4/6 Silverstone Temjin TJ09 im Test : Frischer Wind für die Erweiterungskarten

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Modding

Das Temjin TJ09 gehört sicher nicht zu den Gehäusen, für die eine Ausstaffierung mit Kaltlichtkathoden, Leuchtdioden oder ähnlichem (vor allem optischen) Zierrat angemessen erscheint – schließlich liegt das Hauptaugenmerk beim Design auf der Schlichtheit und auf der Hervorhebung der Materialqualität. Des Weiteren spricht sicher auch der hohe Preis gegen größere Umbaumaßnahmen, denn wenn etwas schief geht, wird es hier besonders teuer. Für Umbauten im Inneren, die der Verbesserung der Kühlung oder der Geräuschkulisse dienen, ist das Gehäuse schon eher prädestiniert, bietet es doch ziemlich viel Platz für eine Wasserkühlung. Dabei wäre es denkbar, einen Radiator für zwei 120-mm-Lüfter im Deckel einzubauen und die Pumpe sowie einen Ausgleichsbehälter zwischen Netzteil und Luftkanal auf dem Gehäuseboden zu platzieren. Allerdings legt Silverstone dem geneigten Wasserbastler leider ein paar Steine in den Weg: Durch die speziellen Lüfterhalterungen können Radiatoren nur mit einigem Bastelaufwand am Deckel befestigt werden, zumal die Lüfter bei normalen Radiatoren keinen so großen Abstand haben wie die im Deckel des TJ09.

Darüber hinaus ist bei Radiatoren, die nicht zur flachen Kategorie gehören, meistens schon ein Teil des Mainboardschlittens im Weg. Der Abstand, der Radiator und Lüfter hier effektiv zur Verfügung steht, beträgt etwa sechs Zentimeter – zu wenig für die meisten gebräuchlichen Wärmetauscher. Um ihn im Festplattenschacht unterzubringen, ist beispielsweise ein Aqua-Computer EVO240 inklusive Anschlüssen zwei Zentimeter zu lang. Hier könnte man alternativ mehrere 120-mm-Radiatoren im Gehäuse unterbringen oder nach besonders flachen Modellen für den Deckel beziehungsweise besonders kurz und kompakt gebauten für den Festplattenschacht Ausschau halten, wodurch allerdings die Festplatten wiederum in einen anderen Teil des Gehäuses ausgelagert werden müssten.

Der Einbau einer leistungsfähigen Wasserkühlung mit mehr als einem kleinen 120-mm-Radiator ist im TJ09 also nicht wirklich einfach zu bewerkstelligen, aber durchaus möglich. Für die traditionelle Kühlung mit Luft ist dieses Gehäuse aber unserer Ansicht nach besser geeignet.

Erfahrungen

Der Einbau unserer Testhardware ging sehr schnell und einfach vonstatten, da zum Hantieren mit der Hardware auch für Grobmotoriker genügend Platz vorhanden ist. Allerdings sollte man allzu ausholende Bewegungen vermeiden, denn leider hat Silverstone so manche Kante scharf und ungefalzt gelassen. Hier ist also durchaus ein Verletzungsrisiko gegeben, zumal das zwei Millimeter starke Aluminium nicht gerade zum Nachgeben neigt. Was am meisten unnötige Arbeit erzeugt, ist das weitgehende Fehlen werkzeugloser Montageeinrichtungen. Sowohl die Festplatten als auch die 5,25"-Laufwerke und die Steckkarten müssen per Schraubendreher fixiert werden. Nur die Lüfter können einfach in ihre Halterungen geklickt werden. Allerdings sitzen sie dort nicht sehr fest.

Silverstone Temjin TJ09
Silverstone Temjin TJ09
Mainboardschlitten
Mainboardschlitten
TJ09 mit Testsystem
TJ09 mit Testsystem
Innenraum hinten
Innenraum hinten

Eine Erleichterung sind natürlich der Mainboardschlitten und die herausnehmbaren Festplattenkäfige. Eigenschaften, die wir uns bei jedem Gehäuse wünschen, leider aber viel zu selten antreffen. Gut gemeint, aber leider nicht wirklich wirksam, sind die zu harten Schaumstoffstreifen, die die Festplatten vom Rest des Gehäuses entkoppeln sollen. Etwas hakelig fanden wir den Mechanismus der beiden Seitenwände, die vorne am Gehäuse angesetzt werden und aufgeklappt werden können. Insgesamt gibt es jedoch nur Kleinigkeiten auf hohem Niveau zu bemängeln. Wirklich grobe Schnitzer hat sich Silverstone weder bei der Verarbeitung noch bei der Usability geleistet.

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