News : Wasserzeichen als Kopierschutz-Alternative

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Wissenschaftler des Fraunhofer Instituts für Integrierte Publikations- und Informationssysteme IPSI warnen die Musikindustrie vor einem weiteren ungehemmten Einsatz von Kopierschutzmechanismen. Die Forscher sehen in der Verbindung von Medien, die mit digitalen Wasserzeichen geimpft sind und in Geschäftsmodellen auf Basis des XML-Abkömmlings BOL (Business Offer Language) eine bessere Alternative.

Mit Wasserzeichen versehene Daten können ohne Kopierschutz und die damit verbundenen Ärgernisse verwendet werden. Wer trotzdem illegal kopiert, kann über das Wasserzeichen identifiziert und zur Verantwortung gezogen werden.

„Es macht keinen Sinn, die legale Nutzung von digitalen Medien immer komplizierter zu gestalten und damit ehrliche Käufer zu bestrafen“, erklärt Martin Steinebach vom IPSI. Im Rahmen der DGI-Online-Tagung am 16. Juni in Frankfurt wollen die IPSI-Wissenschaftler Modelle vorstellen, die bereits im Labormaßstab erfolgreich getestet wurden. Digitale Wasserzeichen sind seit Jahren auch als "fingerprinting", "data embedding" oder „data hiding“ bekannt. Entscheidend ist jedoch ihre Einbindung in Geschäftsmodelle, die im produktiven Einsatz stabil bleiben und gleichzeitig das Musikstück nicht unakzeptabel beeinträchtigen. Auch Micropayment-Lösungen wurden in Prototypen bereits erfolgreich eingebunden, so dass sich sogar pay-per-listen-Modelle realisieren lassen. Bezahlt wird dabei für das Anhören eines Musikstücks.

Die Verknüpfung mit einem Business-Offer-Language-Modell erlaubt es schließlich, genau die relevanten Daten aus dem BOL-System als Wasserzeichen in das Musikstück einzubetten. Ein Interpreter kann erkennen, wie das zugrunde liegende Geschäftsmodell spezifiziert ist und dem Anwender die Beteiligung an diesem Model vorschlagen. Im Rahmen eines provisionsbasierten Affiliate-Marketings, können Verteiler von Musikkopien sogar noch mit einer Prämie belohnt werden. Vorausgesetzt, die Empfänger akzeptieren die Kosten, die vom BOL-basierten System verlangt werden. Raubkopierer haben es laut IPSI dann schwerer, denn das Wasserzeichen kann nicht entfernt werden, ohne das Musikstück erheblich zu beschädigen.