nVidia SLI im Test : Grafikpracht durch Grafikkraft

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nVidia SLI im Test: Grafikpracht durch Grafikkraft

Vor vielen Jahren kamen die Ingenieure der Grafikchipschmiede 3dfx auf die Idee, die anfallenden Grafikberechnungen doch einfach auf zwei Karten aufzuteilen. Die eine Zusatzkarte berechnete die graden, die andere die ungeraden Bildschirmzeilen. Was dabei heraus kam war revolutionär und ein echter Verkaufsschlager zu Zeiten des Voodoo². Der Kaufpreis von anfangs rund 500 DM pro Karte war zwar hoch, aber die Enthusiasten gaben bereits damals viel Geld für die PC-Technik aus. Ein besonderes Mainboard wurde - der Voodoo² fußte auf PCI - nicht benötigt.

Mitte dieses Jahres verkündete nun nVidia (man hatte Ende 2000 die Firma 3dfx aufgekauft) die Wiederauferstehung der Abkürzung SLI. Statt „Scan Line Interleave“ bedeutet die Abkürzung jetzt „Scalable Link Interface“, ein kleiner, aber gewichtiger Unterschied. Statt einer abwechselnden Zeilenberechnung hat nVidia zwei verschiedene Rendering-Techniken entwickelt: „Alternate Frame Rendering“ (AFR) (hier rechnet die eine Grafikkarte alle geraden Frames und die andere alle ungeraden Frames) und „Split Frame Rendering“ (SFR) (hier teilen sich beide Grafikkarten die Arbeit an jedem Frame). Bei beiden Techniken werden die Daten digital zwischen den Grafikkarten übertragen. Die Bildausgabe übernimmt die primäre Grafikkarte, welche dann die Bilder zusammen- oder anfügt. Zur Datenübertragung wird nicht nur der PCI E-Bus genutzt, sondern auch die zusätzliche Steckverbindung in Form des SLI-Steckers. nVidia spricht von einer Übertragungsgeschwindigkeit bis etwa 1 GB/s, genaue Daten werden jedoch nicht preisgegeben.

Auf Grund der Verwaltungsaufgaben, des Datentransfers zwischen den Grafikkarten und der möglicherweise ungleichen Aufgabenverteilung verdoppelt sich die GPU-Leistung nicht. nVidia spricht von einer etwa 60 bis 80 Prozent höheren Leistung gegenüber einer einzelnen Grafikkarte. Wichtig ist noch der Hinweis, daß die SLI-Technik nur bei PCI-Express-Grafikkarten funktioniert, die über die SLI-Schnittstelle verfügen. Zur Zeit sind dies die nVidia 6600GT und alle Modelle der nVidia 6800-Familie (außer 6800 LE).

Ob sich die genannten Zuwachsraten bewahrheiten, welche Lautstärke, welche Temperaturen und welche Stromkosten auf den interessierten Leser nach der Anschaffung zukommen, das werden wir im Laufe des Artikels zeigen. Die im Test verwendeten Grafikkarten stammen aus dem Hause Leadtek und ASUS, von Asus wurde auch das Mainboard zur Verfügung gestellt.

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