5/5 Versteckspiele bei ATis Texturfilter : Was ColorMipMaps nicht enthüllen

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Konsequenzen

War der Aufschrei bei nVidias reduziert-trilinearer Filterung im letzten Jahr schon groß, weil ungefragt der Anteil an echter trilinearer Filterung zurückgeschraubt worden ist, so scheint hier ein neues Niveau erreicht worden zu sein.

Eine Erkennung eingefärbter Mip-Level (auf nichts anderes lassen unsere Tests zurückschliessen) und das Ausschalten der Optimierung bei einer optischen Überprüfung mit gefärbten Mips sind ein eindeutiger Täuschungsversuch - in der Schule hieß es beim Erwischtwerden sofort:

Sechs, setzen!
Sechs, setzen!

Besonders negativ wirkt sich der Zeitpunkt dieser Angelegenheit aus. Denn hatte nVidia zum Launch der GeForce 6800 noch einen Review-Treiber angeboten, der es erlaubt, die trilineare Optimierung komplett abzuschalten (soweit wir bislang informiert sind - leider steht uns momentan kein NV40 zur Verfügung!).

Im Bewusstsein, High-End Karten nur mit maximaler Qualität zu testen, nutzten viele Reviews auch diesen Schalter (ebenso unser in Kürze erscheinender Artikel), um wirklich maximale Qualität zu erhalten. Auf der anderen Seite wurde die bekannte Optimierung bei ATi mit Hilfe bekannter Mittel (rTool) versucht zu umgehen und im Bewusstsein des bisherigen Funktionierens dieser Maßnahme, die Ergebnisse als „vergleichbar“ dargestellt.

Leider scheinen aufgrund dieser Erkenntnisse ein Großteil der bisher im Internet veröffentlichten Benchmarks nicht vergleichbar und damit quasi nutzlos zu sein.
Auch die Einschätzung der neuen X800-Reihe (wir wagen den Schluss, dass dieses Phänomen nicht nur auf die X800 Pro zutrifft) und der Radeon 9600-Serie, muss wohl zunächst auf Eis gelegt werden, bis wirklich vergleichbare Benchmarks gemacht werden können.

Einen Dank an dieser Stelle noch einmal für tatkräftige Hilfe, Denkanstöße und unterbewußte Hinweise an: Ralf Kornmann, die PCGH, die User „ow“ und „Stefan Payne“aus dem 3D-Center Forum und Sapphire für die X800 Pro.

Update vom 18.05.2004:
ATi hat zu dieser Angelegenheit eine offizielle Stellungnahme abgegeben, die unserem Artikel selbstverständlich widerspricht. Wenn diese Stellungnahme 100% korrekt und nicht interpretierbar ist, können wir unseren Vorwurf eines echten „Täuschungsversuches“ natürlich nicht aufrechterhalten - andererseits war auch nicht zu erwarten, daß ein klares Schuldeingeständnis folgen würde.

Zweites Update vom 18.05.2004:
Bitte auch das Update der oben verlinkten News beachten.

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