6/15 Nintendo Wii im Test : „Big N“ bringt Bewegung ins Spiel

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Das erste Mal

Beim ersten Einschalten einer noch jungfräulichen Wii-Konsole fällt auf, dass Wii-Controller und -Konsole bereits ab Werk synchronisiert sind. Das erste, was der Wii-Spieler auf seinem Bildschirm sehen wird, ist eine von vielen Sicherheitswarnungen, die Nintendo überall in der Konsole, im Begleitmaterial und in den Spielen untergebracht hat. Dieser Bildschirm muss durch einen Druck auf die A-Taste bestätigt werden, was als Nebeneffekt auch die Wii-Fernbedienung aus dem Stand-By-Schlaf reißt.

Anschließend heißt es, die ersten Systemeinstellungen vorzunehmen. Darunter sind Datum und Uhrzeit, Land und Sprache, sowie die Position der Sensorleiste. Sind diese Daten eingegeben, findet der Spieler sich im Wii-Hauptmenü wieder. Ganz nebenbei hat der Anwender soeben den Umgang mit der Pointer-Funktion der Wii-Fernbedienung erlernt. Sollte er dennoch Probleme mit der Empfindlichkeit haben, so kann er diese nun in den Einstellungen ändern. Die Werkseinstellung sollte für die meisten Spieler aber in Ordnung sein. Ganz verzögerungsfrei arbeitet die Wii-Fernbedienung dabei nicht, was angesichts der benötigten Zeit zum Erkennen der Lage und Position der Fernbedienung sowie zur Übertragung der Daten an die Konsole aber auch nicht verwunderlich ist. Die Verzögerung macht sich durch eine leicht schwammig wirkende Bewegung des Cursors auf dem Bildschirm bemerkbar, welche gerade bei schnellen Bewegungen auffällig ist. Allerdings beträgt diese Verzögerung nur einen minimalen Bruchteil einer Sekunde, so dass die Bedienung dennoch kinderleicht von der hand geht und wie von selbst in Fleisch und Blut übergeht. Tatsächlich dauert es nur wenige Sekunden, bis der Spieler wie selbstverständlich Menüpunkte nicht mit dem Steuerkreuz zu markieren versucht, sondern ähnlich wie beim heimischen Computer mit dem Cursor zur jeweiligen Schaltfläche zielt und sie anwählt.

Sobald man in den Optionen eine Internetverbindung konfiguriert hat und diese vom System erfolgreich getestet wurde, führt die Konsole selbsttätig ein Update der Firmware aus. Für diesen Vorgang benötigt das Gerät einige Minuten und einen oder zwei Resets. Anschließend kann man auf erweiterte Funktionen wie das Speichern von Wii-Kanälen auf die SD-Karte zurückgreifen. Ohne Update bleibt diese Option verwehrt. Um darüber hinaus die Funktionen von WiiConnect 24 nutzen zu können, müssen einige Nutzungsbedingungen akzeptiert werden. Erst dann kann die Konsole buchstäblich 24 Stunden am Tag online sein. Die Verträge lassen sich bei Bedarf im Nachhinein in den Einstellungen immer wieder aufrufen.

Die „Wii Kanäle“

Wird Wii eingeschaltet, startet nicht automatisch das eingelegte Spiel, sondern es öffnet sich die Benutzeroberfläche der Konsole. Nintendo hat diese an das Design der Spielkonsole angepasst, wodurch es schlicht und aufgeräumt wirkt. Die bildliche Idee hinter diesem Design soll laut Nintendo ein Elektronik-Geschäft gewesen sein, in dem viele Fernseher nebeneinander stehen und jeder ein anderes Programm beziehungsweise einen anderen Kanal anzeigt. Entsprechend versucht Nintendo, jede Funktion der Konsole sofort zugänglich zu machen, statt sie umständlich in komplexen Menüs zu vergraben. Die Oberfläche nennt Nintendo daher „Wii Kanäle“.

