3/8 Crysis im Test : Die neue Referenz kommt aus Deutschland

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Kämpferisches

Inhaltlich erwies sich Crysis soweit als vorzeigbar. Eine durchschnittliche Geschichte wird von einem guten Missionsdesign weitgehend aufgewertet. Höchste Zeit, auf einige spielerische Aspekte des Titels einzugehen.

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KI

Die Künstliche Intelligenz der Crysis NPCs (Non-Player Characters) kann sich sehen lassen. Vor allem die Gegner des Nano-Suit-Trägers sind in der Regel alles andere als dümmlich. Statt sich nach und nach auf ein Gefecht mit ihrem Widersacher einzulassen, rotten sich insbesondere die koreanischen KVA-Truppen gerne zusammen und kreisen einen sogar ein – eine besonders fiese Taktik im unübersichtlichen Dschungel.

Ein wenig getrübt wird dieser gute Eindruck von zeitweise anzutreffenden Totalausfällen der KI: So neigen manche KVA-NPCs dazu, den Dschungel am hellichten Tag mit Leuchtraketen zu erhellen. Nun könnte man argumentieren, dass dieses Vorgehen anderen Truppenteilen in der Umgebung als Warnung dienen könnte. Nach dem Abschuss besagter Leuchtgeschosse begnügen sich einige Koreaner aber damit, weiterhin auf das Blätterdach des Dschungels zu starren, anstatt sich wieder dem Kampf zu widmen. Auch das Feuerverhalten der Hubschrauber ist – neutral ausgedrückt – ungewöhnlich. Statt gezielt auf Gegner zu feuern, lieben es die NPC-Piloten, dauerfeuernd über dem Dschungel zu kreisen, auch wenn der Spieler an einer ganz anderen Position steht – ob sich da wohl andere US-Einheiten befinden?

Crysis – Überwiegend Starke KI in Aktion
Crysis – Überwiegend Starke KI in Aktion

Das Schussverhalten der gegnerischen NPC ist auch insgesamt wohl das größte Ärgernis an Crysis: Die KVA-Einheiten haben offenbar einen Röntgenblick. Es spielt meistens keine Rolle, wo der Spieler Deckung sucht, er kann gewiss sein, dass die Koreaner ihn, solange er sich in Reichweite befindet, gezielt unter Beschuss halten werden.

Einzige Rettung vor den Wall- beziehungsweise Gebüsch-hackenden Computergegnern bietet tatsächlicher Schutz in festen Strukturen oder aber – ganz schlicht – wegrennen oder zurückschießen. Besonders ärgerlich ist dieser Umstand bei Hubschraubern, für die man keine Rakete mehr übrig hat. Vor diesen kann sich der Nano-Suit-Träger noch so tief im Buschwerk verstecken; der Monitor wird weiterhin rot aufleuchten und die wahlweise weibliche oder männliche Stimme des Anzuges wird eindringlich darauf hinweisen, dass der Energiestand niedrig ist. Auch die vielerorts vorhandenen Blechhütten bieten nur unzureichenden Schutz, da der clevere NPC-Hubschrauberpilot häufig gerne gezielt durch das Dach schießt, sodass man eigentlich immer darauf achten muss, genügend Raketen mit sich zu führen.

Hubschrauber-Attacken wiegen ohne Raketenwerfer schwer
Hubschrauber-Attacken wiegen ohne Raketenwerfer schwer

Verschärft wird das „Röntgenblick-Problem“ durch die schier unglaubliche Standfähigkeit der Gegner: Selbst mit gezielten Schüssen aus einem schweren Maschinengewehr braucht es für die Standard-KVA-Schergen meistens ein ganzes Magazin; noch schwieriger wird es, besseren Gegnern wie anderen Anzugträgern oder den eisigen Aliens den Gar aus zu machen. Überdies trägt das „Bleischluckvermögen“ der Gegner zu einer Verschärfung der bereits erwähnten, chronischen Munitionsknappheit bei.

Waffen & Fahrzeuge

An Waffen bietet Crysis was das Herz begehrt. Von diversen Maschinengewehren über Schrotflinten bis hin zu Raketenwerfern, stationären MGs und Alien-Waffen kommt keine Waffengattung zu kurz. Abgerundet wird das Equipment des Nano-Suit-Trägers von diversen Granaten (Splitter-, Blend-, Rauchgranaten), einem Fernglas, das auch zum Markieren von Zielen verwendet werden kann, und diversen Upgrades wie Schalldämpfern, Taschenlampen oder Zielfernrohren (näheres zur Verwendung der Waffen-Optionen unter „Steuerung“).

Auch der Crysis-Fuhrpark lässt keine Wünsche offen. So kann man nicht zuletzt aufgrund der größe der Insel immer wieder auf diverse Jeeps, Panzer und sogar Senkrechtstarter zurückgreifen (siehe Bilderreihe oben).

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