19/19 ATi CrossFire im Test : Zwei Grafikkarten teilen sich die Arbeit

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Fazit

ATis CrossFire – das ist ein Kreuzfeuer zwischen Sonne und Schatten, möchte man meinen. Die Leistungssteigerungen sind zwar nicht so stark wie bei nVidia und dem SLI-Verbund. Allerdings kann sich CrossFire vor allem bei eingeschalteten Qualitätseinstellungen exzellent behaupten und bei aktiviertem AA/AF verliert das ATi-Gespann bei Weitem nicht so viel Leistung, wie es bei nVidia-Grafikkarten der Fall ist.

An unseren Ratings kann man das sehr gut festmachen: Steigert sich die 6800 Ultra vom Single-Betrieb auf SLI um rund 18 Prozentpunkte, liegt dieser Wert bei der X850 XT nur bei knapp 13 Prozentpunkten (1280x1024). Trotz der schwächeren Werte beim Qualitäts-Rating schafft nVidia fast 33 Prozentpunkte mehr, ATi kommt nur auf 26 Prozentpunkte Steigerung. Die Effektivität von SLI liegt damit also deutlich höher als die von CrossFire.

Mainboard mit Karten
Mainboard mit Karten

Die Inbetriebnahme von CrossFire ist ähnlich einfach wie bei der bekannten SLI-Technik und spätestens nach dem Lesen der Bedienungsanleitung des Mainboards ist der richtige PEG-Steckplatz für die CrossFire-Edition-Grafikkarte schnell gefunden. Zur Zeit gibt es allerdings noch keinen offiziellen CrossFire-Treiber; mit dem aktuellen Catalyst 5.9 ist kein CrossFire-Betrieb möglich.

Ein Pluspunkt in Sachen Benutzerfreundlichkeit ist die Flexibilität, wenn es um die Zusammenarbeit verschiedener Grafikkarten geht. Im Gegensatz zu nVidia sind verschiedene Hersteller (hier wird nVidia mit der 80er-ForceWare-Serie nachbessern) und sogar unterschiedliche Grafikkarten-Modelle kein Problem bei der Zusammenarbeit als CrossFire-Verbund. So kann sogar eine X850 XT PE mit einer X800 zusammen betrieben werden. Bedacht werden sollte hierbei, dass die CF-Karte die maximale Anzahl der genutzten Pixel-Pipelines bestimmt.

Völlig unverständlich ist die technische Begrenzung der Auflösung auf 1600x1200 und 60 Hz Bildwiederholfrequenz. Damit können die beiden ATi-Karten nicht ihr volles Potential ausspielen, denn viele Spiele sind trotz leistungsfähiger Prozessoren in dieser Auflösung immer noch CPU-limitiert. Natürlich bietet sich die Aktivierung der Qualitätseinstellungen an. Allerdings wird der Benutzer somit quasi bevormundet. Für TFT-Besitzer, die meist auf 1280x1024 begrenzt sind, sicher kein Hinderungsgrund. Wer allerdings einen großen Röhren-Monitor nutzt, der auch 1920x1440 (oder eine noch höhere Auflösung bietet), für den ist diese Einschränkung eine echte Hürde.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass die sehr flexible Technik zwar gut ihren Dienst verrichtet, durch ihre technische Begrenzung aber einen zweifelhaften Stand hat. Wer für Mainboard und Grafikkarten rund 800 bis 1.000 Euro ausgibt, der möchte auch Leistung ohne angezogene Handbremse oder Drehzahlbegrenzer nutzen können. Bleibt zu hoffen, dass ATi mit dem R520 und der entsprechenden CrossFire-Edition tatsächlich die in Gerüchten genannte Aufhebung dieser physikalischen Begrenzung vollzieht.

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