News : Abrechnungs-Probleme bei World of Warcraft

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In der deutschen World of Warcraft (WoW) Spielergemeinde rumort es. Grund dafür sind Probleme bei der Abrechnung der Accounts durch Blizzard und den Verrechnungspartner GlobalCollect. Dabei scheinen vor allem Nutzer des elektronischen Lastschriftverfahrens (ELV) von den Problemen betroffen zu sein.

Entsprechend häufen sich im Blizzard-Forum die Beschwerden über fehlerhafte Rechnungen und Beträge. Weitaus schlimmer schlägt da zu Buche, dass zahlreiche der versehentlich geprellten Spieler aufgrund der Fehler auch noch mit einer Account-Sperrung belegt werden.

Der große Aufreger dabei scheint alsdann die Reaktion seitens Blizzards zu sein. Der kontaktierte Kundendienst soll – zahlreichen Forenberichten zufolge – lapidar an die Rechnungsstelle verweisen. Wer diese via Telefon kontaktieren will, wird in der Regel automatisch getrennt. Wer hingegen das Glück hat und sogar durchkommt, muss mehrere Tage bis zur Klärung des Problems warten.

Neben diesem Verhalten stößt die Blizzard-Taktik diesbezüglich aber auch in anderer Hinsicht bitter auf. Denn anstatt Fehler und Probleme bei der Abwicklung der Finanzen einzuräumen, wird lieber darauf gepocht, dass die Spieler teils selbstverschuldet in die Misere geraten sein: „Da wäre einmal die Bank-Stornierung (die Bank des Kunden hat die Überweisung nicht durchgeführt auf Grund eines nicht gedeckten Kontos) sowie die Rückbuchung (der Kunde hat die Bank beauftragt die Zahlung nicht durchzuführen, nachdem der Auftrag bereits erfolgreich erteilt wurde). Diese beiden Dinge können zur Schließung des Spieler-Accounts führen, so dass der Kunde in Zukunft alternative Zahlungsmethoden verwenden muss.“ Ferner würde der Account, sobald die Zahlungsweise akzeptiert wurde, wieder entsperrt. Dieser Vorgang dauert allerdings bisweilen mehrere Tage.

In diesem Punkt darf man Blizzard sogar prinzipiell Recht geben und verzeihen, dass die erneute Freischaltung einige Tage Spielpause bedeuten. Das Ganze erscheint aber nur für verschuldete Kunden des elektronischen Lastschriftverfahrens legitim, zumal diese den Macher des MMORPG-Hits tatsächlich Geld kosten, da auch schiefgegangene ELV-Verfahren mit Kosten belegt sind. Das Problem ist aber, dass auch nicht-verschuldete Kunden – ganz abgesehen von den technischen Problemen – dadurch betroffen sind. Mit diesem Statement schert das Unternehmen also den geplagten zahlenden Kunden mit dem nicht-zahlenden über einen Kamm.

Der Effekt aus diesem Geschehen ist, dass sich immer mehr Spieler dazu genötigt sehen, ihre Bezahlung über Kreditkarte oder den Blizzard-Partner T-Online abzuwickeln. Ein Armutszeugnis für all' jene, die größte Transparenz und Simpelheit für das Prinzip „Pay for Play“, also das Bezahlen für's Spielen, versprachen.

Das alles wäre ja nicht so schlimm, wenn wenigstens der Rest einwandfrei funktionieren würde. So könnte man ja beispielsweise den anfallenden Betrag direkt an Blizzard überweisen. Hier musste aber ein Spieler, der genau dies tat, beim Blizzard Kundenservice erfahren, dass auch dies nicht möglich beziehungsweise ratsam ist. Und selbst Kreditkarten-Zahlende klagen über Fehler in der Abrechnung und gesperrte Accounts.

Anders als die ELV-Kunden, die – egal ob durch eigenes oder externes Verschulden – im Verzug sind, dürfen die Kreditkarten-Kunden immerhin weiter bei ihrer Zahlungsmethode bleiben; selbst wenn sie ihre Gebühren (scheinbar) nicht bezahlt haben.

Dabei sind nicht nur rein technische Probleme die Wurzel allen Übels, sondern auch von Blizzard und GlobalCollect selbstverschuldete Aktionen. So berichten viele Spieler, dass die Verwaltung der Accounts häufig nicht zu erreichen sei. Da kommt es schonmal vor, dass ein Kunde nur seine Bankdaten wechselt, die Verwaltung aber aufgrund von Updates die Änderungen in der Bankverbindung nicht registriert und im Folgemonat den zugehörigen Account sperrt – der Benutzer hat ja über die alten Daten kein Geld transferiert.

Die hausgemachten Fehler sind nichts ganz Neues und scheinen vor allem auf mangelnde Kompetenzen bei GlobalCollect zurückführbar zu sein. So hieß es schon in der Vergangenheit: „Einige Spieler haben uns auf ein Problem mit unserem Rechnungs-Gateway aufmerksam gemacht, das bewirkt, dass die Zahlung für ihr World-of-Warcraft-Abonnement auf ihren Kontoauszügen mit einer falschen Beschreibung aufgeführt wird: Croydon Park Hotel oder Swallow St George.“

Sicher sind all' jene Probleme nicht unbedingt eine Katastrophe. Doch zeigen sie, dass selbst bei so großen Unternehmen wie Blizzard und GlobalCollect trotz langer Vorlaufzeiten das System des Pay for Play noch immer keine solide Umsetzung gefunden hat. Was bei anderen Titeln bereits relativ ordentlich gelang und gelingt, scheint hier ein dauerhaftes Problem zu sein. Denn: Ein konkreter Termin, ab dem dann alles reibungslos laufen soll, steht bezeichnenderweise noch nicht. Für den einen oder anderen Spieler heißt es jetzt also erst einmal warten. Zur Not wird eben das gute alte Warcraft 3 nochmal ausgepackt.