7/18 Pentium 4 mit FSB 533 MHz im Test : Intel setzt neue Maßstäbe

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Boottime

Zum Messen der Bootgeschwindigkeit kam das von Microsoft entwickelte Programm Bootvis zum Einsatz. Dieses Programm ist eigentlich zum Optimieren des Boot-Vorgangs entwickelt worden und analysiert zu diesem Zwecke bis ins kleinste Detail den Systemstart. Unter anderem wird die Boot-Aktivität, CPU-Nutzung, der Festplatten In-/Output die Treiberverzögerung und vieles mehr untersucht. Wie unsere Erfahrungen zeigten, unterscheiden sich die Bootzeiten zwischen den einzelnen Prozessoren einer Plattform nur unwesentlich voneinander. Aus diesem Grund begnügen wir uns dieses Mal mit zwei stellvertretenden Messungen. So ermittelte Bootvis beim 2,4 GHz Pentium 4 (533MHz) eine Bootzeit von ungefähr 10,4 Sekunden. Unser AMD Testsystem mit Athlon XP 2100+ benötigte für die Startprozedur 12,2 Sekunden und war damit leicht verzögert zum Arbeiten gerüstet. Da sich die beiden Testplattformen jedoch mehr als deutlich von einander unterscheiden und insbesondere das Mainboard beim Bootvorgang eine wichtige Rolle spielt, sollte man das Ergebnis keinesfalls auf jedes Pentium 4 oder Athlon XP System übertragen.

Sandra 2002

Bevor wir die Riege der Prozessoren in realen Anwendungen gegeneinander antreten lassen, möchten wir uns an dieser Stelle erst einmal die theoretischen Leistungswerte der Boliden genauer ansehen. Zu diesem Zweck haben wir Sandra herangezogen, da hier sowohl die 3DNow!, SSE1 als auch die SSE2 Erweiterung der Prozessoren korrekt erkannt und dementsprechend auch ausgenutzt wird.

Sandra Prozessor-Test
Sandra 2002 bietet gleich zwei Benchmarks, die ausschließlich die Leistung des Prozessors ermitteln sollen. Hierbei kommt zum einen der Dhrystone Benchmark zum Einsatz, der ursprünglich von Siemens entwickelt wurde, um die Leistung des Hauptprozessors zu messen. Zum anderen wird über den Whetstone Benchmark die Leistung des Co-Prozessors bestimmt. Beide Tests erfolgen ohne die Berücksichtigung der erweiterten Mutlimedia-Befehlssätze. Zusätzlich dazu kam beim Whetstone Test noch die SSE2 Befehlserweiterung zum Einsatz.

Sandra 2002 - Dhrystone
Angaben in MIPS
    • P4 2,53 / 533 - PC800
      4.895
    • XP 2100+ - PC266
      4.800
    • XP 2000+ - PC266*
      4.642
    • P4 2,40 / 533 - PC800
      4.549
    • P4 2,40 / 400 - PC800
      4.513
    • XP 1900+ - PC266*
      4.456
    • P4 2,20 / 400 - PC800*
      4.211
    • P4 2,0A / 400 - PC800*
      3.723

Da die Speicherbandbreite bei diesem Test keine herausragende Bedeutung hat, haben wir auf die Veröffentlichung unserer Testergebnisse mit dem schnellen PC1066 Speicher verzichtet. Im Rahmen der Messungenauigkeit macht es keinen Unterschied, ob PC800 oder PC1066 Rambus zum Einsatz kommt. Wie wir sehen macht der Athlon XP 2100+ sowie dessen Vorgänger in diesem rein theoretischen Test eine wirklich gute Figur. Nicht einmal 100 Punke trennen dem Prozessor in diesem Test vom 800 MHz höher getakteten Gegenspieler.

Sandra 2002 - Whetstone
Angaben in MFLOPS
    • P4 2,53 / 533 - PC800 SSE2
      3.076
    • P4 2,40 / 533 - PC800 SSE2
      2.916
    • P4 2,40 / 400 - PC800 SSE2
      2.859
    • P4 2,20 / 400 - PC800 SSE2*
      2.706
    • P4 2,0A / 400 - PC800 SSE2*
      2.457
    • XP 2100+ - PC266
      2.403
    • XP 2000+ - PC266*
      2.320
    • XP 1900+ - PC266*
      2.228
    • P4 2,53 / 533 - PC800
      1.316
    • P4 2,40 / 400 - PC800
      1.250
    • P4 2,40 / 533 - PC800
      1.247
    • P4 2,20 / 400 - PC800*
      1.143
    • P4 2,0A / 400 - PC800*
      1.039

Beim Sandra Prozessortest Whetstone ergibt sich auch dieses Mal wieder ein zwiespältiges Ergebniss. Wenn die Pentium 4 Prozessoren mit ihrer SSE2-Erweiterung angesprochen werden, sind sie vorerst durch keinen AMD Prozessor aufzuhalten. Sobald man jedoch den Benchmark zur Nutzung von SSE1 zwingt, so kann die Leistung der Pentium 4 Prozessoren nicht wirklich überzeugen. Dieser Benchmark ist nur dann etwas für die Pentium 4 Architektur, wenn auch der SSE2-Befehlssatz genutzt wird.

