2/3 Steelseries Ikari im Test : Pfiffige Spielermaus aus Dänemark

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Ikari Lasermaus

Beim Lieferumfang setzt die Ikari Laser keine sonderlichen Akzente. Neben der Maus beherbergt die ansprechend gestaltete Verpackung lediglich die Software-CD, eine leider nur englischsprachige Anleitung sowie einen Steelseries-Sticker.

Spartanischer Lieferumfang
Spartanischer Lieferumfang

Technischen Eckpunkte

  • Steelseries Ikari Lasermaus
  • Herstellerhomepage: Steelseries
  • Maße (L x B x H): 130 mm x 83 mm x 36 mm
  • Abtastung: Laser, 1 – 3200 Counts per Inch (CPI, analog zu DPI)
  • Ergonomie: Rechtshänder
  • Tastenanzahl: 4 + Mausrad als mittlere Taste + 1 als DPI-Umschalter
  • LC-Display zeigt aktuell gewähltes Profil an
  • Lift-Distanz: 1,8 mm
  • Kabellänge: 200 cm
  • Gewicht: 122 g (gemessen)
  • Scrollrad: 2-Wege
  • Vertrieb: Siehe Geizhals
  • Preis: ca. 49,90 Euro

Der flache, aber enorm breite Mauskörper weist eine unorthodoxe Rechtshänderergonomie auf. Während man mittig mit schmalem Schwung die beiden Haupttasten für Zeige- und Mittelfinger führt, bekommen sowohl der Daumen auf der linken Seite, als auch der Ring- und der kleine Finger auf der rechten Flanke eine breite Auslagerung zum gemütlichen Verweilen spendiert. Vor allem aufgrund der üppigen Gesamtbreite greift sich die Ikari Laser zwar sehr ungewohnt, liegt ab dem ersten Moment aber angenehm in der Hand. Charakteristisch für die Form sind die ausgeprägten Rundungen. Für Anwender mit geringer Sensibilitätseinstellung, die ihre Maus gerne aufnehmen und versetzen, bieten sich leider nur wenig Griff- oder Haltemöglichkeiten.

Die qualitative Anmutung der Maus hat leider zwei Seiten der Medaille. Bei der Oberflächenbeschaffenheit haben sich die Steelseries-Entwickler sehr viel Mühe gegeben und, vergleichbar mit den Razer-Pendants, die grau-schwarze Oberschale mit einer schmeichelnd-gummierten Schicht überzogen. Sie avanciert bei zwanghaft nassen Händen zwar zur Rutschpartie, bei normaler Benutzung beugt die weiche, streichelnde Beschaffenheit allerdings effektiv dem Schweißfluss vor und führt zu einem guten Bediengefühl.

Sehr flacher Mauskörper
Sehr flacher Mauskörper
Ergonomische Ablagen für den Daumen sowie für Ring- und den kleinen Finger
Ergonomische Ablagen für den Daumen sowie für Ring- und den kleinen Finger
Leicht abschüssige, breite Form
Leicht abschüssige, breite Form
Griffiges 2-Wege-Mausrad, wirkt aber etwas langweilig
Griffiges 2-Wege-Mausrad, wirkt aber etwas langweilig

Ein vernichtendes Urteil muss allerdings den Sound-Designern der in China produzierten Ikari ausgesprochen werden, sofern es diese überhaupt gegeben hat. Denn jeder Tastendruck mit den Haupttasten wird von einem matschig-dumpfen, Minderwertigkeit suggerierenden Klickgeräusch, das jede Bedienung zur akustischen Qual werden lässt, untermalt. Solch ein plumper, lauter Geräusch-Fauxpas darf bei einem Nager in diesem Preissegment einfach nicht auftreten. Abgesehen davon lassen sich die beiden Haupttasten zumindest gleichmäßig leichtgängig und klapperfrei bedienen. Auch der Einsatz der für mittelgroße Hände sehr gut platzierten Seitentasten lässt keine ungehemmte Freude aufkommen. Hier überwiegt ein schwammiges Gefühl einen klar definierter Druckpunkt – vom hohlen Klickton ganz zu schweigen. Beim Mausrad setzen die Dänen auf ein kleines, weißes Gummiexemplar, das lediglich zum gerasterten Scrollen und als mittlere Maustaste verwendet werden kann. Beim Drehen rattert es auch hier wieder kräftig im Gebälk, lediglich der Druckwiderstand der Buttonfunktion ist gelungen. Hinter dem Mausrad findet sich die CPI-Taste, die sich nicht umprogrammieren lässt. Sie dient zum Umschalten zweier nach persönlichen Vorlieben zu konfigurierenden Sensibilitätseinstellungen. Die getroffene Wahl, als „High“ oder „Low“ beschriftet, wird an der linken Mausseite per hellweißer LED-Beleuchtung kenntlich gemacht.

