19/19 Mainboards mit i965P im Test : Asus gegen MSI gegen Gigabyte

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Fazit

Fünf Testkandidaten haben den Parcours bestritten, gleich zwei konnten den bisherigen Spitzenreiter von Asus, das P5W DH Deluxe auf Basis des i975X-Chipsatzes, vom Thron stoßen. Allein damit hat sich der Broadwater-Chipsatz insgesamt als potentes Kraftpaket mit Ausstattungsrafinessen bewiesen. Ein separates Fazit für jeden Testteilnehmer soll jedoch auch dieses Mal eine detailliertere Auswertung erlauben.

Asus P5B Deluxe – der schnelle Alleskönner

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Das Asus P5B Deluxe gab sich in diesem Test keine Blöße: Die Benchmarkergebnisse waren mehr als vorzeigbar, die Übertaktbarkeit auf höchstem getesteten Niveau und die Ausstattung galt als Messlatte für die Konkurrenz. Eine Messlatte, die nicht mehr erreicht werden sollte. Denn das ist der größte Vorteil des Asus-Mainboards: Das Vorhandensein von zwei Gigabit-Ethernet-Controllern sowie die zusätzliche WiFi-Fähigkeit sind exzellente Merkmale des umfangreichen Schnittstellenangebots. Dass da auch FireWire oder RAID-Fähigkeiten nicht fehlen, versteht sich fast von selbst. Geschlagen geben musste sich das Asus-Mainboard dennoch, wenn auch nur knapp. Die vorbildliche Ausstattung und die solide Leistung empfehlen es dennoch für all jene Käufer, die für einen bezogen auf das Gebotene angemessenen bis fast moderaten Preis viel erwarten. So kostet das Asus P5B Deluxe in der Basis-Version etwa 152 Euro und in der WiFi-Version etwa 170 Euro. (Stand: 02. März 2007)

Für etwa 125 Euro (Stand 02. März 2007) wird bereits das Asus P5B-E Plus angeboten; dieses verfügt bereits über ein neueres Chipsatz-Stepping als das hier getestete Asus P5B Deluxe. Zudem erscheint in Kürze auch eine Premium-Version des Asus P5B; sowohl das Asus P5B-E Plus als auch das Asus P5B Premium sind bald auch in einer Vista-Edition erhältlich. Zudem sollen die Asus P5B-Versionen durch ein neues BIOS ebenso fit für einen Frontside-Bus von 1333 MHz gemacht werden, um somit auch der kommenden Core-2-Generation ein Zuhause bieten zu können.

Gigabyte GA-965P-DQ6 – das rasende All-Inclusive-Paket

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Das Gigabyte GA-965P-DQ6 verwies alle anderen Testteilnehmer auf die weiteren Ränge und beansprucht den Thron des Mainboardhimmels: So bewegte sich die Leistung konsequent auf einem so hohen Level, dass es sich knapp vor MSIs P965 Platinum platzieren kann. Gigabyte liefert mit diesem schicken Stück Hardware quasi ein All-Inclusive-Paket ab, denn, und das ist lobenswert, das GA-965P-DQ6 besitzt alle wichtigen Anschlüsse und Schnittstellen in ausreichender Zahl und mit exzellenten Ergebnissen. Lediglich zusätzliche LAN- oder WLAN-Anschlüsse wären lobenswert gewesen, hier hat Asus die Nase vorn. Vielmehr vermisst man bei diesem Mainboard jedoch nicht, weshalb es umso mehr freut, dass das Gebotene in eine derart leistungsstarke und dabei lautlose und intelligent aufgebaute Verpackung getan wurde. Das Gigabyte GA-965P-DQ6 ist in der Tat ein sehr guter Vertreter des Broadwater-Chipsatzes; leider fällt der Preis mit etwa 190 Euro für die hier getestete erste Revision beziehungsweise 199 Euro für die zweite Revision ebenfalls in die potentere Klasse. (Stand: 02. März 2007)