Sandra Multimedia-Test
Beim Multimedia-Test von Sandra 2002 wird ein Algorithmus eingesetzt, der unter anderem auch beim Generieren von realistischen Naturobjekten wie Bergen oder Wolken zum Einsatz kommt. Die Rede ist hier von der Chaostheorie, die von Mandelbrot aufgestellt wurde. Bei diesem Benchmark werden auch die erweiterten Befehlssätze des Pentium 4 oder die des Athlon XP berücksichtigt. Da die Implementierung von SSE1 in diesem Teiltest besser als die von 3DNow! ist, haben wir den Athlon XP mit seiner SSE1 Einheit (d.h. 3DNow! Professional) arbeiten lassen. Beim Pentium 4 kam dagegen sowohl SSE1, also auch SSE2 zum Einsatz.

Sandra 2002 - Integer
  • SSE1 und SSE2 Optimierung:
    • P4 2,53 / 533 - PC800 SSE2
      10.022
    • XP 2100+ - PC266
      9.530
    • P4 2,40 / 533 - PC800 SSE2
      9.491
    • XP 2000+ - PC266*
      9.207
    • P4 2,40 / 400 - PC800 SSE2
      9.059
    • XP 1900+ - PC266*
      8.839
    • P4 2,20 / 400 - PC800 SSE2*
      8.692
    • P4 2,53 / 533 - PC800
      8.518
    • P4 2,40 / 400 - PC800
      8.087
    • P4 2,40 / 533 - PC800
      8.067
    • P4 2,0A / 400 - PC800 SSE2*
      7.913
    • P4 2,20 / 400 - PC800*
      7.396
    • P4 2,0A / 400 - PC800*
      6.721

Beim Multimedia-Benchmark von Sandra 2002 kann der Pentium 4 mit 2,53 GHz zwar den ersten Platz sein Eigen nennen, der Abstand zum Athon XP 2100+ ist jedoch nicht besonders groß. Die volle Leistung kann auch hier nur mit aktivierter SSE2-Befehlserweiterung erreicht werden. Besonders interessant an diesem Test dürfte die Tatsache sein, dass der neue 2,4 GHz Pentium 4 allein durch die auf 4,2 GB/s erhöhte Systembus-Bandbreite 400 Punkte mehr erreicht, als sein gleich getaktetes Pendants mit einem Front-Side-Bus von 400 MHz. Der Leistungsunterschied beträgt allerdings nur 4,8 Prozent. Der gegenüber dem 2,4 GHz Pentium 4 um 5,4 Prozent höher getaktete 2,53 GHz Pentium 4 kann sein "Mehr" an Takt übrigens in 5,6 Prozent mehr Leistung umsetzen.

Sandra 2002 - Floating Point
  • SSE1 und SSE2 Optimierung:
    • P4 2,53 / 533 - PC800
      12.422
    • P4 2,53 / 533 - PC800 SSE2
      12.209
    • P4 2,40 / 400 - PC800
      11.789
    • P4 2,40 / 533 - PC800
      11.759
    • P4 2,40 / 400 - PC800 SSE2
      11.594
    • P4 2,40 / 533 - PC800 SSE2
      11.564
    • XP 2100+ - PC266
      11.085
    • P4 2,20 / 400 - PC800*
      10.784
    • XP 2000+ - PC266*
      10.666
    • P4 2,20 / 400 - PC800 SSE2*
      10.597
    • XP 1900+ - PC266*
      10.238
    • P4 2,0A / 400 - PC800*
      9.807
    • P4 2,0A / 400 - PC800 SSE2*
      9.625

Beim Multimedia-Test mit Gleitkomma-Zahlen sieht der Pentium 4 eigentlich recht gut aus. Allerdings muss man neidlos eingestehen, dass der Athlon XP 2100+ diesen Test außerordentlich gut absolvieren kann. Er reiht sich sogar knapp vor dem 2,2 GHz Pentium ein.

Sandra Speicher-Test
Der Speichertest von Sandra belegt mindestens 50 Prozent des verfügbaren Arbeitsspeichers. Dieser Benchmark ermittelt die Leistung des Speicher-Subsystems, ebenso wie die Caches. Hierfür werden sowohl arithmetische als auch Gleitkommaoperationen durchgeführt. Da dieser Test sehr stark von den Plattformen abhängig ist, wollen wir nur einen kurzen Blick darauf werfen.

Sandra 2002 - RAM
  • Integer Data:
    • P4 2,53 / 533 - PC1066
      3.312
    • P4 2,40 / 533 - PC1066
      3.304
    • P4 2,53 / 533 - PC800
      2.802
    • P4 2,40 / 533 - PC800
      2.764
    • P4 2,40 / 400 - PC800
      2.491
    • XP 2100+ - PC266
      1.980
  • Floating Point:
    • P4 2,53 / 533 - PC1066
      3.312
    • P4 2,40 / 533 - PC1066
      3.303
    • P4 2,53 / 533 - PC800
      2.796
    • P4 2,40 / 533 - PC800
      2.764
    • P4 2,40 / 400 - PC800
      2.489
    • XP 2100+ - PC266
      1.900

Den Sandra 2002 Speichertest können die Pentium 4 Modelle die mit PC1066 Rambus betrieben werden konnte, eindeutig für sich entscheiden. Von den theoretisch möglichen 4,2 GB/s konnte der Speicher wenigstens 3,3 GB/s durch die Leitungen schicken. Der Athlon XP mit seinen PC266 Speicher wirkt in diesem Test wirklich abgeschlagen. Vor allem dieses Ergebnis ist an der einen oder anderen Stelle für die schlechte Performance des Athlon XP im Vergleich zum Pentium 4 verantwortlich. Allerdings sollte man sich hüten, der Speicherperformance für alle schlechten Ergebnisse den Miesepeter in die Schuhe zu schieben.

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