News : PlayStation 3 und Grafikkarten falten Proteine

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Wie die Stanford University in der letzten Woche bekannt gegeben hat, wird es für das wissenschaftliche Forschungsprojekt Folding@Home eine Softwarevariante für Sonys PlayStation 3 geben, die die enorme Rechenleistung des Cell-Prozessors zur Simulation des Faltvorgangs von Proteinen nutzen wird. Eine erste Version hat Sony in Deutschland bereits präsentiert.

Im Rahmen des Folding@Home-Programmes wird es somit nicht mehr nur PC-Benutzern möglich sein, freie Prozessorkapazitäten der Wissenschaft im Kampf gegen Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson zur Verfügung zu stellen, auch PS3-Besitzer werden an dem Projekt teilnehmen können und darüber hinaus mit einer exklusiven Darstellung des Rechenvorgangs belohnt. So soll der Software-Client den Grafikchip der PlayStation 3, nVidias RSX, dazu nutzen, die Berechnungen erstmals in Echtzeit zu visualisieren – inklusive HDR, versteht sich. Mittels Controller kann der Benutzer frei durch die Moleküle navigieren.

Folding@Home auf PlayStation 3
Folding@Home auf PlayStation 3

Auch in Sachen GPU-Client, d.h. eine Software-Version für Grafikchips, gab die Universität neue Informationen heraus. Zwar sei man sich immer noch nicht sicher, welche Grafikchips man letztendlich unterstützen wird, zumindest derzeit läuft aber alles auf Produkte aus dem Hause ATi hinaus, da diese in Folding@Home deutliche Vorteile gegenüber den nVidia-Varianten verzeichnen können sollen. Intern läuft der Client bereits auf einem GPU-Cluster bestehend aus jeweils 25 ATi Radeon X1900 XT und Radeon X1900 XTX. Der Verdreifachung der ALU-Einheiten beim Wechsel vom R520 (X1800) zum R580 (X1900) dürfte es wohl zu verdanken sein, dass die aktuelle X1900er-Serie einen deutlichen Leistungssprung im Folding@Home-Client gegenüber dem Vorgänger zeigt.

In einigen Szenarien soll der GPU-Client gut 20 bis 40 Mal so schnell seine Arbeit verrichten wie aktuelle CPUs, was neben dem reinen Output an bearbeiteten Daten insbesondere beim Quotienten Arbeit/Leistungsaufnahme deutliche Fortschritte mit sich bringen sollte. Wann der GPU-Client zum Download bereit stehen wird, bleibt allerdings weiterhin ungewiss. Erste Videos zur Arbeit der Software auf der PS3 bietet die Internetseite der Universität.