Wärmeleitpasten im Test : Neun Mal Hokuspokus oder Heilsbringer im Vergleich

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Wärmeleitpasten im Test: Neun Mal Hokuspokus oder Heilsbringer im Vergleich

In Zeiten, in denen Kühler Verlustleistungen von 80 W und mehr über eine Fläche von nur wenigen Quadratmillimetern aufnehmen müssen, ist der Einsatz hochwertiger und somit teurer Wärmeleitpaste unerlässlich - so die landläufige Meinung. Ein hoher Anteil an Silber steht irrtümlich besonders hoch im Kurs, da meist Silberoxid (Ag2O) und keineswegs reines Silber verwendet wird. Das zeigt deutlich auf, dass man nicht alles glauben darf, nur weil eine Mehrheit eine bestimmte Meinung vertritt. ComputerBase möchte mit einem neutralen, möglichst objektiven Test Klarheit schaffen. Gerade bei der Beurteilung der allgemeinen Handhabung ist aber ein subjektiver, von Mensch zu Mensch unterschiedlicher Eindruck unvermeidlich. Die Messwerte dagegen sind objektiv und reproduzierbar. Die Preise schwanken je nach Lieferant und Zeitpunkt und wurden von uns über Geizhals zu Jahresbeginn ermittelt. Viel Spaß beim Lesen.

Die Testkandidaten

Im Folgenden wollen wir alle Wärmeleitpasten kurz vorstellen. Da es bei jeweils einer Tube bzw. Spritze nicht sonderlich viel zu sehen gibt, haben wir uns auf "Gruppenfotos" beschränkt.

Alle WLP verpackt
Alle WLP verpackt
Alle WLP ohne Packung.
Alle WLP ohne Packung.

Conrad 18 91 62
Diese Riesentube, die wohl ein Leben lang reichen dürfte, schlägt mit gerade einmal 4,08 Euro zu Buche - und das für 35,0 Gramm! Da sie keine spezielle Bezeichnung hat, haben wir ihr kurzerhand Namen und Bestellnummer des Anbieters verpasst. Die Verarbeitung der weißen Paste ist denkbar einfach, ein winziger Klecks auf die CPU und der Kühler kann montiert werden. Leider muss man hier auf die bequeme Dosierung aus der Spritze verzichten. Bei hohen Temperaturen wird diese Paste recht dünnflüssig, wodurch sie sich hervorragend verteilt, andererseits aber regelmässig erneuert werden sollte.

Titan TTG-S 101
Die silberfarbene Titan ist mit 3,00 Euro für 1,5 g recht teuer geraten, entschädigt aber durch die kleine Spritze mit perfekter Dosierbarkeit, die den neueren Arctic Silver in nichts nachsteht. Auch lässt sie sich durch die dünnere Konsistenz einfacher verteilen. Wird sie nicht zu dick aufgetragen, erledigt dies der Anpressdruck des CPU-Kühlers.

Arctic Silver Céramique
Mit etwa 3,40 Euro für 2,7 g schlägt diese weiße WLP zu Buche. Optisch ähnelt diese Paste weit billigeren Beigaben, die mit einigen Kühlern geliefert werden. Beim Auftragen stellt sich aber schnell heraus, dass die Céramique sehr viel zäher ist, als es zunächst den Anschein hat. Das erschwert zwar geringfügig die Handhabung, ist aber nicht von großem Nachteil. Die Spritze mit einem praktischen Verschluss ist hervorragend dosierbar.

Arctic Silver 3
Die graue AS3, wie sie kurz genannt wird, kostet ca. 5,70 Euro für 3,0 g und gehört somit zu den teureren Kandidaten. Die recht große Spritze verhindert eine exakte Dosierung erfolgreich - es ist praktisch nicht möglich exakt die gewünschte Menge zu entnehmen. Sie lässt sich aber noch gut verarbeiten, sollte aber gleichmäßig verteilt werden, da sie sich nur schlecht selbst verteilt.

Arctic Silver 5
Die dunkelgraue AS5 schlägt mit 4,70 Euro für 3,5 g deutlich günstiger zu Buche als die ältere AS3. Die Dosierung geht wie bei der AS Céramique durch die dünne Spritze hervorragend von statten. Sie ist zäher als die AS3 und von deutlich dunklerer Farbe. Auch sie möchte vor der Montage gleichmäßig dünn verteilt werden.

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