News : RadeonHD: Freier Treiber macht Fortschritte

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Seit AMDs Ankündigung, für ATi-Grafikkarten-Produkte in Zukunft Treiber für quelloffene Betriebssysteme wie Linux anbieten zu wollen, ist einiges passiert. Die Basis für die bisherige Arbeit sind die 2D-Spezifikationen der Radeon-Chips, die von AMD veröffentlicht wurden – insgesamt über 900 Seiten.

Am 17. September wurde ein erster experimenteller 2D-Treiber vorgestellt, der in den letzten Monaten intern bei Novell geschrieben wurde. Dieser trägt den Namen „RadeonHD“ und wird bei Freedesktop.org gehostet. „RADEONHD (0): Detected an R610“ meldet sich das Resultat der bisherigen Arbeit auf einem entsprechendem System. Das Paket „xf86-video-radeonhd“ empfiehlt sich in seinem noch frühen Entwicklungsstadium in erster Linie für Entwickler. Wer eine entsprechende Karte sein Eigenen nennt, kann den git-Code kostenlos herunterladen. An dem Treiber arbeiten mehrere Novell-Angestellte und (wie üblich) freie Entwickler. Ziel ist ein stabiler, ausgereifter 2D-Treiber bis Jahresende.

AMDs nächster Schritt ist die Veröffentlichung der restlichen Spezifikationen der Hardware, die insbesondere die 3D-Fähigkeiten der Radeon-Chips beschreibt. Mit der Freigabe wird in den nächsten Wochen gerechnet. Der Grund für die Verzögerungen ist die unbedingt erforderliche Sichtung der Spezifikationen, die vor ihrer Veröffentlichung rechtlich bereinigt und „abgesegnet“ werden müssen, da sich vor allem im 3D-Part Technologie von Drittfirmen verbirgt. Es lässt sich noch nicht genau abschätzen, wie stark die Beschneidung der Informationen die Treiberentwicklung hemmen kann.

Für Linux-Workstations, die auf ATis FireGL-Karten setzen, pflegt AMD außerdem den proprietären GPU-Treiber weiter, da hier mit einem freien Treiber sonst die (unter anderem für professionelle Grafikbearbeitung wichtigen) zusätzlichen, exklusiven Features der teuren FireGL-Produkte ohne weiteres bei normalen Karten aktiviert werden könnten.

Interessant ist noch die Aussage von Egbert Eich, einem der Novell-Entwickler: AMD soll auch die Veröffentlichung von Spezifikationen älterer Grafikprodukte planen – aber auch diese Unterlagen müssen vor ihrer Herausgabe geprüft werden. Währenddessen wird an „RadeonHD“ eifrig gebastelt: Bugfixing, neue Funktionen, Unterstützung weiterer Modelle – vielleicht schafft der 2D-Code sogar den Sprung in die nächste Version des X-Servers, die im Februar 2008 erscheinen soll.

Da man für 2008 mit fortgeschrittenen (3D-)Implementierungen rechnen kann, stellt sich in Zukunft die Frage, welche Bedeutung die freien Treiber für das Projekt „Fusion“ haben werden. Fusion heißt bei AMD das Projekt, das Prozessor und Grafikkarte vereinen soll.

Wir danken MacroWelle
für das Einsenden dieser Newsmeldung.