Wii-Menü: Kanäle
Wii-Menü: Kanäle
Wii-Menü: Kanäle umsortieren
Wii-Menü: Kanäle umsortieren
Wii-Menü: Kanäle angepasst
Wii-Menü: Kanäle angepasst

Insgesamt integriert Nintendo 48 solcher Kanäle, aufgeteilt auf vier Seiten à zwölf Boxen, in das Menü, wobei die Hauptfunktionen die ersten dieser Kanäle darstellen. Die Reihenfolge und Position der Kanäle kann nahezu beliebig verändert werden, indem die Fläche des jeweiligen Kanals durch gleichzeitiges Drücken von A und B „gegriffen“ und an die gewünschte Position gezogen wird. Einzig der Disc-Kanal befindet sich immer in der oberen linken Ecke der ersten Seite. Nicht zu den Kanälen zählen hingegen das Datenmanagement, das Optionsmenü für systemweite Einstellungen und die Pinnwand.

Datenverwaltung & Einstellungen

Unter der runden Schaltfläche mit der Aufschrift „Wii“ findet der Nutzer das Datenmanagement und die Systemeinstellungen. Im Datenverwaltungsbildschirm hat der Anwender die Möglichkeit, Daten die sich auf dem internen Flash-Speicher oder auf GameCube-Speicherkarten befinden, zu verwalten, zu löschen oder zu kopieren. Während es bei einer frisch gekauften Konsole nicht möglich ist, Daten des internen Speichers auf eine SD-Karte zu übertragen, so hat Nintendo inzwischen ein Firmware-Update nachgeschoben, das bei der ersten Verbindung mit dem Internet automatisch heruntergeladen wird und diese Funktionalität ermöglicht. Somit können nun Spielstände, Kanäle und heruntergeladene Spiele (Virtual Console) auf die Speicherkarte übertragen werden, was aber gerade im Falle der Spiele bis zu 15 Minuten und somit bald länger als der eigentliche Download des Spiels benötigt. Bis zum heutigen Zeitpunkt jedoch verweigert Nintendo die Möglichkeit, die Spiele von der SD-Karte zu starten. Auch ein Übertragen und anschließendes Spielen auf anderen Konsolen ist nicht möglich, da die Spiele an die Ursprungskonsole gebunden sind. Dies bedeutet leider auch, dass das Gerät im Falle eines Defekts an Nintendo geschickt werden muss, um die Daten der Konsole auf ein anderes Exemplar zu übertragen und diese weiterhin nutzen zu können. Übrigens können bisher auch keine Daten wie MP3-Dateien, Bilder oder Videos auf den Wii-internen Speicher übertragen werden - genauso wenig, wie ein Austausch von Spielständen zwischen GameCube-Memory-Cards und SD-Karten möglich ist.

Nintendo Wii – Datenverwaltung Einstellungen

In den Wii-Einstellungen kann der Nutzer alle Optionen anpassen, die die Konsole betreffen. Unter anderem kann er dem Gerät einen Spitznamen verpassen, Datum und Uhrzeit einstellen und die Audio- und Videoausgabe ändern. Weitere Einstellungen betreffen unter anderem eine Kindersicherung, anhand welcher Eltern anhand der USK-Freigabe festlegen können, welche Spiele ihre Kinder spielen dürfen. Soll ein Spiel gestartet werden, das nicht gestattet ist, so fragt die Konsole einen vierstelligen Sicherheitscode ab. Da die Eingabe aber über eine Bildschirmtastatur erfolgt, darf die Sicherheit dieses Codes angezweifelt werden. Durchaus wichtig sind hingegen die Optionen bezüglich der Sensor-Leiste. Hier stellt der Benutzer ein, ob sich die Sensorleiste über oder unter dem Bildschirm befindet. Eine zweite Option ermöglicht es, die Sensibilität der Zeigerfunktion Fernbedienung einzustellen, ähnlich wie die Geschwindigkeitseinstellung einer Computermaus. Die letzten Punkte betreffen die Internet- und Netzwerkverbindungen. Der Nutzer kann dabei Einstellungen des WLAN-Netzwerkes wie die SSID oder das Verschlüsselungsverfahren ändern oder sich die MAC-Adresse seiner Konsole anzeigen lassen. Eine Wahl des WLAN-Kanals ist indes nicht möglich, so dass dieser bei Verbindungsproblemen im Router oder Access-Point eingestellt werden muss. Im Test funktionierte der Kanal 11 auf Anhieb, während die Konsole mit Kanal 6 gar nichts anfangen konnte. Die letzten Optionen lassen den Anwender die Sprache und das Land ändern, ein Update ausführen oder den Wii-internen Flash-Speicher löschen.

