3/9 Pentium 4 mit 3,0 GHz und 800 MHz FSB im Test : Was bringt der höhere Bus?

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HyperThreading, virtuelles Paar

Durch die HyperThreading-Technologie, die beim 3,0C GHz Pentium 4 nun ein zweites Mal im Bereich der Desktop-Prozessoren von Intel aktiviert wurde, ist der Prozessor nun in der Lage, auf zwei virtuellen Prozessoren effektiv zwei Aufgaben (Threads) parallel zu bearbeiten. Als Betriebssystem ist hierbei Windows XP Professional oder Home Edition sowie Windows 2000 oder Linux ab Kernel-Version 2.4.18 geeignet. Da wir uns an dieser Stelle nicht in den Tiefen der komplizierten Prozessor-Theorie verlieren wollen, soll eine kleine Grafik an dieser Stelle verdeutlichen, wie bei ein- und demselben Prozessortakt ohne Hyper-Threading ein bzw. mit Hyper-Threading zwei Threads verarbeitet werden. Näheres HyperThreading gibt es in unserem Grundlagen-Artikel über HyperThreading.

HyperThreading
HyperThreading

Beide CPUs haben dieselbe Aufgabe: Thread 1 (blau) und Thread 2 (ocker) sollen berechnet werden. Während eine CPU ohne Hyper-Threading in der angegebenen Anzahl an Arbeitschritten nur einen Thread abarbeiten kann, ist der Prozessor mit Hyper-Threading in der Lage, einen zweiten Thread durch die von Thread 1 nicht ausgelasteten Bauteile der CPU zu jagen. Beide Threads werden (in diesem optimalen) Beispiel somit exakt genauso schnell berechnet, wie der erste auf dem herkömmlichen Prozessor.

Kompatibilität und Chipsätze

Intel hat seit der Vorstellung des ersten Pentium 4 den Frontside-Bus kontinuierlich gesteigert. Dies bedeutet jedoch auch, dass bei jeder Evolutionsstufe des Pentium 4 Busses ein neuer Chipsatz für den Support des jeweiligen Taktes bereit gestellt werden musste. Dies ist leider auch beim 800 MHz Frontside-Bus nicht anders. Und da Intel bislang noch nicht mit der Lizensierung des neuen Busses begonnen hat, ist man bei der Wahl eines kompatiblen Mainboards sehr eingeschränkt. Derzeit ist der i875P das einzige auf dem Markt verfügbare Produkt für den Pentium 3,0C GHz. Allerdings hat man bereits angekündigt, dass in Kürze weitere Chipsätze für einen Bustakt von 800 MHz eintreffen werden, die sich leistungsmäßig unter dem i875P einordnen werden und die Gerüchten zufolge unter den Produktnamen i865PE und i865GE in den Ring steigen werden. Offiziell ist derzeit nur der Codename: Springdale.

Intel D875PBZ mit i875P
Intel D875PBZ mit i875P
Asus P4C800 Deluxe mit i875P
Asus P4C800 Deluxe mit i875P

Doch außer Mainboards mit i875 und i865-Chipsatz, die den neuen Prozessor von Intel von Anfang an offiziell unterstützen werden, scheinen einige Hersteller das Potential entdeckt zu haben, welches bereits im Vorgängerchip, dem i845PE, steckt. Mit etwas Glück lässt sich ein solches Mainboard mit einem Frontside-Bus von effektiv 800 MHz betreiben - außerhalb der Chipsatz-Spezifikationen von Intel, versteht sich. Allerdings bleibt hier ein gehöriges Maß an Leistung auf der Strecke. Dies scheint übrigens nicht nur bei Intels eigenen Chipsätzen der Fall zu sein.

Denn während Intel mit dem i875 und dem i865 eine komplett neue Produktfamilie vorgestellt hat, handelt es sich beim PT400, dem Chipsatz aus dem Hause VIA, nüchtern betrachtet nur um eine übertaktete Version des P4X400, welcher den Support von FSB800 vermissen lässt. Somit kommt auch der PT400 nur mit einem Single-Channel-Speicherinterface daher, welches dem Dual-Channel-Speicherinterface des i875/i865 in der Theorie natürlich klar unterlegen ist. Erst mit dem Nachfolger des PT400, dem PT600, wird auch VIA den Speicher zweikanalig ansteuern. Doch bis dieser Chipsatz marktreif ist, kann noch eine Weile vergehen.

VIA PT400 mit FSB800 Support
VIA PT400 mit FSB800 Support
VIA PT400 mit FSB800 Support
VIA PT400 mit FSB800 Support

Während sowohl SiS als auch ALi im Besitz einer Pentium 4 Buslizenz für einen Takt von 400 und 533 MHz sind, mangelt es, wie bereits Eingangs erwähnt, noch an einer entsprechenden Lizenzerweiterung für 800 MHz. Hier hat man das Problem geschickt umgangen. Denn offiziell verkauft man die Chipsatz nur als FSB533+ tauglich.

Pentium 4 FSB800 Chipsätze von ALi, SiS und VIA
Stand: Q1 2003
Name Support Fertigung FSB800 Lizenz
VIA PT400 800MHz FSB
Single-Channel
Samples: Ende Januar 2003
Produktion: Ende März 2003
Ja
VIA PT600 800MHz FSB
Dual-Channel
Samples: Unbekannt
Produktion: Unbekannt
Ja
SiS648FX 533MHz+ FSB
Single-Channel
Samples: Februar 2003
Produktion: März/April 2003
Nein
SiS655FX 533MHz+ FSB
Dual-Channel
Samples: Unbekannt
Produktion: Unbekannt
Nein
ALi M1681 533MHz+ FSB
Single-Channel
Samples: 1. Quartal 2003
Produktion: 2. Quartal 2003
Nein

Wenn man das Geld für einen 3,0C GHz Pentium 4 hat, sollte man ihm der Performance zu Liebe auf jeden Fall zum jetzigen Zeitpunkt ein Mainboard mit i875 oder i865 zur Seite stellen, auch wenn sich der Chipsatzvorgänger als billige Alternative anzubieten scheint. Somit sollte mit dem neuen Pentium 4 auch ein neues Mainboard in das Gehäuse wandern.

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