News : René Obermann neuer Telekom-Chef

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Was am gestrigen Sonntag noch auf Spekulationen der Onlineausgabe des Spiegels basierte, wurde heute nun zur Realität. Die Deutsche Telekom hat den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Kai-Uwe Ricke mit sofortiger Wirkung entlassen und als seinen Nachfolger René Obermann berufen. Dieser war zuvor noch für die Konzerntochter T-Mobile verantwortlich.

Die Börse feierte diesen Schritt, der auf Veranlassung des Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Zumwinkel initiiert worden war. So konnte die Aktie des Konzerns bereits vor dem heutigen Start der Frankfurter Börse 2,7 Prozent zulegen. Bis zum Mittag konnte das Papier weiter an Boden gut machen und einen Zuwachs von 2,89 Prozent verzeichnen. Der Konzern gehört damit am heutigen Montag zur Spitze der Dax-Gewinner.

Analysten sehen in diesem außergewöhnlich hohen Kursgewinn ein Urteil über den bisherigen Chef Kai-Uwe Ricke und dessen Politik. Dieser wurde zuletzt auch für den vor sich hindümpelnden Kurs der Telekom-Aktie verantwortlich gemacht. In den vergangenen Wochen und Monaten musste sich Ricke immer wieder vorwerfen lassen, den Schuldenabbau nicht schnell genug vorangetrieben zu haben. Auch habe er keine Antwort auf die zunehmende Konkurrenz und ihre Billig-Angebote für Internet und Telefonie gehabt. Dies brach Ricke zuletzt das Genick, als auch die beiden Hauptaktionäre Bund und der Finanzinvestor Blackstone ihm das Vertrauen absprachen.

Analysten meinten aber auch, dass die Probleme der Deutschen Telekom auch mit einem neuen Konzernvorsteher nicht einfach beseitigt seien. So habe der Konzern nach wie vor 40.000 Angestellte mit Beamtenstatus. In einem liberalisierten Markt, der von privat geleiteten Unternehmen besiedelt ist, sei die Telekom immer noch ein schwerfälliger Koloss mit nicht-privaten Strukturen und könne so eigentlich nicht unter freien Wettbewerbsbedingungen existieren.

Kai-Uwe Ricke hatte 2002 den Posten des Konzernchefs von Ron Sommer übernommen. Ursprünglich sollte am 5. Dezember dieses Jahres über eine Verlängerung des Vorstandsvertrags entschieden werden.