Wii-Pinnwand

Die Pinnwand ist Wiis Nachrichten-Zentrum. Hier findet der Anwender sämtliche Nachrichten von anderen Nutzern der Konsole, Internet-Freunden, aber auch von System und von den Spielen. Wann immer ein Benutzer eine Nachricht an andere Anwender der Konsole übermitteln will, so kann er es hier tun. Aber auch das System und die Spiele teilen dem Anwender hier mit, wie es um sie steht. So führt die Konsole eine Tages-Statistik, wie lange jedes Spiel gespielt und wieviel Zeit in den Kanälen verbracht wurde. Und wenn es Systemupdates oder zusätzliche herunterladbare Programmfeatures gibt, kann Nintendo dies ebenso an dieser Stelle vermerken. Die Anzahl der ungelesenen Nachrichten kann der Anwender bereits im Hauptmenü sehen. Die Nachrichten werden nach Datum sortiert, wobei jeweils nur die Einträge eines Tages angezeigt werden. Über Pfeile an den Seiten, die Plus- und Minus- Tasten oder eine Kalenderansicht kann der Benutzer zwischen den einzelnen Tagen wechseln.

Wii-Pinnwand: Nachrichten
Wii-Pinnwand: Nachrichten
Wii-Pinnwand: Kalenderansicht
Wii-Pinnwand: Kalenderansicht
Wii-Pinnwand: Notizen lesen
Wii-Pinnwand: Notizen lesen
Wii-Pinnwand: von der Konsole geführte Tages-Statistik
Wii-Pinnwand: von der Konsole geführte Tages-Statistik
Wii-Pinnwand: QWERTZ-Bildschirmtastatur
Wii-Pinnwand: QWERTZ-Bildschirmtastatur
Wii-Pinnwand: Handy-Bildschirmtastatur
Wii-Pinnwand: Handy-Bildschirmtastatur

Will man einen neuen Text verfassen, kann man wählen, ob man ein Memo schreiben oder eine Nachricht verschicken möchte. Mögliche Empfänger sind dabei Wii-Freunde, also Besitzer anderer mit dem Internet verbundener Konsolen und E-Mail Adressen. Allerdings untersagt Nintendo das einfache Anschreiben beliebiger Adressen oder Wii-Konsolen. Stattdessen müssen beide Parteien, also sowohl Sender als auch Empfänger sich einverstanden erklären, Nachrichten vom jeweils anderen zu empfangen. Nachrichtenaustausch kann dabei zu einer zeitaufwändigen Angelegenheit werden, da zwischen dem Abschicken einer Nachricht und dem Eingang beim Empfänger durchaus schon einmal Stunden vergehen können. Alle akzeptierten Empfänger müssen in einem Adressbuch eingetragen werden. Hier sieht der Spieler auch, ob die jeweilige Person inzwischen für den Nachrichtenversand „freigegeben“ wurde. Beim Schreiben der eigentlichen Nachricht kann der Verfasser seinen Mii-Charakter einfügen, damit der Leser „sieht“, vom wem die Nachricht stammt. Der Mii-Charakter wird allerdings nur auf Wii-Konsolen angezeigt, E-Mail-Konten erhalten reine Textnachrichten. Diese Aussage trifft auch für den Empfang von E-Mails zu. An die Mail angehängte Bilder oder andere Dateien werden vom System gänzlich ignoriert. Das Schreiben an sich erfolgt über eine Bildschirmtastatur, die wahlweise als ein vom Handy bekanntes Tastenfeld oder eine PC-Tastatur dargestellt wird. Bei letzterer lässt sich darüber hinaus auch das Tastenlayout ändern.

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