2/10 DDR500+ von Corsair und OCZ im Test : Was bringt und wer braucht DDR550?

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Corsair XMS4400

Corsair XMS4400 - Alles steh drauf
Corsair XMS4400 - Alles steh drauf
Corsair XMS4400
Corsair XMS4400

An erster Stelle schauen wir uns die absoluten High-End-Module von Corsair an. Die Speicherriegel kommen, wie mittlerweile üblich, im TwinX-Pack daher - sprich 2x512 MB. Geschmückt sind die Module mit einem schwarzen Heatspreader. Auch zu diesen Modulen gibt es eine Platinum-Serie mit einem silber-farbenen Kühlaufsatz. Auf diesem besagten Heatspreader sind mit diversen Schriftzügen und Aufklebern alle Bezeichnungen und notwendigen Informationen rund um die Module enthalten. Wer denkt, der Heatspreader wird nur mit der kleinen Metallklammer gehalten, irrt. Dazu kommt ein Wärmeleitpad auf dem Heatspreader, welches sich gewaschen hat. Er sorgt dafür, dass die beiden Teile des Heatspreaders bombensicher an ihrem Platz auf den 2x8 Chips sitzen.

Hynix Speicher im Detail
Hynix Speicher im Detail

Mit ein wenig Gefühl und einem guten Hebel kann man einen Blick unter die Schale werfen; die Garantie geht hierbei aber mit Sicherheit flöten. Zum Vorschein kommen Hynix Speicherchips, welche in letzter Zeit nicht gerade häufig anzutreffen waren. Wer noch ein paar ältere SDRAM-Module sein Eigen nennt, der dürfte auf dem einen oder anderen vielleicht Vorgänger der aktuellen Chips haben. Schauen wir uns diese Hynix-Speicherchips aber mal ein wenig näher an. Das D5 am Ende der Bezeichnung eines einzelnen Chips steht hierbei für die maximale Takt-Freigabe der Speicherchips. Diese D5 ist bis jetzt aber auf der offiziellen Homepage nicht aufgeführt, dort findet sich zwar ein pdf-Dokument, welches die komplette Chipbezeichnung erklärt. D5 taucht hier allerdings noch nicht auf. In einem ähnlichen Dokument zu DDR2 SDRAM gibt es dann doch solche Bezeichnungen. Wenn man diese beiden kombiniert, liegt der Schluss nahe, dass die Chips mit der Bezeichnung D5 für DDR500 bzw. DDR533 stehen. Somit wären sie für 250 bzw. 266 MHz freigegeben - Corsair betreibt sie mit garantierten 275 MHz. Doch genug der Speicher-Theorie, ab zur Praxis.

Eingebaut, PC gebootet - alles funktioniert. Als Erstes werfen wir bei DDR400 ein Blick auf die Modul-Informationen, in unserem Fall mittels AIDA32. AIDA32 präsentiert uns beim Auslesen der SPD-Informationen die richtige Modul-Bezeichnung, zeigt aber bei der Speichergeschwindigkeit "nur" PC4200 bzw. DDR533 an. Es scheint sich also tatsächlich um die besagten DDR533-Module zu handeln, die Corsair mit einer Betriebsgarantie bei DDR550 versehen hat. Gut, das soll nicht weiter unsere Sorge sein, schauen wir lieber, was die Module im Alltag können und ob sie das halten, was PC4400 verspricht.

AIDA32 beim Auslesen der SPD-Informationen
AIDA32 beim Auslesen der SPD-Informationen

Unser Pentium 4 ist auf 2,4 GHz (FSB800) getaktet und wird schrittweise nach oben gefahren. Und siehe da, auf unserem Testmainboard Abit IC7 sind die versprochenen 275 MHz zu erreichen. 280 MHz geht noch bis ins Windows, danach kommt es aber zum Reset. Liegt das nun daran, dass wir die CPU mit 3,3 GHz am Limit haben, oder der Arbeitsspeicher schon am Ende ist? Eine Frage, die wir mit unserem Pentium 4 Engineering Sample beantworten können. Multiplikator zum Test auf acht anstatt auf zwölf gestellt, so ist die CPU mit ihren 1,6 GHz kein Problem mehr. Jetzt das gleiche Spiel von vorne. Aber wiederum läuft FSB 275 stabil, 280 MHz bricht beim Benchen ab, alles über 280 MHz funktioniert gar nicht. Gut, wir haben ehrlich gesagt auch nicht damit gerechnet, dass es hier weiter nach oben gehen kann. Denn wer kann zur Zeit eine CPU sein Eigen nennen, die wie in unserem Beispiel 2,4 @ 3,3 GHz läuft, bzw. noch darüber? Mit einer Wasserkühlung vielleicht, aber wie im Testfall mit einem Intel Boxed-Lüfter sicherlich nicht. Somit leisten die Module genau das, wozu sie hergestellt wurden - DDR550. Man sollte an dieser Stelle noch erwähnen, dass Corsair selber nur das P4C800-E als für 275 MHz RAM-Takt ausreichend schnelles Mainboard nennt. Und selbst dort gibt es Modelle, die derart hohe Taktraten nicht stabil mitmachen.

275 MHz erreicht
275 MHz erreicht
Timings bei 275 MHz
Timings bei 275 MHz

Update vom 20.01.04
Mit dem heutigen Erscheinen von AIDA32 in der Version 3.90, werden die Module jetzt auch dort vollkommen richtig erkannt. Es lag also ein Fehler in der Software, nicht in der Hardware vor. Das ändert zwar nichts an dem Test, soll aber zu Richtigstellung und vollständigkeitshalber mit erwähnt werden.

AIDA32 in Version 3.90 - Alles korrekt
AIDA32 in Version 3.90 - Alles korrekt

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