Gigabyte GA-965P-DS3 – die fixe Sparversion

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Das Gigabyte GA-965P-DS3 verliert sich bereits aufgrund der geringeren Abmessungen in den Spuren, die sowohl Gigabytes GA-965P-DQ6 als auch Asus' P5B Deluxe hinterlassen haben. Das kleinere Layout ist ferner auch Programm: Geboten wird, was unbedingt sein muss, gespart wird nur am Luxus. So verfügt das Mainboard weder über FireWire-Anschlüsse noch über mehrzahlige (W)LAN-Steckplätze, was es in diesem Fall jedoch gleichstellt mit dem GA-965P-DQ6. Zudem wurde auf den Einsatz der RAID-Version von Intels ICH verzichtet, geboten wird stattdessen ein zusätzlicher RAID-Controller, genannt Gigabyte SATA2-Controller. Das immerhin ist ein großer Vorteil gegenüber dem ähnlich sparsam ausgestatteten MSI P965 Neo, welches gänzlich auf RAID-Fähigkeiten verzichten muss. Vorteilhaft ist auch, dass auch die vermeintlich kleine Version der Gigabyte-Interpretation des Broadwater-Chipsatzes ordentlich Dampf macht. So waren die Benchmarkergebnisse sehr gut; der Rückstand im Gesamtrating ergibt sich vor allem aus den Schnittstellen-Rankings. Zudem bietet das Gigabyte-Mainboard ein funktionales Design sowie gute Werte an den Sound-Ausgängen. Gewürzt mit dem sehr ansprechenden Preis von etwa 105 Euro (Stand: 02 März 2007) ergibt sich eine durchaus empfehlenswerte Platine für all jene, die auf viel Ausstattung verzichten können und dennoch ein Mainboard erhalten möchten, dass sich technisch auf der Höhe der Zeit bewegt und das, was es bietet, mit soliden Leistungen offeriert.

MSI P965 Neo – der Sparfuchs

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Das MSI P965 Neo bewegt sich ausstattungstechnisch in den Regionen des Gigabyte GA-965P-DS3, mit der Ausnahme, dass dem MSI-Mainboard ein RAID-Controller gänzlich fehlt. Dies hat nicht zuletzt zu den geringen Werten im Schnittstellen-Ranking geführt, neben dem Mangel an FireWire-Controllern oder zusätzlichen LAN-Anschlüssen. Der wirklich deutliche Unterschid zum Gigabyte-Mainboard liegt jedoch auch in der Leistung des MSI-Probanden selbst; diese ist nämlich deutlich schlechter als es beim GA-965P-DS3 der Fall ist. In keinem der unterschiedlichen Teilgebiete Synthetisch, Anwendungen oder Spiele konnte das P965 Neo Erfolge für sich verbuchen, stets geriet es ins Hintertreffen. Hinzu kommt ein etwas konfuses Platinenlayout sowie eine geringe Übertaktbarkeit, welche angesichts des Preises jedoch verschmerzbar wäre. Dieser liegt für die in Deutschland erhältliche MSI P965 Neo-F-Version des Mainboards bei etwa 88 Euro (Stand: 02. März 2007) und damit noch unter dem der gesamten hier getesteten Konkurrenz. Empfehlenswerter erscheint dennoch das nur geringfügig teurere Gigabyte GA-965P-DS3.

MSI P965 Platinum – der Geheimtipp

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MSIs P965 Platinum überraschte in diesem Test mit sehr guten Benchmarkergebnissen, die in einigen Bereichen sogar Spitzenwerte belegten. Der nur geringe Rückstand zum erstplatzierten Gigabyte GA-965P-DQ6 ergibt sich zu großen Teilen aus den leider nur mittelmäßigen Ergebnissen im Schnittstellen-Ranking. Dies wiederum liegt jedoch an der schlichten Abwesenheit einiger Controller wie einem zweiten (wirklich nutzbaren) RAID-Controller oder zusätzlichen LAN-Controllern. Mit diesen wäre dem MSI-Mainboard der Sieg in allen Kategorien wohl nicht verwehrt geblieben. Schade ist auch die begrenzte Übertaktbarkeit des MSI-Mainboards; der Preis heiligt in diesem Fall jedoch alle vermeintlichen Abstriche. So ist das zweitplatzierte Mainboard des Broadwater-Testfeldes mit etwas über 117 Euro (Stand: 02. März 2007) nur rund halb so teuer wie der Spitzenreiter des Testfeldes. Eine grundsolide Leistung also zu einem ansprechenden Preis – kann ein Geheimtipp offensichtlicher sein?

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