2/9 Seagate Barracuda V im Test : Erste S-ATA-HDD mit 120 GB

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Technik

Das hört sich nach 'State of the Art' an, aber was genau ist S-ATA? Beim S-ATA Standard werden die Daten - nicht wie bisher bei Festplatten und Laufwerken mit ATA-Schnittstelle (P-ATA) üblich - parallel übertragen, sondern seriell über zwei einzelne Leitungen. Vom Prinzip her arbeitet S-ATA also ähnlich wie die Netzwerk-Technik.

Für Serial ATA mehrere Ausbaustufen geplant. Vorerst stehen 150 MByte/s zur Verfügung - knapp 17MB/s mehr als der parallele ATA/133 (133 MByte/s) bietet. In weiteren Stufen sollen 300 MB/s (Mitte 2004) und 600 MB/s (Mitte 2007) folgen. Allerdings sind heutige Festplatten kaum in der Lage, als Einzellaufwerk mehr als 50 MByte/s zu übertragen. Und selbst das nur bei Übertragungen aus dem Festplatten-Cache heraus (Burst).

Großer Vorteil der neuen Technik ist die erheblich einfachere Handhabung der Datenkabel. Diese sind wesentlich schmaler als die bisherigen 40- bzw. 80-poligen P-ATA Kabel und dürfen statt nur 45cm (bzw. 60cm bei spezieller Schirmung) bis zu einem Meter lang sein. Das Thema Rund-Kabel hat sich bei S-ATA völlig erledigt, denn durch die schmalen Kabel wird der Luftzug im Inneren der Computer-Gehäuse nicht beeinträchtigt.

Auch der Platzbedarf auf dem Mainboard für den S-ATA-Stecker ist erheblich geringer. Allerdings kann pro Anschluß auch nur ein Laufwerk angesprochen werden, nicht wie bisher zwei Laufwerke pro Kabel. Nebenbei erspart sich der Anwender aber auch das lästige Setzen der Jumper für Master- und Slave-Laufwerke. Für die Hersteller der Mainboards erleichtert die geringe Größe der Stecker die Möglichkeiten beim Layout, selbst vier S-ATA Anschlüsse sind kleiner als zwei P-ATA-Ports.

Seagate Barracuda S-ATA 120GB
Seagate Barracuda S-ATA 120GB
Seagate Barracuda S-ATA 120GB
Seagate Barracuda S-ATA 120GB

Auf Grund der L-Form sind die Stecker - sowohl Daten- als auch Stromkabel - unverwechselbar und können nur bei richtiger Ausrichtung aufgesteckt werden. Neuerdings befindet sich der Stromanschluß allerdings nicht mehr auf der rechten sondern auf der linken Seite der Festplatte. Auch dadurch kommt es nicht mehr zu Problemen und Überkreuzungen mit den Datenkabeln, das Innere der Rechner läßt sich einfacher aufgeräumt halten.

Eine weitere Neuerung bei der S-ATA Technik ist die Hot-Plug Fähigkeit. Das bedeutet, dass die Geräte während des laufenden Betriebs an- oder abgeklemmt werden können. Die erfordert natürlich auch die Unterstützung eines Plug&Play Betriebssystems, wie das eingesetzte Windows XP. Um störende Entladungen beim Ziehen oder Stecken der Anschlüße zu verhindern, haben die Entwickler jeweils die Erdungskontakte in den Steckern länger als die Datenleitungen konstruiert. Dadurch wird immer als erstes und letztes eine Verbindung über die Erdung vorgenommen.

Im Testsystem gelang uns es leider nicht, diese Hot-Plug Fähigkeit erfolgreich durchzuführen. Das Betriebssystem war nicht in der Lage, das Abziehen und erneute Anstecken korrekt zu interpretieren. Es kam zwar nicht zum beliebten Bluescreen, aber nur ein Neustart ermöglichte wieder die Zusammenarbeit zwischen Betriebssystem und Festplatte. Beim Neustart fiel dann auf, dass der Promise-Controller den RAID-Verbund auf der Platte nicht mehr erkannte und dieser erst neu erstellt werden mußte. Damit verschiebt sich das Problem hauptsächlich in Richtung Controller.

Die Festplatte selber ist auf der Unterseite mit einem großen, weißen Kunststoffdeckel und einer darunter liegenden Dämmung geschützt. Einblicke auf die Elektronik gelingen so nicht. Andererseits werden die sowieso geringen Geräusche des Motors und das Zugriffsgeräusch der Köpfe weiter reduziert. Seagate nennt das ganze "SeaShield", da neben dem Schutz vor Stößen auch elektro-statische Aufladungen beim Anfassen der Festplatte nicht an die Elektronik gelangen.

SeaShield ist ein Teil des "3D Defense System": Drive Defense, Data Defense und Diagnostic Defense. Seagate hat sich hier speziell um den mechanischen Schutz, die ständige Hintergrund-Überprüfung des Datenflusses auf CRC-Fehler sowie die erweiterte Selbstdiagnose Gedanken gemacht und gegenüber den Baraccuda IV Modellen einiges getan.

Leider gelang es uns nicht, das Accoustic-Management der Platte auszulesen oder zu verändern. Seagate selber stellt noch kein angepasstes Tool bereit. Andere Tools scheitern zum Teil am eingesetzten Promise-Controller und können nicht auf die Daten zugreifen. Gleiches gilt für die SMART-Daten, wie Temperatur und ähnliches, auch hier war kein Auslesen möglich.

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