3/4 Razer Diamondback 3G und Lachesis im Test : Perfekte Ergnonomie-Krüppel

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Razer Lachesis

  • Razer Lachesis
  • Ungefähre Größe: 129 mm (Länge) x 71 mm (Breite) x 40 mm (Höhe)
  • Abtastung: 4000-DPI-Razer-Precision-3G-Laser-Sensor
  • Variable Abtasteinstellung von 125 bis 4000 DPI in 125-DPI-Schritten
  • On-The-Fly-Sensibilitätseinstellung
  • 32 KB Razer-Synapse-Onboard-Speicher
  • Ergonomie: Beidhändig
  • Tastenanzahl: 6 + 2 DPI-Umschalter + Mausrad als mittlere Taste
  • Drei reibungsarme Teflonfüße
  • Kabellänge: 210 cm
  • Gewicht: 128 g
  • Scrollrad: 2-Wege
  • Herstellerhomepage: Razer
  • Vertrieb: Caseking
  • Lieferumfang: Maus, Kurzdokumentation, Sticker, Echtheitszertifikat, Treiber-CD
  • Preis: ab 59 Euro (online)

Mit der Lachesis schlägt Razer neue Ergonomiewege ein. Ein beidhändig verwendbares Design beibehaltend, streckt man die Handauflage noch weiter, wird im Bauchbereich deutlich voluminöser und höher als beispielsweise die Diamondback, fällt aber im Frontbereich wieder muldenartig ab und legt der Führungshand somit eine flache, sogar nach vorne leicht abfallende Anstellung nahe. Dabei setzt Razer auf eine ausgeprägte Taille und eine äußerst üppige Oberweite – die Lachesis ist im Bereich der beiden Haupttasten breit genug, um diese mit je zwei Fingern bedienen zu können. Ob ihrer Abmessungen und ihrer unorthodoxen Formgebung eignet sich der Nager daher eher für größere Hände mit ergonomischer Experimentierfreudig- und Anpassbarkeit.

Qualitativ macht auch die etwas schwerere, robuste Lachesis eine gute Figur. Ihre aus einem Stück gefertigte Oberschale besteht aus dem gleichen mattschwarzen, gummierten Kunststoff, der schon ihre Vorgänger zum erfolgreichen Handschmeichler gemacht hat. Die Unterschale präsentiert sich im Kontrast wiederum aalglatt und schmierig und weist an der Mittelposition beidseitig eine eckige Einkerbung auf, in der sich vornehmlich Daumen respektive der kleine Finger ausruhen dürfen. Der Übergang zwischen Ober- und Unterteil der Maus erscheint, da eine umlaufende Gummierung wie etwa bei der Diamondback 3G oder der Copperhead fehlt, recht spitz und kantig. Auch die Lachesis verfügt über das großformatige Razer-Logo auf der Rückenwölbung, das sich auf Wunsch einer pulsierenden LED-Hintergrundbeleuchtung erfreut.

Noch mehr Papier: Lieferumfang Lachesis
Noch mehr Papier: Lieferumfang Lachesis
Mehr Bauch und Volumen bei der Lachesis
Mehr Bauch und Volumen bei der Lachesis
Über zwei Meter Kabellänge
Über zwei Meter Kabellänge

Die Lachesis verfügt über insgesamt acht belegbare Tasten plus Mausrad. Die beiden Haupttasten weisen dabei einen kraftvollen Druckpunkt mit etwas hohl-dumpfen Bediengeräusch und gute Fingerführbarkeit aufgrund ihrer ausgeprägten Konkavmuldung auf. Beim Mausrad setzt Razer leider auf ein anderes Modell als bei der Diamondback 3G. Das verwendete, ebenfalls beleuchtete Kunststoffrad mit geriffelter Oberflächenstruktur präsentiert sich als recht träges und schwergängiges Scrollutensil mit ratterndem Bewegungsgeräusch. Der Druckpunkt als dritte Taste ist dagegen ordentlich gewählt. Als Seitentasten stellt die Lachesis rechts wie links zwei großflächige, matt-raue Bedienelemente zur Verfügung, die reliefartig etwas aus der Unterschale herausstehen, sich somit gut erfühlen lassen und von denen zumindest das Daumenseitenpaar ideal erreichbar ist. Ihr Druckwiderstand wurde, von einem helldumpfen Klickton unterlegt, recht hoch gewählt, sodass einem ungewollten Auslösen sicher vorgebeugt wird. Im Bereich hinter dem Mausrad platziert Razer zwei weitere Funktionstasten, die serienmäßig für die DPI-Umschaltung konfiguriert sind. Einige Anwender berichten, dass zumindest die obere der beiden Tasten bei ihrer Lachesis etwas locker sitzt – in unserem Fall stimmt die Festigkeit und Druckeigenschaft der beiden Buttons allerdings.

An der Mausunterseite findet sich ein weiterer kleiner Knopf, mit dem sich die intern gespeicherten Belegungsprofile durchschalten lassen. Denn genau wie die Copperhead oder die Death Adder verfügt auch die Lachesis über einen mauseigenen 32-KByte-Speicher, genannt Razer Synapse, auf dem sich bis zu fünf Konfigurationsmuster PC-unabhängig ablegen lassen können.

