ATi Catalyst 7.9 im Test : Und monatlich grüßt das Murmeltier...

, 114 Kommentare
ATi Catalyst 7.9 im Test: Und monatlich grüßt das Murmeltier...

Spätestens seitdem 3D-Grafikkarten auf dem Markt sind, ist es nach der Entwicklung der Grafikkarte sowie der einmaligen Programmierung des Treibers nicht mehr getan. Mittlerweile müssen die Chipspezialisten, allen voran ATi und Nvidia, über einen längeren Zeitraum mehrere Treiber für einen Grafikchip entwickeln sowie pflegen. Teilweise ist es gar nötig, für ein einzelnes Spiel einen Treiber anzupassen, damit dieses im günstigsten Fall etwas schneller, manchmal aber auch überhaupt erst läuft. Dies ist nicht nur viel Arbeit, vor allem da aktuelle Treiber aus mehreren Millionen Zeilen Programmcode bestehen, sondern ist zudem noch entscheidend für die Verkaufszahlen und Zufriedenheit der Kunden, da nach der erstmaligen Präsentation eines 3D-Beschleunigers der ewige Wettstreit nicht nur auf dem Papier beziehungsweise Simulator für die nächste GPU-Generation ansteht, sondern ebenso im Treiberduell fortgeführt wird.

Hinzu ist in letzter Zeit der Faktor Betriebssystem gekommen. Windows XP hat schon mehrere Jahre auf dem Buckel und die Treiberprogrammierer haben ausreichend Erfahrung mit dieser Windows-Version gesammelt. Neu hinzugekommen ist nun Windows Vista, das ein neues Treibermodel einführt, was die Entwickler vor neu Herausforderungen gestellt hat – hinzu kommt noch die neue API Direct3D 10. Somit ist es kein Wunder, dass sowohl ATi als auch Nvidia monatlich mindestens einen Treiber für die Öffentlichkeit bereitstellen, der die Performance erhöhen, die Kompatibilität verbessern oder neue Features hinzufügen soll.

Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem neuen ATi-Treiber Catalyst 7.9, der vor einigen Tagen das Licht der Welt erblickt hat. Ebenso enthalten in dem Treibervergleich ist der Catalyst 7.5, Catalyst 7.6, Catalyst 7.7 sowie der Catalyst 7.8. Als Grafikkarte kommt eine Radeon HD 2900 XT zum Einsatz, während wir als Betriebssystem Windows Vista ausgesucht haben. Dieser Test ist als Teil einer Artikelserie gedacht, die sich mit den ATi-Catalyst-Treibern beschäftigt und bei einer neuen offiziellen Erscheinung entsprechend aktualisiert wird.

ATi Catalyst 7.9

Der neueste Treiber aus dem Hause ATi, der am zehnten dieses Monats für die Öffentlichkeit freigegeben worden ist, hört auf den Namen „Catalyst 7.9“. Fertiggestellt wurde der Catalyst 7.9 dagegen bereits am 21. August. Die Differenz kann man wahrscheinlich mit der Dauer für die WHQL-Prüfung bei Microsoft erklären. Unterstützt werden alle Grafikkarten ab der Radeon 9500, wobei man anmerken muss, dass nicht alle Grafikkarten problemlos funktionieren. So gibt es ab dem Catalyst 7.8 Probleme mit der AGP-Version der Radeon X1950 Pro – die PCIe-Variante leistet dagegen tadellose Arbeit.

Catalyst 7.9
Catalyst 7.9

Interessanterweise gibt es einige Berichte, dass mit dem Catalyst 7.9 die Radon X1950 Pro für AGP wieder einwandfrei ihren Dienst verrichtet. Allerdings gibt es genauso gegenteilige Stimmen, weswegen man diesbezüglich keine allgemeine Aussage machen kann. Mit dem Catalyst 7.9 führt ATi zwei neue Features ein, wobei diese teilweise gar nicht so neu sind. Der „Avivo Video Converter“ läuft nun ebenso unter Windows Vista, sowohl in der 32-Bit- als auch in der 64-Bit-Fassung. Dieser ermöglicht es, ein Video in ein anderes Format zu konvertieren. Berichten zufolge soll der Avivo Video Converter dies sehr schnell erledigen können, wobei es aber einen großen Haken gibt: Die Radeon-HD-2000-Serie wird von dem Tool nicht unterstützt.

Mit dem Catalyst 7.9 neu hinzugekommen ist eine so genannte „Color Temperature Control“, mit deren Hilfe es möglich ist, die Farbtemperatur nach den eigenen Wünschen zu ändern. Je nach Anwendung kann dies durchaus sinnvoll sein, wobei man mit dem Schieberegler vorsichtig sein sollte. Schnell sehen sämtliche Farben nur noch unnatürlich aus. Ab der Radeon-X1000-Serie ist die „Color Temperature Control“-Regelung vorhanden.

Catalyst 7.9 Datum
Catalyst 7.9 Datum
Color Temperature Control
Color Temperature Control

Die Performance wurde mit dem Catalyst 7.9 weiter verbessert, wobei das, zumindest nach Angaben der Release Notes, größtenteils auf Spiele zutrifft, die ohnehin auf den meisten Rechnerkonfigurationen schnell laufen. Far Cry, Call of Duty 2, Half-Life 2: Episode 1, Serious Sam 2 sowie Quake 4 sollen je nach Einstellung und Grafikkarte höhere FPS-Werte erreichen. Darüber hinaus wurden diverse Fehler unter Windows XP und Windows Vista behoben. Wer genauere Details erfahren möchte, dem empfehlen wir einen Blick in die offiziellen Release Notes.

Auf der nächsten Seite: Testsystem