4/19 Pentium 4 mit 2,4 GHz im Test : Der neue Spitzenreiter

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Windows Boottime

Zum Messen der Bootgeschwindigkeit kam das von Microsoft entwickelte Programm Bootvis zum Einsatz. Dieses Programm ist eigentlich zum Optimieren des Boot-Vorgangs entwickelt worden und analysiert zu diesem Zwecke bis ins kleinste Detail den Systemstart. Unter anderem wird die Boot-Aktivität, CPU-Nutzung, der Festplatten In-/Output die Treiberverzögerung und vieles mehr untersucht. Der Pentium 4 mit 2,4 GHz ist unseren Messungen zur Folge knapp zwei Sekunden schneller einsatzbereit als sein Vorgänger mit 2,2 GHz. Eine recht beachtliche Veränderung, wenn man bedenkt, dass ein Athlon XP mit der Modellnummer 1800+ so schnell wie das 2000+ Modell zum Windows Desktop kommt. Die Startzeit des Athlon XP Systems lag im Durchschnitt bei 12,6 Sekunden. Im Vergleich dazu war der Pentium 4 2,4 GHz nach ungefähr 12,5 Sekunden (Pentium 4 2,2 nach 14,2 Sekunden) einsatzbereit, was im Rahmen der Messungenauigkeit als gleich schnell gewertet werden kann. Da sich die beiden Testplattformen jedoch mehr als deutlich von einander unterscheiden und insbesondere das Mainboard beim Bootvorgang eine wichtige Rolle spielt, sollte man das Ergebnis keinesfalls auf jedes Pentium 4 oder Athlon XP System übertragen.

Sandra 2002

Bevor wir die Riege von insgesamt fünf Prozessoren in realen Anwendungen gegeneinander antreten lassen, möchten wir uns an dieser Stelle erst einmal die theoretischen Leistungswerte der Boliden genauer ansehen. Zu diesem Zweck haben wir Sandra herangezogen, da hier sowohl die 3DNow!, SSE1 als auch die SSE2 Erweiterung der Prozessoren korrekt erkannt und dementsprechend auch ausgenutzt wird.

Sandra Prozessor-Test
Sandra 2002 bietet gleich zwei Benchmarks, die ausschließlich die Leistung des Prozessors ermitteln sollen. Hierbei kommt zum einen der Dhrystone Benchmark zum Einsatz, der ursprünglich von Siemens entwickelt wurde, um die Leistung des Hauptprozessors zu messen. Zum anderen wird über den Whetstone Benchmark die Leistung des Co-Prozessors bestimmt. Beide Tests erfolgen ohne die Berücksichtigung der erweiterten Mutlimedia-Befehlssätze. Zusätzlich dazu kam beim Whetstone Test noch die SSE2 Befehlserweiterung zum Einsatz.

Sandra 2002 Dhrystone
Sandra 2002 Dhrystone

Wie wir sehen kann der Pentium4 2,4 GHz durch die um 200 MHz erhöhte Taktrate deutlich zulegen. Gut 10 Prozent mehr Leistung kann er aus dem um 9 Prozent höheren Takt gegenüber seinem Vorgänger gewinnen. Im Rahmen der Messungenauigkeit ist der neuste Pentium 4 damit bei diesem theoretischen Test so schnell wie ein Athlon XP 2000+. Wenn man bedenkt, dass sich der Pentium 4 2,2 GHz noch am Ende des Testfeldes einreihen musste, eine wirklich ordentliche Leistung.

Sandra 2002 Whetstone
Sandra 2002 Whetstone

Beim Whestone Benchmark ist das Ergebnis auch dieses mal wieder zwiespältig. Ohne Zuhilfenahme der SSE2 Erweiterung deklassiert der Athlon XP den Pentium 4 recht deutlich Gut 900 MFlops trennen die schnellsten Prozessoren aus beiden Lagern. Lässt man den Test dagegen mit dem SSE2 Befehlssatz durchlaufen, so legt der Intel Prozessor deutlich an Leistung zu und kann sich mit ungefähr 600 MFlops vom Athlon absetzen. Die Takterhöhung um 9 Prozent, also 200 MHz, führt zu einer Leistungssteigerung von etwas mehr als 8 Prozent. Damit wird die höhere Taktrate nahezu liniear an mehr Leistung umgesetzt.

Sandra Multimedia-Test
Beim Multimedia-Test von Sandra 2002 wird ein Algorithmus (Chaostheorie von Mandelbrot) verwendet, der unter anderem auch beim Generieren von realistischen Naturobjekten wie Bergen oder Wolken zum Einsatz kommt. Bei diesem Benchmark werden auch die erweiterten Befehlssätze des Pentium 4 oder die des Athlon XP berücksichtigt. Da die Implementierung von SSE1 in diesem Teiltest besser als die von 3DNow! ist, haben wir den Athlon XP mit seiner SSE1 Einheit (d.h. 3DNow Professional) arbeiten lassen. Beim Pentium 4 kam dagegen sowohl SSE1, also auch SSE2 zum Einsatz.

Sandra 2002 Multimedia Integer
Sandra 2002 Multimedia Integer

Beim Multimedia Benchmark mit ganzzahligen Daten kann sich der neue Pentium 4 an die Spitze des Testfeldes schieben. Bei Waffengleichheit, d.h. Verwendung der SSE1 Befehlserweiterung bei beiden Prozessoren, ist jedoch der Athlon XP nach wie vor überlegen. Einzig und allein durch die Verwendung der SSE2 Befehle führt der Pentium 4 ungefähr 1400 Befehl pro Sekunde mehr aus, die Taktrate ist hierbei nicht relevant. Im Vergleich zum Pentium 4 2,2 GHz ist die Leistung absolut Linear zum Takt um 9 Prozent angestiegen.

Sandra 2002 Multimedia Float
Sandra 2002 Multimedia Float

Ein erster Blick auf die Auswertungsgrafik des Multimedia Benchmark mit Gleitkomma-Daten offenbart eine schlechte Umsetzung der SSE2 Erweiterung in diesem Teiltest. Nichtsdestotrotz kann sich hier der Pentium 4 2,4 GHz als klarer Gewinner fühlen. Auch bei diesem Test führt die Erhöhung Taktes im gleichen Maße zu einer Leistungssteigerung.

Sandra Speicher-Test
Der Speichertest von Sandra belegt mindestens 50 Prozent des verfügbaren Arbeitsspeichers. Dieser Benchmark ermittelt die Leistung des Speicher-Subsystems, ebenso wie die Caches. Hierfür werden sowohl arithmetische als auch Gleitkommaoperationen durchgeführt. Da dieser Test sehr stark von den Plattformen abhängig ist, wollen wir nur einen kurzen Blick darauf werfen.

Wie wir sehen, kann sich der Pentium 4 aufgrund der Rambus-Plattform deutlich vom DDR-Speicher System, das beim Athlon XP zum Einsatz kam, absetzen. Speziell diesen Umstand sollten wir uns im späteren Testverlauf immer wieder vor Augen führen.

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