12/12 Asus CT-479 Pentium M Adapter im Test : Sockel doch mal um!

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Fazit

Bereits vor diesem Test war klar, dass Intels Pentium M Prozessoren, welche einen Grundpfeiler der Centrino Mobiltechnologie darstellen, neben ihren Stromsparqualitäten auch in Sachen Performance Einiges zu bieten haben. Der Wunsch, diesen Prozessor auch im Desktop-System daheim sein Eigen zu nennen, ist zweifelsohne berechtigt. Bedauerlicher Weise ist der Pentium M für den Sockel 479 bestimmt und kann aufgrund diverser Inkompatibilitäten nicht in weit verbreiteten Pentium 4-Mainboards mit Sockel 478 betrieben werden. Und so musste man bisher wohl oder übel in den sauren Apfel beißen und eigens für den Pentium M eines der rar gesäten und damit teuren Sockel 479-Platinen (im microATX- oder ATX-Format) von AOpen oder DFI erwerben.

Aufgrund des fehlenden Heatspreaders ist der Pentium M falcher
Aufgrund des fehlenden Heatspreaders ist der Pentium M falcher

Mit dem Pentium M-Adapter CT-479 beschreitet Asus einen anderen Weg, mit dem schlagartig das Mainboard-Angebot um sechs vollwertige Platinen im klassischen ATX-Layout (P4P800 SE, P4P800-VM, P4P800-E Deluxe, P4C800-E Deluxe, P4GD1 und P4GPL-X) erweitert wird. Je nach Modell wird dabei auf die bewährten Intel-Chipsätze i915P, i865PE oder i875P zurückgegriffen, bei denen bis hin zu Serial ATA, Gigabit Ethernet, FireWire oder gar PCI-Express (P4GD1, P4GPL-X) alles vorhanden ist. Die genannten Boards haben sich im Arbeitsalltag mehr als bewährt, wurden in großen Stückzahlen ausgeliefert und sind sicherlich bereits bei den einen oder anderen im Einsatz, oder können ab ca. 80 Euro neu im Handel erworben werden. Der Adapter ist jedoch in erster Linie für die gedacht, die bereits eines der genannten Mainboards besitzen und mit ihrer Rechenleistung oder der Lautstärke ihres Systems unzufrieden sind. In diesem Fall kann mit dem Adapter und einem Pentium M Abhilfe geschaffen werden.

Dabei wird schnell klar, dass man, will man mit der Oberliga der Rechenpower konkurrieren, nicht ums Übertakten herum kommt. Der Pentium M und die Asus Desktop-Mainboards bringen dabei alles mit, was man dafür braucht. Mit der aktuellen BIOS-Version des P4C800-E Deluxe (1023) kann nicht nur der Multiplikator für alle Pentium M-Prozessoren verstellt werden. Auch an der CPU-Spannung darf bis hin zu 1,6 Volt gedreht werden – eine Option, die man bei Pentium M-Platinen von AOpen vergeblich sucht. Mit dem für unsere Tests verwendeten Pentium M 770 (2,13 GHz) war ohne Spannungserhöhung ein Prozessortakt von 2,6 GHz bei 13x200 MHz möglich. Damit konnte auch der Speicher mit dem Takt betrieben werden, für den er geschaffen wurde – ein 200 MHz schneller Frontside-Bus ist daher der Takt, der angestrebt werden sollte.

Sowohl in Sachen Performance als auch Stromverbrauch kann sich das System mehr als sehen lassen. Leistungsmäßig wurde mit dem übertakteten Pentium M 770 AMDs Athlon 64 FX-55 deklassiert und auch der neue FX-57 mit 2,8 GHz hätte wohl nicht mithalten können. Doch es bedarf keines Pentium M 770 um die 2,6 GHz-Marke zu knacken. Auch die kleineren Modelle besitzen großes Potential. Wichtig ist nur, dass man zu einer CPU für die Sonoma-Plattform, also mit einem 133 MHz schnellen Frontside-Bus, greift, da bei diesen das neuere C0-Prozessorstepping zum Einsatz kommt. Beim Stromverbrauch bewegt man sich so oder so deutlich unter dem bereits sehr begnügsamen, in 90 nm gefertigten Athlon 64 3500+ mit Winchester-Kern.