Razer mit gänzlich neuer Ergonomie
Razer mit gänzlich neuer Ergonomie
Große Seitentasten mit guter Erreichbarkeit
Große Seitentasten mit guter Erreichbarkeit
Sehr breite Haupttasten mit tiefer Muldung
Sehr breite Haupttasten mit tiefer Muldung

Mit dem verbauten Sensor toppt Razer alle Mauskontrahenten des Marktes und setzt die Spitzenmarke in Sachen Abtastrate auf 4000 DPI. Anders als bei der Diamondback oder bei der Death Adder setzen die Schlangenbendiger dabei wieder auf die Lasertechnologie. Hochsensiblen Anwendern wird damit ein pfeilschnelles Werkzeug in die Hand gegeben, das seinesgleichen sucht. Dabei arbeitet die Abtastung allerdings bei sehr hohen Geschwindigkeiten sowohl auf unseren Evergleide Titan Stoffmauspad als auch auf dem nackten Tischholz nicht mehr fehlerfrei: Anders als beispielsweise bei der Diamondback 3G mit ihrem Infrarotsensor treten bei der Lachesis Unstetigkeiten in der Übertragung auf. Mit anderen Worten, der Mauszeiger springt. Dieses Phänomen tritt allerdings erst bei Geschwindigkeiten auf, die im normalen Alltags- und Spielebetrieb kaum realistisch sind.

Positiv fällt der im Vergleich zu anderen Mäusen etwas geringere Lift-off-Abstand auf. Das bedeutet, dass der Sensor seine Datenaufnahme unterbricht, sobald man die Maus nur wenig anhebt. Dies ist im Besonderen für so genannte Low-Sense-Spieler, die mit sehr langsamen Mauseinstellungen arbeiten, entscheidend, da sie ihren Nager zur Bewegung permanent umsetzen müssen.

Hinsichtlich ihrer Agilität steht die schwerere und größere Lachesis der flinken Diamondback 3G kaum nach. Besonders in Sachen Gleitfähigkeit spielen die Razerentwicklungen bisweilen noch in einer anderen Liga und hängen Dank ihrer Teflonbefußung die Konkurrenz von Logitech und Co. spürbar ab. Ob auf Stoff, Hartplastik, Glas oder Holz – die Lachesis schießt reibungsarm und leise über die Untergründe.

Das Scrollrad ist verbesserungswürdig
Das Scrollrad ist verbesserungswürdig
Teflon-Fußtrio, 4000-DPI-Sensor und Profilbutton
Teflon-Fußtrio, 4000-DPI-Sensor und Profilbutton
Gewöhnungsbedürftige Handauflage, eher für große Hände geeignet
Gewöhnungsbedürftige Handauflage, eher für große Hände geeignet

Wie bei Razer üblich, kann man neben dem Treiber auch Firmware-Updates für die Maus installieren. Beide lagen für die Lachesis zum Testzeitpunkt aber in der Version 1.00 vor, sodass zum Urzustand des Nagers keine Veränderungen vorgenommen wurden. Der Treiber der Lachesis ist gepackt 7,5 MByte groß und verschlingt 15 MByte Festplattenspeicherplatz. Dabei kommt die Oberfläche der Software in der gewohnt verspielten Grün-Schwarz-Aufmachung mit überarbeitbarer Übersichtlichkeit daher.

Viele Einstellmöglichkeiten zum Feintuning
Viele Einstellmöglichkeiten zum Feintuning
Fünf Profile lassen sich auf dem internen Speicher ablegen
Fünf Profile lassen sich auf dem internen Speicher ablegen

Dafür stehen dem Anwender mehr Einstellmöglichkeiten zur Verfügung, als sie der Treiber der Diamondback 3G bietet. Zunächst lässt aber auch die Lachesis-Software das Feintuning der Sensibilitätseinstellungen in X- und Y-Richtung zu. Ferner lassen sich alle Tasten inklusive der DPI-Schalter mit beliebigen Funktionen oder Makros belegen. Darüber hinaus bietet natürlich auch die Lachesis die On-The-Fly-Sinsivity-Funktion.

Die LED-Beleuchtung für Mausrad und Razer-Rückenlogo kann getrennt voneinander deaktiviert werden. Weiterhin lassen sich, und das ist eine Neuerung der Lachesis, im Spektrum von 125 bis 4000 DPI fünf DPI-Positionen in 125er-Schritten frei festlegen, die mit Hilfe der als DPI-Umschalter definierten Tasten durchgeschaltet werden können. Damit wird eine sehr feine, auf die eigenen Ansprüche abgestimmte Feineinstellung der Abtastrate ermöglicht. Leider wird die aktuelle Einstellung aber nicht am Bildschirm eingeblendet.

Den letzten wichtigen Punkt im Treiber stellt die bereits genannte Profilbelegung dar. Die Lachesis kann fünf unabhängige Einstellungsprofile auf dem internen Speicher abgelegen, die an jedem beliebigen PC abgerufen werden können.

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