5/8 Crysis im Test : Die neue Referenz kommt aus Deutschland

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Technisches

Bisher durchlebten wir in diesem Test ein Wechselbad der Gefühle: Einem durchschnittlichen Plot und grundsoliden Multiplayer stehen ein gutes Missionsdesign, eine weitgehend gute – leider zu gut sehende – KI, ein ansprechendes Waffenarsenal und ein angemessener Fuhrpark sowie ein gutes Nano-Suit-Feature gegenüber. Nun wird es Zeit, sich der technischen Umsetzung von Crysis zuzuwenden.

Crysis – Empfohlene Grafik-Einstellungen
Crysis – Empfohlene Grafik-Einstellungen


Testsystem für Crysis

  • Windows Vista Ultimate (32 Bit)
  • Intel Core 2 Duo E6700 @ 2,66 GHz
  • Gigabyte GA-965P-DQ6
  • GeForce 7900 GTX (512 MB)
  • 2 x 1024 MB Crucial Ballistix (DDR2-RAM, PC2-8000)

Herstellerempfehlung Crysis

  • Betriebssystem: Windows XP oder Vista (32 Bit)
  • Prozessor: 2,8 GHz (XP), 3,2 GHz (Vista) oder höher
  • Speicher: 1 GB (XP), 1,5 GB (Vista)
  • Festplatte: 12 GB Festplattenspeicher
  • Grafikkarte: DirectX 9.0c kompatibel, 256 MB
  • Soundkarte: DirectX 9.0c kompatibel
  • DVD-ROM: 8-faches DVD-ROM-Laufwerk
  • Breitband-Anbindung für Multiplayer

Im folgenden Unterpunkt „Grafik“ soll nun geklärt werden, wie Crysis visuell wirkt und vor allem, wie das Testsystem mit dem Titel zurecht kam.

Grafik im Test

Der Hardware-Hunger von Crysis wird wohl auch die kommenden Monate kaum zu bändigen sein. Auf dem – zugegeben nicht mehr ganz state of the art – Testsystem war es schlicht nicht möglich, Crysis mit Anti-Aliasing und hohen Details zu spielen. In einer Auflösung von 1024*786 samt 2xAA ging die Rate der Bilder pro Sekunde (Frames per second / FPS) selbst in weniger aufwändigen Gefechten radikal unter die Grenze von 20 FPS und machte das Spielen quasi unmöglich. In besonders kniffligen Situationen krepierte die Darstellung gar bei Werten von unter 10 Bildern pro Sekunde und bot ein gelungenes Daumenkino dar. Gekrönt wurde die Vorstellung mit Systemabstürzen (Sound- / Bild-Freezes), die auf die schlichte Überforderung der Technik zurückzuführen waren.

Auch ohne AA und bei Details „Mittel“ lief Crysis manchmal an der Grenze der Spielbarkeit
Auch ohne AA und bei Details „Mittel“ lief Crysis manchmal an der Grenze der Spielbarkeit

Nicht ohne Grund also gab das Spiel für unser System die Empfehlung aus, Crysis auf mittlerer Detailstufe und mit deaktiviertem Anti-Aliasing zu spielen (siehe Bild unter „Technisches“). Die Abstürze im Hinterkopf beugte sich das anspruchsvolle Tester-Herz dann auch der Empfehlung. Doch selbst hier waren in einer Auflösung von 1280*1024 nur FPS-Raten im Bereich der 30 möglich, die sich in aufwändigeren Situationen (weiter Blick, viele Feuerquellen, Explosionen etc.) bedenklich gegen die 20 FPS bewegten. Damit gestaltete sich Crysis im Test zwar als spielbar – die volle Grafikpracht ließ sich jedoch nicht genießen.

Nun könnte man argumentieren, dass ja nicht jeder das Maximum aus dem Spiel herausholen muss. Die brutale Anforderung an den heimischen Spiele-Rechner ist aber schon etwas mehr als nur ein kleiner Wermutstropfen: Crysis könnte die eigene Durchschnittlichkeit in Sachen Story – ja, selbst für einen Alien-Shooter ist so etwas heute wichtig! – primär über die grandiose visuelle Umsetzung wieder hereinholen. Gerade hierfür wurde der Titel schließlich vorab auch besonders, fast schon überschwänglich gelobt. Schade nur, dass dieses herausragende Feature ganz offensichtlich nur Spielern mit absoluten Highend-Systemen zu Gute kommt.

Dennoch täte man Crysis natürlich unrecht, wenn man an dieser Stelle nicht auf die auch in besagter Konfiguration ansehnliche Grafik verweisen würde. Wie schon 2004 in FarCry kommt auch bei Crysis echtes Dschungel-Feeling auf – mit allem was dazu gehört. Sonne bricht realistisch durch das Blattwerk, Bäume und Gräser wiegen sich im Wind, das Wasser schimmert natürlich vor den Augen des Nano-Suit-Trägers und auch die Explosionen können sich locker mit Genre-Mitbewerbern messen. Abgerundet wird die visuelle Umsetzung von den in die Spielhandlungen integrierten Cutscenes, die mit viel Detail und Realistik geschaffen wurden und die generelle Spiel-Atmosphäre bedeutend aufwerten.

Auch wenn es nicht unbedingt zum Punkt Grafik gehört, sei auch erwähnt, dass man in Crysis nahezu alles zerstören oder bewegen kann, was einem über den Weg läuft. Egal ob TFT-Monitor, Kiste oder Flasche – alles lässt sich aufheben und wieder wegwerfen und auch Bäume fallen dank einer guten Physik-Engine nach leichtem Beschuss realistisch Mutter Erde entgegen.

Trotz dieser durchaus positiven Aspekte soll an dieser Stelle noch mal explizit formuliert werden, dass die vielerorts herbeigepredigte Grafik-Allmacht von Crysis sich auf nur noch halbwegs aktuellen Rechnern leider nicht zu hundert Prozent entfaltet hat.

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