News : Aus Radeon X800 Pro mach X800 XT

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Die schnellsten Grafikkarten am Markt sind in erster Linie vor allem eines: teuer. Und so erfreuen sich Karten mit partiell deaktivierten Features und einem niedrigeren Preis größter Beliebtheit. Ein Beispiel dafür ist ATis X800 Pro, die gut 100 Euro günstiger als die X800 XT ist, mit Glück aber in eine solche verwandelt werden kann.

War diese Modifikation bei der Radeon 9800 SE und 9500 noch mit einer Software zu erledigen, muss man bei der neuen Radeon X800 Pro zu härteren Mitteln greifen. Um das von ATi deaktivierte Quad zu reaktivieren, bedarf es also einer guten Portion Erfahrung und auch Mut, schließlich geht bei solcherlei Manöver natürlich die Garantie verloren. Und wie immer bei solchen Dingen: Durchführung auf eigene Gefahr!

Wer stolzer Besitzer einer solchen Karte ist und auf Garantie keinen Wert legt, muss folgende Dinge erledigen: Nach der Demontage des Kühlkörper muss man auf dem Chip in der rechten oberen Ecke (siehe Bild) z.B. mit Silberlack eine Brücke schließen. Unter Umständen genügt dies aber nicht und man muss vorher noch mit einem scharfen Gegenstand etwas auf den beiden Brückenteilen kratzen, um auf diesen aufliegende Isolierschicht zu entfernen. Danach sollte eine kleine Portion Silberlack genügen, um die Brücke zu schließen. Abschließend muss man noch das BIOS einer ATi Radeon X800 XT aufspielen und hoffen, dass die Modifikation erfolgreich war.

Radeon X800 Pro | Quelle: xBit Labs
Radeon X800 Pro | Quelle: xBit Labs

Allerdings dürfte dies nicht bei allen Karten so glatt ablaufen, wie wir es eben beschrieben haben. Zwar basieren X800 Pro und X800 XT auf dem gleichen Chip (R420), allerdings benutzt ATi die X800 Pro dafür, leicht fehlerhafte Chips auch noch unter das Volk bringen zu können. Ist ein Teil der Architektur beschädigt, deaktiviert man einfach eines der vier Quads (ein Quad sind jeweils vier Renderingpipelines) und umgeht somit die fehlerhaften Bereiche gekonnt. Brancheninternen Kreisen zufolge sind die Ausbeuten, die ATi mit den R420-Chips für die X800 Pro (zwölf Pipelines) erreicht, sehr gut. Die Ausbeuten (Yields) der Chips für die X800 XT sind aufgrund der höheren Komplexität der Architektur derweil nicht so gut.

Dies ist für ATi allerdings kein großartiges Problem, deckt sich doch dieser Umstand mit den Präferenzen der Käufer, die nur selten bereit sind, mehr als 500 Euro für eine Grafikkarten auszugeben und daher lieber zum preislich niedriger liegenden Modell (X800 Pro) greifen. Natürlich gibt es aber auch genug Radeon X800 Pro-Karten, bei denen das vierte Quad voll funktionsfähig ist und von ATi nur deaktiviert wurde, um die große Nachfrage zu stillen. Der Versuch, aus einer Radeon X800 Pro eine XT zu machen, könnte also erfolgreich von statten gehen oder ohne Wirkung bleiben - je nachdem, welcher Chip denn nun genau unter dem Kühlkörper schlummert. Diese Modifikation mit einer Lotterie zu vergleichen, wäre wohl durchaus passend.