7/11 EIZO FlexScan L557 im Test : 17"-TFT im Alltagstest

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Alltagstest

OnScreen-Menüs

Wieder einmal ist die Benutzerfreundlichkeit der OnScreen-Menüs des Testkandidaten die erste Disziplin in unserem umfangreichen Alltagstest. Hier kommt es vor allem auf das Zusammenspiel zwischen den Tasten am Monitor und der Menüführung an. Stimmt das Verhältnis nicht, kann die Feinjustage schnell zu einer wahren Qual werden, denn nichts stört mehr als unübersichtliche Menüs oder schlecht abzulesene Tasten. Und so löste auch EIZO - ähnlich wie Samsung - die Aufteilung der Menüs durchaus gut. Etwas anderes hatten wir von einem Monitor dieser Preisklasse auch nicht erwartet und auch der ausgezeichnete Ruf der Firma EIZO erreichte uns bereits im Vorfeld unseres zweiwöchigen Testes.

Im Gegensatz zum SyncMaster 172T aus dem Hause Samsung bleiben beim Betrieb des FlexScal L557 am DVI-Anschluss so gut wie alle Einstellungsmöglichkeiten in den Menüs erhalten. Lediglich die Werte für die Bildparameter lassen sich nicht verändern - diese werden jedoch vom Monitor automatisch ermittelt und optimal eingestellt. Das digitale Signal macht dies möglich. Auch die Einstellungsvielfalt weiß zu überzeugen. So sollte der L557 auch höchsten Ansprüchen gerecht werden, da viele Parameter vor allem auf Profis, die das letzte aus dem Bild herausholen wollen, abzielen. Zu diesem Zweck implementierte EIZO unter anderem eine Gamma-Einstellung und die Möglichkeit die Farbsättigung und die einzelnen Farbtöne manuell zu justieren. Ebenfalls mit von der Partie ist eine Option zur Regelung der Farbtemperatur in Schritten von jeweils 500 Kelvin bis maximal 10.000 K.

Auch implementierte EIZO diverse andere Funktionen wie zum Beispiel eine Option zum Power-Management. Des Weiteren legte man auf einige Tasten am Monitor sogenannte Shortcuts, die einen schnellen Zugriff auf einige Einstellungsmöglichkeiten gewährleisten. So kann man unter anderem die Lautstärke der eingebauten Boxen regeln und die Helligkeit justieren. Zum Kontrast hat sich EIZO ein ganz besonderes Feature ausgedacht. Man kann mit einem einfachen Knopfdruck eines von fünf vordefinierten Kontrast-Spektren abrufen. Folgende stehen zur Auswahl:

  • Custom - Benutzerdefinierte Einstellungen
  • sRGB - Auf das Farbspektrum sRGB optimierter Kontrastbereich
  • Text - Auf das Lesen von Texten auf hellem Hintergrund optimierter Kontrastbereich
  • Picture - Optimiert auf die Betrachtung von Bildern mit großem Farbspektrum
  • Movie - Optimierung zur Betrachtung von DVD-Filmen mit Fokus auf perfektem Schwarz und einer guten Farbabstufung

Alles in allem gelang EIZO mit den Menüs des FlexScan L557 ein durchaus guter Wurf. So überzeugen vor allem die vielen Einstellungsmöglichkeiten und die Harmonie der Menüs mit den Tasten. Jedoch fühlt man sich beim ersten Betrachten der Menüs nahezu erschlagen von den vielen Optionen - nach einem Blick in die Benutzeranleitung sollte sich dieses Problem jedoch erübrigen.

OnScreen-Menüs
OnScreen-Menüs
OnScreen-Menüs
OnScreen-Menüs
OnScreen-Menüs
OnScreen-Menüs

Bildqualität und Interpolation

Ein ganz wichtiger Anhaltspunkt für den Kauf eines TFT-Monitors ist immer noch die gebotene Bildqualität. Leider war dies in der Vergangenheit oft noch ein klarer Nachteil der LC-Displays gegenüber den Röhren-Monitoren. In den vergangenen Monaten hat sich auf diesem Gebiet jedoch einiges getan, so dass selbst die mittlerweile günstigen TN+ Film-Panels eine recht gute Bildqualität liefern und zu einer echten Alternative werden. Ein ähnliches Fazit haben wir ja schon in unserem ersten Testbericht zum NEC 1701, einem Gerät mit solch einem Panel, gezogen.

Ähnlich wie auch Samsung, setzt auch EIZO mit dem FlexScan L557 eher auf den gehobenen Standard und gibt dem TFT-Monitor ein qualitativ hochwertiges MVA-Panel mit auf den Weg. Diese Panels haben den Ruf, eine äußerst gute Bildqualität und einen sehr guten Blickwinkel zu realisieren. So waren wir auch nicht weiter verwundert, dass der FlexScan L557 alle Ansprüche, die wir an ihn stellten, einhalten konnte. Schließlich erwartet man von einem LC-Display mit einem Straßenpreis von knapp 520 Euro schon Einiges. Wie genau solch ein MVA-Panel funktioniert, haben wir ja bereits in diesem Artikel in einer eigenen Rubrik ausführlich geklärt.

Blickt man einmal nicht auf die theoretischen Werte und betrachtet nur die reine Praxis, so fällt vor allem eines auf: Der NEC 1701 hat in Sachen Bildqualität keine Chance, während man mit dem Konkurrenten aus dem Hause Samsung gleichzieht. Diese zwei Kontrahenten konnten uns voll und ganz überzeugen. Dies liegt natürlich in erster Linie an den qualitativ hochwertigen Panels, aber auch am DVI-Anschluss, welcher auch beim FlexScan L557 tadellos arbeitet. Betrachtet man die Einstellungsmöglichkeiten rund um die Bildqualität genauer, so hat der EIZO-Monitor klar die Nase vorn, denn hier bietet der FlexScan L557 einfach mehr Einstellungen zur eventuell anfallenden Feinjustage. Jedoch konnten uns während unseres Testes vor allem die Default-Einstellungen überzeugen, so dass wir keine nachträglichen Feineinstellungen vornehmen mussten. Zur kurzen Zusammenfassung: EIZO und Samsung an der Spitze, NEC abgeschlagen. Auch die Ausleuchtung des Displays wurde von EIZO tadellos gelöst. Die Farbtemperatur kann in Schritten von jeweils 500 Kelvin von 4000 bis 10000 manuell eingestellt werden. Im Großen und Ganzen wirken die vielen Einstellungsmöglichkeiten auf Anfänger vielleicht etwas überfordernd. Nach einem Blick in die ausführliche Anleitung sollte sich dies wie bereits erwähnt jedoch erledigt haben.

Auch in Sachen Interpolation gab sich das EIZO-Display keinerlei Blöße und kam mit einem ordentlichen Ergebnis daher. Leider lassen sich im OnScreen-Menü keine verschiedenen Interpolations-Modi einstellen, so dass man das Bild stets vergrößert betrachten muss. Beim NEC 1701 noch Kritikpunkt, beim Samsung 172T und EIZO L557 bereits Geschichte - ein zu großer Abstand zwischen den einzelnen Pixelreihen. Hier sollte Manko des NEC 1701 jedoch nicht überbewertet werden, denn bereits bei einem normalen Abstand zum Monitor von knapp 40-50 cm nimmt man die einzelnen Linien kaum mehr wahr.

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