Asus CT-479 Adapter
Asus CT-479 Adapter

Der Auftritt des Pentium M im Asus CT-479 ist mehr als gelungen: Der Preis stimmt, die Installation fällt kinderleicht, das Angebot an Mainboards ist umfassend und die Overclocking-Ergebnisse überzeugend. Wer eines der eingangs erwähnten Mainboards besitzt und ohnehin mit einem leistungsfähigeren Prozessor liebäugelt, sollte den Pentium M-Adapter samt passendem Prozessor bei seiner Wahl berücksichtigen.

Nicht zu den Stärken des Pentium M gehören dagegen Applikationen, in den die aktuelle Generation an Dual-Core-Prozessoren von Intel oder AMD voll auftrumpfen kann. Hierzu gehört z.B. Video-Encoding, wie im Rahmen dieses Artikels gezeigt. Doch auch andere Applikationen verstehen Dual-Core, wie in unserer Pentium Extreme Edition Dual-Core-Vorstellung demonstriert. Dabei ist klar, dass das Angebot an Anwendungen in Zukunft stetig steigen wird. Natürlich sind Dual-Core-Prozessoren auch dann willkommen, wenn mehrere Anwendungen parallel ausgeführt werden, wie es täglich beim Arbeiten der Fall ist. In Spielen können diese Prozessoren ihre Stärke dagegen noch nicht ausspielen, es sei denn, im Hintergrund wird ein Video in ein anderes Format umgewandelt.

In Sachen 64-Bit-Erweiterung kann der Pentium M ebenfalls nicht mitreden und muss sich damit AMDs Athlon 64 oder Intels aktueller Pentium-Familie klar geschlagen geben.

Ein weiteres Manko des Adapters bzw. der unterstützten Mainboards ist der im Vergleich zu vollwertigen Pentium M-Lösungen höhere Stromverbrauch. Wer es vollends auf Stromsparen anlegt und gerne auf Highend-Grafik wie die von uns eingesetzte GeForce 6800 GT verzichten kann, der wird Platinen mit Intels integrierter Grafik GMA900 oder Support für die Speedstep-Technologie vermissen, wie sie beispielsweise das AOpen i915GMm-HFS bietet. Damit lässt sich der Stromverbrauch im unbelasteten Zustand leicht unter 60 Watt treiben. In Folge dessen könnte der Pentium M auch bequem in besonders kompakten und flachen HiFi-Gehäusen verbaut werden, wie sie beispielsweise die Firma Hiper im Angebot hat. Durch die Adapter-Konstruktion und den mitgelieferten Kühler wird das Pentium M-Gebilde rund um den Asus CT-479 einfach zu hoch. Außerdem soll nicht vergessen werden, dass der von Asus beigelegte Kühler, bzw. der dort eingesetzte Lüfter, etwas leiser zu Werke schreiten könnte.

Hardware-Hammer
Hardware-Hammer

Alles in allem halten wir den Asus CT-479 aber für ein rundum gelungenes Produkt, das sich unseren Hardware-Hammer redlich verdient hat. In Sachen Dual-Core-Performance steht mit dem kommenden Dual-Core-Pentium M „Yonah“ schon das nächste Produkt auf dem Plan, das auch im Stromverbrauch die Trumpfkarten auf seiner Seite hat. Mit etwas Glück kann dieser ebenfalls im CT-479 betrieben werden – an der Unterstützung des 166 MHz schnellen Frontside-Bus wird es jedenfalls nicht scheitern.

Auf den folgenden Seiten können die Leistungs-Messungen des CT-479 mit diversen Prozessoren begutachtet werden.

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