2/14 Passive VGA-Kühler im Test : Marktübersicht von A(erocool) bis Z(alman)

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Allgemeines

Kühlerdemontage

Die Demontage des Serienkühlers kann natürlich von Modell zu Modell variieren. Unangetastet bleibt dagegen die Tatsache, dass durch die Modifikation die Gewährleistung des Herstellers erlischt und somit neben der finanziellen Belastung durch den Zusatzkühler auch ein gewisses Verlustrisiko zu tragen ist. Nichtsdestotrotz lohnt ein Umbau zur Super-Silent-Grafikkarte in den meisten Fällen, da die Werkskühler meist sehr laut und die Passiv-Heatpipes aus dem Test allesamt ohne Rückstände zu entfernen sind.

Testkarte: Asus 5900 Ultra
Testkarte: Asus 5900 Ultra
Testkarte: Asus 5900 Ultra
Testkarte: Asus 5900 Ultra

Bei etwas älteren Beschleunigern kann es vorkommen, dass Serienkühler und Grafikchip mit einem klebrigen Wärmeleitpad oder gar Wärmeleitkleber miteinander verbunden wurden. Ist letzteres der Fall, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Grafikkarte gar keine Bohrungen um den Chip aufweist, wie sie für alle hier vorgestellten Modelle von Nöten sind. Sind sie doch vorhanden, kann man den widerspenstigen Kleber unter Umständen durch eine viertelstündige Session der im Gefrierbeutel luftdicht verpackten Grafikkarte spröde und damit ablösbar machen. Hat der Hersteller ein Pad eingesetzt, so empfiehlt es sich, die Grafikkarte im längeren 3D-Lastbetrieb noch einmal ordentlich aufzuheizen, wodurch das Pad etwas weicher und leichter zu bearbeiten wird. Oberste Priorität bei aller Wut auf den störrischen Serienkühler sollte aber natürlich der Sicherheit und Unversehrtheit der elektronischen Bauteile der Grafikkarte zuteil werden.

Bei aktuellen Pixelbeschleunigern hat man meist weniger Probleme: Die Kühlkörper sind größtenteils einfach aufgeschraubt und mit silikonbasierender Wärmeleitpaste versehen, welche sich mit einem fusselfreien Tuch einfach von den Chips entfernen lässt. Zum Entfernen des lästigen Fettfilmes von GPU und BGA-Gehäusen sei zudem der Griff zur Flasche erlaubt - Reinigungsalkohol wohl gemerkt.

ATX, BTX und Desktop

Der von Intel unter Protest der Industrie letztendlich durchgesetzte BTX-Standard wird in den kommenden Monaten und Jahren langsam aber sicher Einzug in die meisten Systeme halten. Vom neuen Formfaktor erhofft man sich vor allem günstigere und effizientere Bauteilkühlung durch gezielte Umstrukturierung der Komponenten auf dem Motherboard und im Gehäuse. Eine grundlegende Neuerung, die für unseren Heatpipe-Vergleich von Relevanz ist, stellt die 180° Drehung des Grafikkartenslots dar. Weil aktuelle Kühllösungen für einen "nach unten" zeigenden Grafikchip konzipiert wurden, könnte sich dieser Wandel negativ auf die Leistungsfähigkeit bestimmter VGA-Cooler auswirken, da das zugrunde liegende Heatpipe-Wärmetransportprinzip mit aufsteigendem Verdampfungsgas und absinkender kondensierter Heatpipeflüssigkeit nach physikalischen Gesetzmäßigkeiten ins Wanken gerät.

Um eine eventuelle Leistungsverschlechterung beim Wechsel von ATX auf BTX auszutesten, stellen wir unser ATX Testsystem schlicht und einfach auf den Kopf. Zwar ergibt sich durch die effektiv beibehaltene Anordnung der Komponenten somit keine wirkliche BTX-Aufteilung, nichtsdestotrotz kann auf diese Weise der zukünftige Kühlereinsatz simuliert werden. Weiterhin ist aufgrund der identischen Umfelder eine vergleichsweise faire Gegenüberstellung der beiden Grafikkarten-Positionen möglich. Zusätzlich sei noch die liegende Desktop-Ausrichtung untersucht.

Exemplarisch greifen wir uns aus dem Testfeld den BeQuiet Polar-Freezer und den AeroCool VM-101 heraus, da ersterer die Heatpipes seitlich um das Grafikboard herumführt, während sie beim zweiten Modell über die Platine geschwungen werden, wodurch sich die beiden gängigen Varianten repräsentieren lassen.

ATX, BTX oder Desktop: VM-101
Angaben in °C
  • Volllast:
    • Desktop-Ausrichtung
      80
    • BTX-Ausrichtung
      81
    • ATX-Ausrichtung
      81
  • Leerlauf:
    • ATX-Ausrichtung
      66
    • Desktop-Ausrichtung
      67
    • BTX-Ausrichtung
      68
ATX, BTX oder Desktop: Polar Freezer
Angaben in °C
  • Volllast:
    • Desktop-Ausrichtung
      76
    • ATX-Ausrichtung
      76
    • BTX-Ausrichtung
      79
  • Leerlauf:
    • ATX-Ausrichtung
      64
    • Desktop-Ausrichtung
      66
    • BTX-Ausrichtung
      66

Zunächst erkennen wir beim AeroCool VM-101 eine ausgeprägte Toleranz hinsichtlich der Ausrichtungsproblematik. Egal in welcher Lage sich die Grafikkarte befindet, die Temperaturwerte liegen immer auf einem Niveau. Etwas anders begegnet uns die Situation beim Polar-Freezer: Im Lastbetrieb scheint sich die umgekehrte Position mit drei Kelvin Differenz zum ATX bzw. zum liegenden Desktop schon leicht bemerkbar zu machen. Wirklich verheerende Leistungseinbrüche stellten sich aber nicht ein, sodass man frohen Mutes in die Zukunft blicken kann.

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