10/11 Weihnachten 2006 : Das wünscht sich die Redaktion

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Tommy

Alle Hardware-Wünsche wurden in den vergangenen Jahren bereits erfüllt. Zu diesem Weihnachtsfeste stehen daher keine weiteren Stromfresser auf dem Wunschzettel. Die Wunschliste ist dennnoch alles andere als kurz, konzentriert sich jedoch komplett auf einen Bereich: Als Frühumsteiger auf Windows Vista Ultimate besteht der Wunsch, dass rechtzeitig zum Fest die passenden Treiber für die Weihnachtsgeschenke der vergangenen Jahre bereitstehen.

So konnte der Desktop-Rechner dank AMD Athlon 64 zwar direkt auf die 64-Bit-Version des neuen Betriebssystems umsteigen. Den theoretischen Performance-Vorteilen auf der einen Seite, stehen andererseits jedoch gravierende Nachteile gegenüber: voll funktionsfähige Treiber für TV-Karte, Multi-Funktions-Drucker und Bluetooth-Tastatur fehlen komplett oder aber sind im Falle von Grafikkarte und Mainboard noch im Beta-Stadium.

Windows Vista Ultimate - Das Betriebssystem ist da, aber die Treiber fehlen
Windows Vista Ultimate - Das Betriebssystem ist da, aber die Treiber fehlen

Für die TV-Karte (KNC One TV-Station Plus DVB-T) bringt Vista von Haus keine Treiber mit und auch der Hersteller hat seine Entwicklung bisher auf die 32-Bit-Version konzentriert, für die zumindest eine frühe Beta zur Verfügung steht. Die Karte ist baugleich mit der Terratec Cinergy 1200 DVB-T, für die – einem besseren Support sei Dank – sogar signierte Windows Vista x64-Treiber angeboten werden. Aufgrund des Beta-Status' hat sich das Windows Media Center, die TV-Komponente von Vista, jedoch dazu entschlossen, mit dem Produkt nicht zusammen arbeiten zu wollen – der Sendersuchlauf bleibt ergebnislos und es muss auf alternative Produkte wie das – zugegeben – exzellente Terratec Home Cinema oder Team Media Portal ausgewichen werden. Über Umwegen ist das TV-Vergnügen damit auch unter Windows Vista x64 möglich.

Beim Multi-Funktions-Drucker (HP Photosmart 3310), der theoretisch als Drucker, Scanner und Fax eingesetzt werden kann, war HP „großzügig“ und hat zumindest die Treiber zum Drucken in Vista integriert, die restliche Funktionalität steht jedoch nicht zur Verfügung. Sollte HP bei der Entwicklung von vollständigen Vista-Treibern ähnlich schnell zu Werke schreiten wie bei der Entwicklung der Windows XP x64-Treiber, dann habe ich Glück und der Wunsch geht bereits – oh Wunder – in einem Jahr in Erfüllung.

Vollkommen hoffnungslos ist dagegen wahrscheinlich die Aussicht auf 64-Bit-Treiber für das Logitech diNovo Media Desktop 2.0, da sich der Support auf das Nachfolge-Modell (Laser Desktop) zu konzentrieren scheint.

Das Vista-Treiber-Debakel nimmt seinen Lauf, wenn man Vista auf einem Sony TX1HP-Notebook betreiben möchte – schließlich treffen hier Microsoft, Intel und zu allem Übel auch noch Sony aufeinander. Intel hat sich – aus technischer Sicht scheinbar grundlos – dazu entschlossen, für i915G-Chipsätze mit integrierter Grafik keine Treiber mit dem neuen Vista-Treiber-Modell „WDDM“ (Windows Display Driver Model, früher Longhorn Display Driver Model) bereitzustellen. Microsoft unterstützt den Kunden dadurch, dass er – offenbar ebenso grundlos – Movie Maker und DVD Maker nur dann starten kann, wenn WDDM-Treiber vorhanden sind. Sony weiß dies noch toppen und bringt für Vista mit dem TX4 (TX4XP/B, TX4XRP/B, TX4XTP/B) extra eine neue Produktfamilie auf den Markt, die vom Unternehmen als Vista-Premium-fähig umworben wird. Auf der anderen Seite steht z.B. die TX1-Serie, bei dem sämtliche Sondertasten (Helligkeit, Lautstärke etc) mit den in Vista integrierten Treibern nicht funktionieren und die von Sony gelieferten Tools (bis auf die Helligkeitsregelung) ihren Dienst verweigern.

