News : O2 plant hartes Sparprogramm

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Einem Bericht der Financial Times Deutschland zufolge plant der Mobilfunkbetreiber O2 auf Hinwirken der spanischen Mutter Telefónica massive Restrukturierungen, die bis zu 1000 Arbeitsplätze kosten könnte – rund 20 Prozent der Gesamtbelegschaft.

Neben dem Personalabbau verhandelt O2 im Rahmen des Restrukturierungsprogramms offenbar auch mit dem jüngst ebenfalls durch Personal-Abbau in die Schlagzeilen geratenen Netzausrüster Nokia Siemens (NSN) über die Auslagerung des kompletten Netzbetriebs. Eine weitere, historisch gewachsene Last stellt die in vielen Bereichen ineffektive Struktur da. Nicht ohne Grund versucht O2 seit nunmehr gut einem Jahr auch unter Hilfestellung einer externen IT-Beratungsgesellschaft, die großen Posten „Kundenservice“ und „Abrechnungswesen“ vor allem in technischen und Effizenz-relevanten Belangen auf Vordermann zu bringen.

Doch nicht nur in diesen Bereichen sind die Strukturen eher ineffektiv. Auch beim Tarifgefüge hat sich beim Branchenzwerg, der 1998 als letzter großer Provider in Deutschland unter dem Namen Viag Interkom gestartet ist, seit den glorreichen „Homezone“-Zeiten wenig getan. Längst hat die Konkurrenz von T-Mobile und Vodafone Pendants zu den O2-Tarif-Flaggschiffen eingeführt und ist dabei häufig auch noch billiger. Auch die einseitige Fixierung auf junge, technikaffine Nutzer und die Vernachlässigung der Geschäftskundensparte machen sich in einem Markt, der vor allem im jungen Consumer-Bereich völlig gesättigt ist, für O2 bemerkbar.

Da verwundert es nicht, dass O2 bei den Geschäftszahlen nach eigener Aussage mittlerweile im roten Bereich angelangt ist. Wenngleich das Unternehmen keine konkreten Zahlen kommuniziert, gestaltet sich das Nettoergebnis laut O2-Angaben sogar schon seit Jahren als „rot“. Höchste Zeit also, für eine Restrukturierung. Was genau sie bringen wird, bleibt indes abzuwarten.

Update

Im Laufe des Vormittags nahm nun ein Sprecher des Unternehmens zu oben genanntem Bericht Stellung und erklärte, dass es sich bei der besagten Zahl von bis zu 1000 gefährdeten Arbeitsplätzen um „reine Spekulation“ handle. Dass bei O2 allerdings strukturelle Änderungen bevorstehen, wurde nicht dementiert: „Dieses Jahr gehen wir den Weg weiter, wir wollen die Kostenstruktur weiter verbessern“, so der Sprecher. Inwieweit von diesen Verbesserungen in der Kostenstruktur Arbeitsplätze betroffen sein könnten, blieb jedoch offen.