Apple entschädigt frühe iPhone-Kunden

Jirko Alex
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Nachdem am Mittwoch neben neuen iPods und Klingeltönen für den iTunes-Store auch verkündet wurde, die größte iPhone-Version deutlich im Preis zu senken, fühlten sich viele Käufer, die bereits in den ersten zwei Monaten zugeschlagen gehabt hatten, über den Tisch gezogen. Apple kommt diesen nun mit einem Gutschein entgegen.

So gab Apple Mitte dieser Woche bekannt, fortan nur noch die 8-GByte-Version des iPhones zu verkaufen. Zudem solle diese nicht mehr 599 US-Dollar kosten, sondern nur noch 399 US-Dollar. Die Preissenkung erfolgte somit kaum zwei Monate nach der Einführung von Apples Mobiltelefon und damit für viele deutlich zu früh. Frühe Käufer des Gerätes fühlten sich übergangen und warfen Apple Vertrauensbruch vor, da sie es immerhin seien, die als harter Kern stets zu dem Konzern hielten. Neben zahlreichen Wutentladungen in den typischen Apple-Foren und -Blogs sinnierten die einen über eine Abkehr vom Apple-Konzern, andere dachten gar über rechtliche Schritte nach und wieder andere übten sich in Vorschlägen, wie man den frühen Preissturz, der für viele dann doch zu spät kam, doch noch mitnehmen könnte.

Unbestreitbar war jedoch, dass ein Großteil der ersten Käufer ein Gerät erwarb, dass bereits nach zwei Monaten einen Wertverlust von 200 US-Dollar erfuhr und dass dieser Wertverlust nicht mehr zurückgeholt werden konnte. Der „bezahlte Beta-Test“, wie der Kauf des iPhone in den ersten 67 Tagen bezeichnet wurde, wurde auch Apple in massenhaften Mails zugetragen. Dies scheint gereicht zu haben, um Apples CEO Steve Jobs zu einem Entgegenkommen bewegt zu haben. So verkündete dieser in einer Stellungnahme, dass er den Schritt der Preissenkung zwar weiterhin gutheiße, man die loyale Käuferschaft der ersten Stunde jedoch nicht vernachlässigen dürfe. Deshalb will Apple allen iPhone-Käufern, die im Apple-Store oder bei AT&T ein Mobiltelefon des Konzerns erworben haben, einen Gutschein über 100 US-Dollar schenken. Dieser soll in jedem Apple-(Online)-Store eingelöst werden können. Details können jedoch erst in der nächsten Woche veröffentlicht werden, da man diese zurzeit noch ausarbeite.

Apples Schritt ist jedoch mehr als nur ein Entgegenkommen für den Kunden, es könnte vor allem auch ein versteckter Hinweis sein. Weshalb nämlich der Preis des iPhones so früh nach der Markteinführung gesenkt wurde, ist bisher unklar. Dass zudem das kleinere 4-GByte-iPhone komplett gestrichen wurde, zeugt auch nicht von einer von Anfang bis Ende durchdachten Vermarktungsstrategie, könnte man meinen. Auch, dass weiterhin kein Termin für eine Veröffentlichung in Europa genannt wurde, könnte als Hinweis interpretiert werden, dass Apple in den USA bisher tatsächlich mehr eine Testphase denn alles andere mit dem Verkauf des iPhones betreibt.

Tatsächlich jedoch könnte die Einführung einer neuen iPhone-Version bevorstehen. So mutmaßen unsere Kollegen von engadget.com, dass Apple Ende des Monats eine 16-GByte-Version des iPhones präsentieren wird und dann auch endlich die Markteinführung für Europa bekannt gibt. Die Hinweise hierauf sind in der Tat zahlreich: So weisen sowohl der Preisnachlass als auch die Streichung er 4-GByte-Version auf ein neues iPhone-Flaggschiff hin. Zudem besitzt der neue iPod touch in seiner größten Ausbaustufe 16 GByte Flash-Speicher und damit doppelt so viel wie das iPhone bisher. Eine Angleichung erscheint wahrscheinlich. Auch verwundert bisher, dass – trotz der IFA – keine Markteinführung für Europa bekannt gegeben wurde. Sollte eine neue iPhone-Version erscheinen, dann erscheint dieser späte Schritt verständlich, immerhin würde man so hierzulande sofort die neue Produktpalette erwerben können.

Das oft prognostizierte 3G-iPhone für Europa, womöglich mit 16-GByte-Speicher, könnte am 25. September auf der Apple Expo vorgestellt werden. Andere bedeutende Neuerungen stehen jedenfalls kaum mehr aus, nachdem die iMac-Palette bereits überarbeitet und die neuen iPods präsentiert wurden.