Weniger als zwei Monate bleiben bis zur Verfügbarkeit von Vista für Endkunden. Während Microsoft die Arbeiten bereits abgeschlossen hat, müssen nun die Komponenten-Hersteller aufholen und geeignete Treiber nachreichen. Mit den – wenn überhaupt – vorhandenen Beta-Treibern ist auf Dauer kein produktives Arbeiten möglich. Daher kann es dieses Jahr nur einen Wunsch geben: fertige Vista-Treiber, und das möglichst bald!

Neben dem Wunsch nach neuen Treibern vermag Vista auf ein weiteres Defizit hinzuweisen: 1 GB Arbeitsspeicher ist für das System zwar ausreichend, 2 GB wären jedoch angebracht, wenn man eine Abwertung beim Windows Performance Index (WPI) auf unter fünf Punkte verhindern möchte. Wenigstens hier kann man als Kunde aktiv werden, während man bei Treiber-Problemen auf die Hersteller angewiesen ist.

Wolfgang

Es ist soweit und die Qual der Wahl steht bei jedem zukünftigen Beschenkten an. Seien wir mal ehrlich: Wer hat in gewissen Augenblicke nicht irgendwelche Wunschvorstellungen, die zu Weihnachten durchaus Realität werden könnten? Bei mir war in letzter Zeit eigentlich immer die Verlockung vorhanden, sich einen aktuellen Dual-Core-Prozessor ins eigene Heim zu setzen, was dank der großflächigen Werbeplakate an öffentlichen Plätzen, im Internet und natürlich im Fernsehen jeden Tag aufs Neue wieder ins Gedächtnis gehämmert wurde.

Zudem haben verschiedene Eigenerfahrungen gezeigt, dass der zweite CPU-Kern, obwohl dieser in vielen Spielen noch ungenutzt bleibt, im Alltag nichtsdestotrotz eine große Erleichterung ist. Ein Blick in verschiedene Reviews und die Preissuchmaschine Geizhals – auch wenn Weihnachten ist, unendlich Geld gibt es nun mal nicht – verrät, dass der Intel Core 2 Duo E6600 derzeit ein verlockendes Angebot ist. Mit seinen 2,4 GHz, einem 1066 MHz schnellen Frontside-Bus sowie den insgesamt 4 MB L2-Cache ist der Prozessor auch in Single-Thread-Anwendungen rasend schnell. Mit etwa 280 Euro ist die CPU darüber hinaus finanziell noch im grünen Bereich. Auf die Wunschliste bitte, lieber Weihnachtsmann!

EVGA nForce 680i
EVGA nForce 680i

Da eine Sockel-775-CPU ohne passenden Untersatz höchstens als Schlüsselanhänger interessant ist, muss darüber hinaus ein neues Mainboard her. Da im heimischen Rechner zwei nVidia-Grafikkarten im SLI-Modus den Dienst verrichten, fällt die Wahl des geeigneten Chipsatzes nicht schwer: Der moderne nForce 680i SLI soll es sein. Die Auswahl der entsprechenden Hauptplatinen ist dabei noch arg eingeschränkt – genau ein Modell ist derzeit erhältlich. Die Rede ist vom EVGA nForce 680i SLI, das wohl glücklicherweise nicht die schlechteste Wahl zu sein scheint.

Die Sucht nach genügend PCIe-Steckplätzen sollte dann der Vergangenheit angehören, ebenso die immer weiter schwindenden, freien USB-Anschlussmöglichkeiten. Mit sechs S-ATA-Ports ist das Mainboard gut bestückt und der einzelne IDE-Controller ist kein unüberwindbares Hindernis. Schlussendlich wünsche ich trotz aller Geschenke den Kollegen und natürlich auch allen Lesern ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest!

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