3/18 Shuttle XPC SN85G4 im Test : Der Wolf mit 2.200 MHz im Schafspelz

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Was gibt's Neues?

Neben Altbewährtem bietet das XPC SN85G4 schon rein äußerlich eine ganze Fülle an Neuerungen, die im Inneren um weitere, teilweise recht innovative Veränderungen ergänzt werden. Werfen wir also zuerst einen Blick auf diese Eigenschaften.

Außenansicht
Außenansicht
Außenansicht
Außenansicht

Schon der Blick auf die Front verrät, dass man bei Shuttle einmal mehr einen Wechsel im Design des Barebones vollzogen hat. Nach dem Schritt von der ursprünglichen Fassade der ersten Modelle SV24 (ebenso: SV25, SS50, SS40G) zur bis vor kurzem aktuellen Verkleidung (G2) der Modelle für Pentium 4 und Athlon XP vollführt das SN85G4 den zweiten, grundlegenden Designwechsel in der Geschichte der XPCs hin zum G4. Bisherige Änderungen beschränkten sich zumeist auf die Positionierung der Knöpfe und Frontanschlüsse. Ab sofort ziert eine verspiegeltes Antlitz das Athlon 64-Barebone sowie den Pentium 4-Vertreter mit ATI Chipsatz (ST61G4). Der Rest des bis auf die Frontblende komplett in Aluminium gefertigten Gehäuses überzeugt im edlen Schwarz und auch die Umsetzung der Tasten und Anschlüsse sowie der Ports für die Speicherkarten überzeugen. In Verbindung mit einem schwarzen Laufwerk kann hier der bei den alten XPCs so oft gescholtene Stilbruch wirkungsvoll unterbunden werden; der bisher nicht zu leugnende PC-Look ist weit weniger deutlich wahrnehmbar. Dafür hat man den Schacht für das Diskettenlaufwerk wegfallen lassen. Wird ein solches z.B. für die Installation von Windows auf einem RAID-Verbund benötigt, bietet das Mainboard den entsprechenden Anschluss jedoch weiterhin. In diesem Fall muss das System bei der OS-Installation "offen" betrieben werden. Auf der Rückseite ist hingegen - bis auf eine veränderte Anordnung - alles beim Alten geblieben.

Knöpfe
Knöpfe
Frontanschlüsse
Frontanschlüsse
Rückansicht
Rückansicht

Hat man die Gehäuseverkleidung wie üblich mittels dreier Thumbscrews vom Skelett getrennt, offenbaren sich weitere Veränderungen gegenüber den Vorgängermodellen. So sind die Kabel ab sofort vorverlegt, was lästige Arbeiten vor der eigentlichen Montage überflüssig werden läßt. Auch der Einsatz der Laufwerke und Festplatten gestaltet sich einfacher als bisher. So muss nicht mehr der komplette Laufwerkkäfig sondern nur noch der Käfig für die HDD entfernt werden. Hat man zwei Schrauben gelöst, lässt sich das Gestell mit etwas Kraft seitlich aus dem Gehäuse ziehen. Das CD-ROM-Laufwerk hingegen wird von vorne in das SN85G4 geschoben. Der 2. HDD-Slot kann leider nicht genutzt werden - hier liegt die Elektronik für die Memory-Card-Reader (6-in-1) verborgen.

Card-Reader
Card-Reader
Card-Reader
Card-Reader

Endlich angenommen hat sich Shuttle dem Netzteil. Nicht nur, dass ab sofort gigantische 240 Watt (nicht zu vergleichen mit weniger leistungsfähigen ATX-Netzteilen, der Wirkungsgrad ist entscheidend) geboten werden. Auch die Kühlung kommt ab sofort ohne den lärmenden 40 mm Lüfter aus. Anstatt die Luft wie bisher aus dem Netzteil zu saugen, schiebt nun ein intern verbauter 60 mm Lüfter das kühlende Gasgemisch in das Netzteil hinein. Im Betrieb konnten wir diesen Lüfter nicht wahrnehmen - das Netzteil erreichte dafür eine beachtliche Temperatur, auf die wir im späteren Verlauf noch genauer eingehen wollen. Da es jedoch zu jedem Zeitpunkt einen stabilen Betrieb ermöglichte, scheint uns diese Tatsache nicht weiter bedenklich. Zumal das Gerede rund um Temperaturen im PC oftmals eh jeglicher Grundlage entbehrt... :-) Darüber hinaus hat man den Gehäuselüfter und das Kühlelement an Kontaktstellen mit Gummi überzogen, um Schwingungen und deren Resonanz zu eliminieren.

Netzteil
Netzteil
Netzteil
Netzteil
Gummipuffer
Gummipuffer
Lüfter mit Gummipuffern
Lüfter mit Gummipuffern

Die Kühlung realisiert Shuttle auch weiterhin mit der altbekannten Heatpipe-Methode, die die Abwärme der CPU über vier Heatpipes zum rückwärtigen, feinlamelligen Kühler führt. Der Chipsatz wird, anders als bei den vergangenen Modellen mit nForce 2 IGP, passiv gekühlt. Praktischer Weise hat man die Plane Auflagefläche genutzt, um ansonsten störende Kabel zu bändigen.

Heatpipe (montiert)
Heatpipe (montiert)
Heatpipe
Heatpipe
Heatpipe
Heatpipe
Chipsatz
Chipsatz

Auch wenn wir auf das Mainboard im folgenden Abschnitt noch genauer eingehen wollen, sollte an dieser Stelle als "Neuerung" die fehlende Onboard-Grafik ruhig schon vorweg genommen werden, da sie eine klare Richtungsänderung in Sachen Alltagsgebrauch des XPCs darstellt. Bisher war es durchweg möglich, die Shuttle SFFs ohne externe Grafik an einen Monitor oder den Fernseher anzuschließen; ein Grund, warum wir in diesem Zusammenhang gerne das Wort Wohnzimmer-PC verwendet haben. Doch auf unsere Kritik, dass die Systeme für diesen Zweck immer noch zu laut ausfallen würden, hatte man uns schon vor Monaten mitgeteilt, dass dieser Einsatzbereich nicht das gesteckte Anwendungsziel der Serie sei. Und so verwundert es nicht, dass man SN85G4 OnBoard-Grafik und somit auch einen TV-Out genommen hat.

Wir, die wir bisher jedes Mini-Barebone gerne neben dem Fernseher gesehen haben, waren vorerst etwas überrascht, müssen jedoch eingestehen, dass ein Athlon 64 mit einer kränkelnden Chipsatzgrafik wohl kaum eine Daseinsberechtigung vorzuweisen hätte, zumal der einzig verfügbare Chipsatz, der K8V800, bisher noch mit der Lupe zu suchen ist.

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