nVidia SLI im Test: Grafikpracht durch Grafikkraft 23/23

Ralph Burmester et al. 58 Kommentare

Fazit

Nach einem rund 14-tägigen „Dauergebenchen“ fällt das Fazit immer noch schwer. Natürlich bietet SLI in Verbindung mit den entsprechenden Karten Frameraten, die trotz AA und AF jenseits von Gut und Böse liegen. Selbst die neuen ASUS N6600GT sind erstaunlich schnell und gehen dabei leiser zu Werke als eine einzelne 6800 GT. Allerdings können sie dann doch nicht ganz mithalten und spätestens mit dem an der GPU zehrenden AA und AF fallen sie deutlich ab.

Leadtek WinFast PX6800GT TDH Doppelpack
Leadtek WinFast PX6800GT TDH Doppelpack

Zwei WinFast PX6800GT von Leadtek im SLI-Verbund rasen geradezu durch jedes Spiel, ruckeln wird zum Fremdwort, man kommt sich fast vor wie bei Rolls-Royce: „Leistung? Genügend!“. Wirklich störend ist die auch im 2D-Betrieb viel zu hohe Lautstärke und der im ökologischen Sinne schlichtweg irre Strombedarf. Darüber hinaus muss schon in erheblicher Lautstärke gespielt werden, sonst geht einem das Lüftergeräusch sehr schnell auf die Nerven. Warnen kann man eventuell mitlesende Eltern (a.k.a. Stromzahler), denn die nächste Stromrechnung kommt erst in Monaten und dann wird die Überraschung umso größer.

Das ASUS A8N-SLI Deluxe ist ein Paradebeispiel dafür, was moderne Chipsätze zu leisten im Stande sind. Eine Ausstattung, die kaum Wünsche offen läßt, ein recht gutes Layout und eben die Möglichkeit, auch zwei Grafikkarten gleichzeitig betreiben zu können. Bis zu acht S-ATA-Geräte, bis zu zehn USB-Geräte, externer S-ATA-Anschluss, S/PDIF - die Liste lässt sich noch erheblich verlängern. Das BIOS läßt sehr viele Einstellungen zu und auch Overclocker kommen dank PCI-Fix auf ihre Kosten. Und für einen Strassenpreis von etwa 145 Euro kann man den Sprung auf den PCI Express-Zug auch ohne zwei Grafikkarten ruhig wagen und behält sich die Option einer zukünftigen Verdoppelung der Grafikbeschleuniger offen.

Wer aber braucht SLI heute wirklich? Sicherlich niemand, der zum Spielen einen TFT einsetzt, da diese zum größten Teil auf eine maximale Auflösung von 1280x1024 Punkte beschränkt sind. Hier reicht eine einzelne 6800 GT oder Ultra völlig aus. Wer aber einen guten Röhren-Bildschirm (CRT) ab 19" aufwärts sein Eigen nennt, der kann endlich in ungewohnter Pracht auch in 1600x1200 oder höher mit vollem Filtering spielen. Bleibt die Frage des Preises. Neben einem vernüftigen Netzteil ergeben sich für Mainboard und Grafikkarten schnell 1.000 Euro! Besitzer eines Dukaten-Esels werden nur müde lächeln, alle anderen träumen weiter von unerreichbaren Frameraten trotz Filtering. Den (irrwitzigen) Stromverbrauch sollte man in all seinen Überlegungen nicht außer Acht lassen.

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