21/28 Microsoft Xbox 360 im Test : Auf dem Weg zur Marktführerschaft?

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iPod und Co.

Auf die Wiedergabe von Musik-Dateien über den USB-Port sind wir bereits im Abschnitt über die Benutzeroberfläche eingegangen, so dass wir sie hier nur noch einmal gesondert anreißen und unsere Erfahrungen schildern möchten. Die Xbox 360 unterstützt zwar bei weitem nicht sämtliche Formate, kann jedoch mit den gängigsten umgehen. Auch wenn einige hier wieder einen Grund für Kritik sehen, muss man auf der anderen Seite auch an fällige Lizenzgebühren denken, so dass der Schritt nachvollziehbar ist. MP3-, WMA-, WAV- und AAC-Dateien können jedoch problemlos wiedergegeben werden. Bei AAC-Dateien gilt jedoch die Einschränkung, dass geschützte Inhalte etwa aus dem Apple iTunes Music Store nicht wiedergegeben werden können!

Benutzeroberfläche - Musik
Benutzeroberfläche - Musik
Benutzeroberfläche - Musik von der Festplatte
Benutzeroberfläche - Musik von der Festplatte
Benutzeroberfläche - Musik-Player
Benutzeroberfläche - Musik-Player

Ob die Musik- und Bild-Inhalte von einem herkömmlichen USB-Stick, einem MP3-Player, einer Digitalkamera oder etwa einem iPod stammt, ist der Xbox 360 gänzlich gleich. Wichtig ist jedoch zu wissen, dass nach dem Anschluss des jeweiligen Gerätes erst einmal gar nichts passiert, wenn man sich nicht im richtigen Menü befindet. Möchte man auf die Inhalte zugreifen, muss man demnach erst einmal in das jeweilige Menü navigieren, in dem sich plötzlich auch das angeschlossene Gerät wiederfindet. Ein iPod Photo oder Video taucht sowohl im Menü für Musik als auch für Bilder auf, wobei man jedoch jeweils nur auf Bilder oder eben Musiktitel zugreifen kann. Wirklich schade ist jedoch auch hier, dass man nicht auf gespeicherte Videos zugreifen kann, gleich ob sie auf einem iPod Video, einem USB-Stick oder einem anderen Medium als der eigenen Festplatte gespeichert sind.

Die Musik wird dabei in die Kategorien „Alben“, „Künstler“, „Gespeicherte Wiedergabelisten“, „Songs“ und „Genres“ eingeteilt, so dass man in seiner Auswahl nicht eingeschränkt wird. Unsere Versuche mit einem Apple iPod und herkömmlichen USB-Sticks verliefen völlig problemlos. Der Apple iPod, der übrigens explizit als solcher erkannt und nicht einfach als Speichergerät angezeigt wird, arbeitet völlig unkompliziert und fehlerfrei mit der Xbox 360 zusammen, welche ebenso problemlos auf die gespeicherten Inhalte zugreifen kann, sofern sie in passenden Formaten gespeichert wurden. Für Besitzer einer ausgewachsenen Stereoanlage mag diese Funktion nur insofern sinnvoll sein, als dass man bequem vom Sofa aus durch die Inhalte des iPods steuern kann und sich nicht jedes Mal zur Anlage bequemen muss, um den Titel zu wechseln. Uns wäre dies jedoch nicht den zusätzlichen Stromverbrauch des Fernsehers und der Xbox 360 wert.

Benutzeroberfläche - Musik-Player
Benutzeroberfläche - Musik-Player
Benutzeroberfläche - Musik vom PC
Benutzeroberfläche - Musik vom PC
Benutzeroberfläche - Musik vom PC
Benutzeroberfläche - Musik vom PC

Bei Bedarf kann man die Wiedergabe von Musik und die Anzeige von Bildern kombinieren und so die eigene Diashow mit passender Musik unterlegen. Es sei jedoch noch einmal darauf hingewiesen, dass sich aus Sicherheitsgründen und wohl auch aus Angst vor Hackern, keine Daten von USB-Speichergeräten auf die Festplatte der Xbox 360 übertragen lassen.

Kein WMV-HD und MPEG-4?

Anders als die meisten es erwartet hätten, hat Microsoft die Gunst der Stunde nicht genutzt, um sein hauseigenes WMV-HD-Format weiter zu verbreiten. Die Xbox 360 unterstützt keine WMV-HD-DVDs, was eigentlich völlig unverständlich erscheint. Hier macht sich der frühe Starttermin der Xbox 360 bemerkbar, welcher Microsoft zum Verzicht eines Blu-ray- oder HD-DVD-Laufwerkes veranlasste. Zwar können bis zu zwei Stunden Filmmaterial auf einer DVD9 im WMV-HD-Format gespeichert werden, die Filmindustrie wird jedoch erst mit den Nachfolgern der DVD entsprechende Filme veröffentlichen. Das große Geschäft mit HD-DVDs muss deshalb leider zwingend an der Xbox 360 vorbeigehen.

Die Xbox 360 verfügt bisher über keinerlei digitale Schnittstelle zum Anschluss von Fernsehgeräten oder Monitoren, so dass man keine kommerziell erworbenen HD-Videos wiedergeben kann. Der integrierte DVD-Spieler kann lediglich MPEG-1 und MPEG-2 dekodieren, welches er auf HDTV-Format skaliert. MPEG4 (Divx, XviD), H.264 oder andere Formate werden derzeit nicht unterstützt, was laut Microsoft aber theoretisch mit Firmware-Updates behoben werden könnte. Der Spieler soll hierauf jedoch keinen direkten Einfluss nehmen und sich den Updates, die entweder über Spiele oder per Xbox Live vorgenommen werden, nicht verweigern können. Diesen Weg möchte Microsoft auch nutzen, um die Konsole zukünftig vor Hackern schützen zu können, welche eventuell vorhandene Sicherheitslücken in der Xbox 360 aufdecken.

WMV-HD-Filme lassen sich demnach lediglich über Windows XP Media Center Edition 2005 streamen, sofern sie DRM-frei sind. Da die Xbox 360 DRM nicht unterstützt, kann sie selbst diese Inhalte nicht wiedergeben. Geschütztes Material kann höchstens in der Standardauflösung wiedergegeben werden.

5.1 Surround Sound

Positiv erwähnt werden muss der 5.1 Surround Sound, für den man mit der Xbox 360 endlich kein spezielles AV-Kabel mehr benötigt. Jedes AV-Kabel hat einen entsprechenden optischen Ausgang. Dennoch liefert Microsoft in keiner der beiden System-Varianten ein passendes optisches Kabel mit. Der Käufer ist demnach zur Anschaffung eines solchen gezwungen, möchte er 5.1 Surround Sound genießen. An die Xbox 360 muss dabei ein ODT (Toslink) Stecker angeschlossen werden und kein 3,5 mm OPTI-Stecker. In der Bedienungsanleitung der Xbox 360 fehlt jegliche Erläuterung zum notwendigen, optischen Kabel.

Hat man diese Hürde genommen, wundert man sich jedoch eventuell über einen sehr wackeligen Sitz des Steckers an der Box des AV-Kabels der Xbox 360. Bei unserem HD-Komponenten-AV-Kabel bot die Buchse dem optischen Kabel keinen festen Halt – an ein Einrasten war gar nicht zu denken. Dennoch funktionierte die Übertragung des Soundsignals an den Verstärker problemlos, solange man die Xbox 360 nicht übermäßig bewegt und so das Kabel schnell aus seinem Steckplatz löst. Ob dies ein globales Problem ist oder nur ein Fauxpas unseres Modells, konnte bisher nicht geklärt werden.

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