Als einzigartige Funktion bietet die Ikari Laser an der Unterseite der Maus ein Zehn-Zeichen-Display. Dieses zeigt im Normalfall das aktuell gewählte Belegungsprofil der Maus an, das per Steelseries-Software angelegt werden kann. Ferner lassen sich die Counts-per-Inch-Einstellungen für „High“ und „Low“ aber auch direkt an der Maus festlegen. Dazu wird der CPI-Button etwas länger gedrückt gehalten. Das Display zeigt nun den verwendeten CPI-Wert an, der per Scrollrad-Dreh in Einerschritten verändert und abgespeichert werden kann. Diese Funktion der Abtastratenfeinjustierung direkt an der Maus funktioniert ohne installierte Software.

Großes Hecklogo prägt die hautschmeichelnde Oberfläche der Maus
Großes Hecklogo prägt die hautschmeichelnde Oberfläche der Maus
3200-CPI-Laser und große Füße mit verbesserungsfähigen Gleiteigenschaften
3200-CPI-Laser und große Füße mit verbesserungsfähigen Gleiteigenschaften
Im Betrieb schnell umschaltbar – extrem helle LED-Anzeige des aktuellen Settings
Im Betrieb schnell umschaltbar – extrem helle LED-Anzeige des aktuellen Settings
Exklsuiv: LC-Display zeigt aktuelles Profil und veränderbare CPI-Einstellung an
Exklsuiv: LC-Display zeigt aktuelles Profil und veränderbare CPI-Einstellung an

Trotz ihres Volumens wirkt die etwa 120 Gramm auf die Waage bringende Maus recht leicht. Wirklich flink lässt sie sich dennoch nicht über das Mauspad schubsen. An der Unterseite der Ikari befinden sich großflächige Gleitfüße, die bei weitem nicht so reibungsarm agieren wie die Teflonpendants von Razer oder jene von Logitech. Es empfiehlt sich daher, die Ikari Laser eher auf schnellen Untergründen wie rauen Hartplastikpads zu verwenden. Auf Stoffpads weist sie zwar eine sehr gute Steuerbarkeit auf, lässt sich allerdings etwas behäbig und kratzig über die Oberfläche manövrieren. Auf Glas hat die Ikari laut Hersteller Abtastungsprobleme. Auf allen anderen gängigen Oberflächen arbeitet der 3200-CPI-Lasersensor der Maus allerdings tadellos und digitalisiert die Handbewegungen zuverlässig. Auch bei sehr hohen Bewegungsgeschwindigkeiten stellen sich keine Zeigersprünge oder Unstetigkeiten ein.

Einen Treiber benötigt die Ikari Lasermaus nicht, denn sie funktioniert per Plug and Play. Um allerdings die erweiterten Funktionen des Steelseries-Produktes nutzen zu können, bedarf es der entsprechenden Maussoftware. Der Download der gepackten Datei ist knapp sechs Megabyte schwer, wobei die Installation letztendlich nur schmale 1,4 MByte Festplattenspeicher beansprucht.

Tastenbelegung und optionale Makroeingabe
Tastenbelegung und optionale Makroeingabe
CPI-Belegung der beiden Speicherplätze in Einerschritten
CPI-Belegung der beiden Speicherplätze in Einerschritten
FreeMove-Funktion zum Ausgleich verwacelter Linienführung
FreeMove-Funktion zum Ausgleich verwacelter Linienführung
Kein Treiber – die Steelseries-Software kann optional genutzt werden
Kein Treiber – die Steelseries-Software kann optional genutzt werden

Das Programm bietet daraufhin mehrere Einstellungsmöglichkeiten. Obligatorisch können die vier Tasten und das Mausrad beliebig belegt und auf Wunsch mit nützlichen Makros versehen werden. Außerdem ist die Sensibilitätseinstellung, die wie beschrieben auch per Maus justiert werden kann, natürlich auch im Programm einstellbar. Darüber hinaus bietet die Steelseries Maus einen so genannten FreeMove-Modus an. Hier kann schrittweise eine Softwarekorrektur der Mausbewegung aktiviert werden, woraufhin ungerade Linienführungen ausgebügelt wird. Die meisten Anwender werden von dieser sehr moderat eingreifenden Funktion allerdings nur wenig Gebrauch machen. Alle Einstellungen können als Profildateien natürlich auf der Festplatte abgespeichert werden. Das aktuelle Profil wird dabei im Maus-LCD angezeigt.

Erweiterte Eigenschaften wie etwa differenzierte Sensibilitäten in X- und Y-Richtung sind nicht konfigurierbar. Dafür bietet Steelseries auf seiner Homepage Profildateien von professionellen Spielern, welche die Ikari Laser verwenden, als Service zum Download an.

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