News : Warum der AMD "Paris" kein AMD64 kann

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Bis vor kurzem war für AMD die eigene 64bit Erweiterung, kürzlich von x86-64 in AMD64 umgetauft, noch die strahlende Zukunft. Da verwundert es umso mehr, dass AMD derzeit unter dem Codenamen "Paris" einen Prozessor für den Sockel 754 (den des Athlon 64) entwickelt, dem es an eben dieser Erweiterung mangelt.

Hierbei handelt es sich jedoch keinesfalls um ein Eingeständnis der Nutzlosigkeit der AMD64-Erweiterung, denn nützlich ist sie auf lange Sicht auf jeden Fall. Nicht umsonst soll Intel Gerüchten zufolge in zukünftigen Prozessoren auf eine ähnliche und auch kompatible Erweiterung setzen. Wie kommt es dann, dass AMD dennoch Prozessoren ohne diese Erweiterung auf der inoffiziellen Roadmap hat? Natürlich haben wir im Rahmen der Athlon 64 (FX) Vorstellung in Cannes, Frankreich, die Gelegenheit genutzt, Mike Goddard, Director AMD Technical Marketing, eben diese Frage zu stellen. Auf unser Aussage "Paris has no AMD64 support" folgte ein bejahendes Nicken, eine ausführliche Begründung wurde jedoch von AMDs Pressesprecher Jan Gütter mit "We have nothing like Paris on our public roadmap" unterbrochen. Plötzlich hatte Goddard nur von der Stadt Paris gesprochen ;-)

Mit diesen Informationen wollten wir uns natürlich nicht zufrieden geben und sprachen mit einem anderen AMD Mitarbeiter, der uns mit einigen Antworten versorgen konnte (Herr Gütter war gerade abgelenkt ;-). Demnach dient der Paris und dessen in 90nm gefertigter Nachfolger Victoria zur Unterstützung des neuen Preismodells, welches AMD mit dem Athlon 64 und dem Athlon 64 FX verfolgt.

Bekanntlich kann man mit billigen Prozessoren nicht unbedingt viel Geld verdienen, so dass es nicht immer klug ist, alle Prozessoren des Produktportfolios mit heiß ersehnten Features auszurüsten. Wenn man im Laden vor der Wahl der Qual steht, so kann eine Empfehlung durch den Verkäufer wie "Dieser Computer ist dank AMD64 für die Zukunft gerüstet" schon höhere Ausgaben rechtfertigen. Wenn dagegen sowohl Billig- als auch Highend-Prozessoren dieses Features unterstützen, gibt es für viele Kunden einen Grund weniger, etwas mehr Geld zu investieren. Aus diesem Grund genießt auch der Pentium 4 mit 2,4 GHz mit HyperThreading und 800 MHz schnellen Frontside-Bus nach wie vor eine Empfehlung der Redaktion. Dabei spielt der 2,4 GHz P4 allerdings noch nicht in der Niedrig-Preis Liga in der bereits einige Athlon XP Prozessoren kämpfen, welche sich auf ein deutlich höheres Taktniveau bringen lassen.

Weitere Informationen aus dem Interview mit Mike Goddard: