6/8 Zwei Midi-Tower im Test : Casetek 1020 gegen Chieftec CX-04

, 22 Kommentare

Modding

Bei Casetek ist das Thema Modding schon fast überflüssig, gibt es doch den bereits recht gut gemoddeten Xaser V auf dem Markt. Wer selber Hand anlegen möchte, findet mit dem Casetek 1020 dennoch eine sehr gute Basis für Gehäusemodding. Beim Chieftec gibt es zwar keine vorgefertigte Modding-Version aber auch der CX-04 bietet eine sehr gute Grundlage.

Overclocker kommen bei beiden Gehäusen auf ihre Kosten. Sie bieten ausreichende Möglichkeiten um Lüfter zu verbauen. Durch die großen Laufwerkkäfige ist zwar der Platz für den Einbau einer Wasserkühlung eingeschränkt, er ist aber dennoch möglich. Ein Dacheinbau des Radiators beim Casetek wird durch das Portkit ziemlich schwierig. Wo eine Wille ist, da ist jedoch immer auch ein Weg!

Während es für das Casetek 1020 bei vielen Händlern bereits vorgefertigte Dämmmattensets gibt, muss man sich für das Chieftec CX im Moment noch auf Universal-Sets beschränken. Sicher werden aber in Kürze auch fertige Sets für die CX-Serie erhältlich sein. Für LAN-Gänger sind beide Gehäuse nur eingeschränkt nutzbar. Sie sind zwar sehr stabil, aber durch ihr relativ hohes Gewicht eher ungeeignet. Immerhin gibt es im Zubehörhandel schon ein Trageset für das Casetek 1020.

Erfahrungen

Casetek 1020
Im Gegensatz zum mit Lüftern und Lüftersteuerung vollgestopften Xaser V, kommt das Casetek 1020 mit sehr viel Platz im Inneren daher. Ein versuchsweiser Einbau eines 80-mm-Gehäuselüfters im Deckel des Gehäuses brachte jedoch quasi keine Veränderung der Systemtemperatur, da die Lüftungslöcher zu klein sind und die Luft so zu sehr behindern. Ein einfaches Metallgitter, ähnlich denen vor den Türlüftern der Chieftec CS-601/901-Serie, wäre hier sinnvoller. Der provisorische Einbau an der Rückseite des Gehäuses (es stand kein 92-mm-Lüfter zur Verfügung) brachte jedoch den messbaren Temperaturabfall.

Die Laufwerkschienen bestehen komplett aus Kunststoff. Sie halten zwar nicht von alleine an den Laufwerken. Allerdings müssen sie nur für den Ein- und Ausbau festgehalten werden. Auch der Einbau der Festplatten stellt keine Probleme dar. Der Abstand zwischen HDD und Seitentür ist groß genug, so dass auch die Kabel nicht gequetscht werden. Allerdings weist auch das Casetek bei der Kabelführung dasselbe Problem wie das Chieftec auf: Die Kabel laufen quer durch den Luftstrom. Mit Rundkabeln sicher kein Beinbruch, bei Flachbandkabeln kann es schon zu Problemen führen.

Casetek: System eingebaut
Casetek: System eingebaut
Casetek: System eingebaut
Casetek: System eingebaut
Casetek: Luftfluß behindert
Casetek: Luftfluß behindert

Der Einbau und die Befestigung des Mainboards bringt keine Komplikationen mit sich. Der Spreizverschluß arbeitet einwandfrei und hält das Mainboard auch beim Transport sicher fest. Die Frontbeleuchtung stellt ein nettes Gimmick dar. Der Drache wird erst in drei Teilabschnitten beleuchtet, die dann alle zusammen eingeschaltet werden. Danach startet der Zyklus neu. Nicht jedermanns Sache. Wem es nicht gefällt, der läßt den Stromanschluß für den Inverter eben links liegen. Das rhythmische Brummen unseres Testsystems tritt auch beim Casetek auf - allerdings schwächer als beim Chieftec. Möglicherweise helfen hier die Gummiringe in den Gehäusefüßen, da die Systeme während des Tests auf harten Böden und nicht auf Teppich stehen.

Casetek: äußere Tür geöffnet
Casetek: äußere Tür geöffnet
Casetek: beide Türen geöffnet
Casetek: beide Türen geöffnet

Zu unserer Freude hat die von uns geäußerte Kritik am Verschlußsystem der Steckkarten endlich Früchte getragen und Casetek hat den Mechanismus gehörig überarbeitet. Endlich können alle aktuellen Steckkarten befestigt werden. Bei unserer GeForce Ti4200 mussten wir zwar etwas drücken. Aber trotzdem ließ sich der Verschluß in Position bringen und das Casetek hat somit eines seiner größten Mankos abgelegt. Auch wenn die Steckkarten nicht so gut fest gehalten werden wie bei einer Schraubbefestigung, kann man doch noch von einem guten Halt sprechen. Schneller geht es auf jeden Fall.

Chieftec CX-04
Das Chieftec CX ist das bisher stabilste Gehäuse, das wir getestet haben. Durch den durchgehenden Laufwerkskäfig ist das Gehäuse selbst bei abgenommener Seitenwand stabiler als manch anderes bei geschlossener Seitentür. Ein großes Plus. Allerdings verhindert dies nicht die rhythmischen Brummgeräusche, die mit dem Testsystem auftreten. Eine Dämmung würde hier Abhilfe schaffen, wie der Vergleich mit dem alten, gedämmten CS-601-Gehäuse zeigt, welches diese Geräuschentwicklung nicht aufweist. Der Einbau des Mainboards ging problemlos vonstatten und auch die 5,25"-Laufwerke lassen sich einfach integrieren. Die Spezialschrauben sind schnell montiert, die Laufwerke sitzen sehr gut im Käfig. Die Laufwerkschienen der 3,5"-Laufwerke gefallen uns nicht ganz. Mit etwas Kraftaufwand lassen sich die Metallstifte zwar auch so in die Schrauböffnungen der Festplatten drücken. Allerdings kommt es spätestens beim Herausziehen zu sehr feinen Metallspänen. Eine Lösung mit Kunststoffstiften wäre hier sinnvoller (aber wohl nicht mehr patentierbar wie die momentane Chieftec-Lösung).

Chieftec: System eingebaut
Chieftec: System eingebaut
Chieftec: Gequetschte Kabel
Chieftec: Gequetschte Kabel
Chieftec: Fronttür geöffnet
Chieftec: Fronttür geöffnet
Chieftec: Laufwerke
Chieftec: Laufwerke

Unschön ist der gedrehte HDD-Käfig. Durch die Platzierung der Lüfter auf der rechten Gehäuseseite wird der Platz zwischen Festplatte und linker Seitentür schnell knapp. Selbst die Rundkabel drücken ziemlich stark gegen das Seitenfenster und eine bestimmte Sorte S-ATA-Kabel ließ sich gar nicht verbauen, da dann die Seitentür nicht mehr eingesetzt werden konnte. Auch die Führung der Kabel quer durch den Luftstrom führt bei Flachkabeln schnell zu Stauungen, da die Luft auf dem Weg aus dem Käfig in das Gehäuseinnere stark behindert wird. Die Flachkabel drücken sich auch an den Laufwerkschienen, Rund- und S-ATA-Kabel passen gut zwischen die Schienen.

Das Verschlußsystem für die Steckkarten funktionierte wider Erwarten recht gut - auch bei stehendem Gehäuse. Die Karten rutschten nicht aus den Steckplätzen. Durch leichtes Drücken ließen sich alle Karten an Position bringen, wobei das Versenken des Hebels in die entsprechende Öffnung doch mit einigem Nachdruck geschehen muß. Nicht schlecht, aber die Handhabung konnte uns nicht richtig überzeugen.

Auf der nächsten Seite: Messungen