei der Einführung des Pentium 4 ausschließlich auf PC800 Rambus, da nur er in der "dual channel" Methode 3,2 GB/sec Datenübertragung erreichen kann.

Mittlerweile gibt es auch Chipsätze für DDR- und SD-RAM, da Rambus besonders bei der Einführung des Pentium 4 noch sehr viel teurer war und viele Kunden beim Aufrüsten abschreckte. Im Moment ist der Preisunterschied zwischen DDR-RAM und Rambus jedoch nicht mehr gegeben.

Heat Spreader

Für viele Benutzer und Bastler sicherlich eine sehr erfreuliche Tatsache, ist der beim Pentium 4 Verwendung findende "Heat Spreader".

Er hat zwei Vorteile: Zum einen schützt er den CPU-Kern vor äußeren Schäden, die etwa beim Aufsetzen des CPU-Kühlers entstehen können, wenn dieser verkantet, zum anderen hat er auch die Aufgabe, die im CPU-Kern entstehende Hitze großflächiger an den Kühler abzugeben und so einen besseren Wärmemaustausch zu gewährleisten.

Pentium 4 mit Heat Spreader
Pentium 4 mit Heat Spreader
Pentium 4
Pentium 4

Dass AMD diesem "Heat Spreader" nicht abgeneigt gegenüber steht, zeigen erste Bilder des "Hammer", der ebenfalls über einen "Heat Spreader" verfügt. Anscheinend hat AMD hier aus der Vergangenheit gelernt, in der doch der ein oder andere Bastler seinen CPU-Kern bei der Montage des Kühlkörpers zerbrach.

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