News : AMD: Barcelona „deutlich“ schneller als Intel

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AMD hat in einer neuen Aussendung einmal mehr die Performance des kommenden Quad-Core-Prozessors „Barcelona“ (K10/K8L) hervorgehoben. Er soll bei Integer-Operationen bis zu 20 Prozent schneller als Intels Xeon X5355 (Quad-Core 2,66 GHz) sein. Bei Fließkomma-Arbeiten sollen es sogar 50 Prozent sein.

Es ist nicht das erste Mal, dass der in Dresden produzierende Halbleiterhersteller Andeutungen über die Performance des Opteron-Prozessor der nächsten Generation macht. Erst Anfang Januar war von einem Performanceplus von über 40 Prozent gegenüber Intels Clovertown-Prozessor die Rede. Diese Zahlen beruhten auf den industrieweit anerkannten SPEC CPU2000-Benchmark (SPECfp_rate2000), der im Februar 2007 offiziell in Rente geschickt wurde. Der offizielle Nachfolger SPEC CPU2006 wurde mit neuen, zeitgemäßen Benchmarks bestückt, die insgesamt mit größeren Datensätzen arbeiten. In Folge dessen fallen die Cache-Miss-Raten höher aus, so dass die Performance stark von Cache-Größe, der Qualität des Prefetching und der Speicherperformance/latenz beeinflusst wird.

AMD Barcelona: Überblick und Performance

Besonders der integrierte Speichercontroller ist hier von großem Vorteil, wie AMD bereits zur CeBIT 2007 zu kommentieren wusste (siehe Bildgalerie): War ein 2-Wege-Xeon-5160-System (Woodcrest, Core Mikroarchitektur) in CPUint_rate2000 noch über 50 Prozent schneller als eine 2-Wege-Opteron-2220-SE-Workstation, vermeldete CPUint_rate2006 einen Gleichstand in Sachen Integer-Geschwindigkeit. Für die neuesten Barcelona-Messungen kam nun ebenfalls SPEC CPU2006 zum Einsatz.

„Die erwarteten Leistungen basieren auf den neuesten SPECcpu2006 Benchmarks und zeigen, dass AMD bei gleicher Taktfrequenz gegenüber den leistungsfähigsten Quad-Core-Prozessoren des Wettbewerbs eine bis zu 50 Prozent höhere Floating-Point-Performance und eine 20 Prozent höhere Integer-Performance erwartet.“

Verglichen mit einem Dual-Intel-Xeon-X5355 (insgesamt 8 Kerne) soll ein Dual-AMD-Opteron „Barcelona“ (ebenfalls 8 Kerne) in Integeranwendungen 20 Prozent schneller sein, bei Fließkomma-Berechnungen sogar 50 Prozent. Details über die Messmethoden und eingesetzten Compiler wurden zwar nicht bekannt gegeben, dennoch erlauben die auf SPEC veröffentlichten Ergebnisse für Xeon X5355 eine Hochrechnung.

CPUint_rate_base2006
Angaben in Punkten
    • 2x AMD Barcelona (2,50 GHz??), 8 Cores
      104,2
    • 4x AMD Opteron 8220 SE (2,80 GHz), 8 Cores
      87,2
    • 2x Intel Xeon X5355 (2,66 GHz), 8 Cores
      86,8
    • 4x Intel Xeon 7140M (3,40 GHz), 8 Cores
      67,2
    • 2x Intel Xeon 5160 (3,00 GHz), 4 Cores
      56,7
    • 2x AMD Opteron 2222 SE (3,00 GHz), 4 Cores
      50,8
    • 1x Intel C2E X6800 (2,93 GHz), 2 Cores
      31,1
    • 1x AMD Athlon 64 FX-62 (2,8 GHz), 2 Cores
      21,8
    • 1x Intel Pentium D 960 (3,60 GHz), 2 Cores
      20,6
CPUfp_rate_base2006
Angaben in Punkten
    • 2x AMD Barcelona (2,50 GHz??), 8 Cores
      87,9
    • 4x AMD Opteron 8220 SE (2,80 GHz), 8 Cores
      86,1
    • 2x Intel Xeon X5355 (2,66 GHz), 8 Cores
      58,6
    • 4x Intel Xeon 7140M (3,40 GHz), 8 Cores
      53,3
    • 2x AMD Opteron 2222 SE (3,00 GHz), 4 Cores
      49,4
    • 2x Intel Xeon 5160 (3,00 GHz), 4 Cores
      43,9
    • 1x Intel C2E X6800 (2,93 GHz), 2 Cores
      26,8
    • 1x Intel Pentium D 960 (3,60 GHz), 2 Cores
      20,4
    • 1x AMD Athlon 64 FX-62 (2,8 GHz), 2 Cores
      18,8

Die Diagramme verdeutlichen Verschiedenes: Bereits jetzt sind die Opterons den Intel-Boliden (Itanium 2 „Montecito“ ausgenommen) im FP-Bereich deutlich überlegen. Alles andere als eine 50 Prozent höhere Performance im Vergleich zu den Xeons wäre eine Enttäuschung. Mit den 45 nm gefertigten Penryn-Prozessoren dürfte Intel dank der Radix-16-Operationen (4 Bits pro Takt) etwas aufschließen. Eine angekündigte Leistungssteigerung von 45 Prozent (ohne den konkreten Benchmark zu nennen), wird nicht reichen, um AMD zu überholen.

So stark wie Intel bei Systemen mit nur einem Prozessor ist, so schlecht ist man im 4-Wege-Bereich aufgestellt. Der noch auf der Netburst-Architektur basierende Xeon 7140M (Codename Tulsa) kann hier aufgrund seiner Mikroarchitektur und dem bremsenden Frontside-Bus nicht mithalten. Ob die im dritten Quartal 2007 erwartete Caneland-Plattform mit Tigerton-Quad-Core-Prozessor (Core Mikroarchitektur) das Ruder herum reißen kann, muss sich noch zeigen. AMD tut jedoch gut daran, den Barcelona bis dahin auf dem Markt zu haben.

Bis zur Verfügbarkeit sind alle Performance-Angaben zum Barcelona reine Spekulation. Die bei Intel durch SSE4 erwarteten Leistungssteigerungen von bis zu 100 Prozent gehen wahrscheinlich auch an Barcelona nicht vorbei, schließlich soll dieser in Form von SSE4A, ebenfalls die wichtigsten SSE4-Befehle bieten.

Quelle der SPEC-Performance-Angaben

Update

Die Messungen des Barcelona hat AMD vermutlich mit dem schnellsten, zur Einführung geplanten Modell mit 2,5 GHz durchgeführt. Mit Sicherheit kann man es leider nicht sagen.

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  • Thomas Hübner E-Mail Twitter Google+
    … hat ComputerBase im Jahr 1999 gegründet und in der Vergangenheit selbst ausführlich über die Entwicklung der PC-Architektur geschrieben.