ATi Radeon X850 XT "PE" für AGP im Test: Der neue R481-Chip macht's möglich

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Christoph Becker
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Fazit

ATi Radeon X850 XT Platinum Edition für AGP:

ATi Radeon X850 XT "Platinum Edition"
ATi Radeon X850 XT "Platinum Edition"

Eines vorweg: Die Radeon X850 XT PE für AGP ist schnell, verdammt schnell sogar – und daran lässt sich auch so schnell nicht rütteln und nicht schütteln. Was uns beim Schreiben dieses Fazits jedoch viel mehr bewegte, ist das Drumherum. Genau das, was einem in den Kopf schießt, wenn man eine solche Grafikkarte das erste Mal in den Händen hält. Legen wir also los.

Wir waren schon etwas erstaunt, als UPS uns am späten Nachmittag ein Paket überreichte, in dem unserer Meinung nach die uns zwei Tage vorher angebotene Grafikkarte war. Das Besondere war nicht die Transportzeit von zwei Tagen. Nein, es war die Tatsache, dass es sich um eine „Platinum Edition“ handelt. Diese – zugegeben eher seltene Spezies Grafikkarte – tauchte das letzte Mal in Zusammenhang mit AGP in Verbindung mit der mittlerweile ein Jahr alten Radeon X800 XT, über deren R420-Chip schon alles gesagt worden ist, auf. Als wir die Zusage für einen Test gaben, gingen wir vielmehr davon aus, eine normale Radeon X850 XT zu erhalten, die bekanntlich mit nur 520 MHz Chip- und 540 MHz RAM-Takt ausgeliefert wird und am 1. März vorgestellt wurde. Was wir bekamen waren 540 MHz Chip- und 590 MHz Speichertakt.

Die Existenz einer Platinum Edition für AGP verwirrt uns dann doch etwas, hatten wir im Vorfeld ja noch nie von einer solchen Variante gehört. Wir nahmen an, dass ATi eine PE für AGP nicht geplant hat, da man bis jetzt immer nur von der XT mit R481 sprach und nie eine schnellere Variante erwähnte. Rückendeckung gibt uns dabei die Tatsache, dass auch eine Vielzahl von Grafikkartenherstellern keine Platinum Edition für das AGP-Interface angekündigt haben, zumal auch nicht zu erwarten ist, dass es solche Karten jemals in Massen auf dem Markt geben wird. Die verzweifelte Suche bei Geizhals.at befördert dann jedoch genau so eine Karte von Sapphire hervor. Nicht angekündigt, nicht vorgestellt, aber bei Geizhals und in unserem Testsystem. Verkehrte Welt.

Doch was treibt ATi dazu, letztendlich doch noch solch kampfwertgesteigerte X850 XTs auf den Markt zu werfen und an die Presse zu verteilen? Letztendlich wird es wohl daher rühren, dass man eine neue Karte präsentieren wollte, die schneller ist als eine Radeon X800 XT „PE“ – eine Karte, die man nie hat in großen Stückzahlen fertigen können. Eine normale X850 XT könnte dieser nicht das Wasser reichen, da der RAM-Takt 20 MHz niedriger angesetzt ist. Etwas Schnelleres musste also her, schließlich kann man nicht mit großem Tamtam eine langsamere Grafikkarte präsentieren, oder? Ein erfahrener PR-Mitarbeiter wird unsere Ansichten bestätigen.

Allerdings ruft die Präsentation einer neuen Platinum Edition wieder das leidige Thema der Verfügbarkeit auf die Tagesordnung. Und die vergangenen Monate zeigen eindeutig, dass es um diese meist mehr als schlecht gestellt war. Oder taktet der R481 am Ende so gut, dass man keinerlei Probleme bei der Realisierung einer PE-Variante sah? Fragen, auf die wir leider keine Antwort wissen und über die Feiertage wohl auch nicht von ATi bekommen werden können. Aber wir bleiben dran.

Was wir wissen ist, dass ATi wieder einmal seine Stellung als primus inter pares untermauert und erneut eine sehr schnelle Grafikkarte präsentiert hat. Ob es die ATi Radeon X850 XT PE in Zukunft in großen Stückzahlen zu kaufen geben wird, wann erste Radeon X850 XT für AGP in Mengen verfügbar sind und wie viel diese dann kosten werden, werden die nächsten Wochen zeigen.

ATi Radeon X850 XT "Platinum Edition"
ATi Radeon X850 XT "Platinum Edition"

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