2/28 GeForce GTX 9800 GTX im Test : Nvidia vergisst bei neuer Serie die Neuerungen

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Technische Daten

Radeon
HD 3870 X2
GeForce
8800 GTX
GeForce
8800 GTS 512
GeForce
9800 GTX
Logo ATi Radeon Graphics GeForce 8800 GTX GeForce 8800 GTS GeForce 9800 GTXt
Chip R680 (2x RV670) G80 G92 G92
Transistoren ca. 2x 666 Mio. ca. 681 Mio. ca. 754 Mio. ca. 754 Mio.
Fertigung 55 nm 90 nm 65 nm 65 nm
Chiptakt 825MHz 575 MHz 650 MHz 675 MHz
Shadertakt 825MHz 1350 MHz 1625 MHz 1675 MHz
Shader-Einheiten
(MADD)
2x 64 (5D) 128 (1D) 128 (1D) 128 (1D)
FLOPs (MADD/ADD) 2x 528 GFLOPs 518 GFLOPs* 624 GFLOP/s* 643 GFLOPs*
ROPs 2x 16 24 16 16
Pixelfüllrate 2x 13200 MPix/s 13800 MPix/s 10400 Mpix/s 10800 MPix/s
TMUs 2x 16 64 64 64
TAUs 2x 32 32 64 64
Texelfüllrate 2x 13200 MTex/s 36800 MTex/s 41600 MTex/s 43200 MTex/s
Shader-Model SM 4.1 SM 4 SM 4 SM 4
Hybrid-CF/-SLI X X X
effektive Windows
Stromsparfunktion
X X X
Speichermenge 2x 512 GDDR3 768 GDDR3 512 GDDR3 512 GDDR3
Speichertakt 900 MHz 900 MHz 970 MHz 1100 MHz
Speicherinterface 2x 256 Bit 384 Bit 256 Bit 256 Bit
Speicherbandbreite 2x 57600 MB/s 86400 MB/s 62080 MB/s 70400 MB/s

Die GeForce 9800 GTX setzt wie die GeForce 8800 GTS 512 auf die G92-GPU, die von TSMC im 65-nm-Prozess gefertigt wird und 754 Millionen Transistoren beherbergt. Da schon auf der GeForce 8800 GTS 512 die volle Ausbaustufe des G92 zum Einsatz gekommen ist, gibt es bei der GeForce 9800 GTX keine größeren Überraschungen mehr. Der G92 verfügt auf der GeForce 9800 GTX über 128 Shadereinheiten, die pro Takt ein MADD (Multiply-ADD) sowie ein MUL (Multiplikation) berechnen können. Letzteres ist aber nur selten für „General Shading“-Aufgaben zu gebrauchen, da das MUL meistens mit Special-Function-Unit-Berechnungen (wie beispielsweise eine Kosinus-Operation) beschäftigt ist.

Darüber hinaus sind auf dem G92 64 Textureinheiten aktiv, wobei pro Takt ein Texel gefiltert und adressiert werden kann. Die ältere GeForce 8800 GTX hatte dagegen nur halb so viele Addressierungseinheiten, weswegen die Leistung theoretisch bei einem zweifachen bilinear-anisotropen Filter nicht eingebrochen ist. Der G92 setzt auf vier ROP-Partitionen, die mit je vier ROPs ausgestattet sind. Insgesamt gibt es auf der GeForce 9800 GTX also 16 ROPs, die in aktuellen Spielen wohl nur selten ein limitierender Faktor sind. Da bei der G8x-Architektur, der mit dem G9x-Refresh größtenteils identisch ist, jede ROP-Partition an einen eigenen 64-Bit-Speichercontroller angeschlossen ist, kann die GPU auf der GeForce 9800 GTX auf ein 256 Bit breites Speicherinterface zurückgreifen.

Die TMU-Domäne der Direct3D-10-Grafikkarte taktet mit 675 MHz und somit gerade einmal 25 MHz höher als bei einer GeForce 8800 GTS 512. Ähnliches sieht man bei der Shaderdomäne, die mit einer Frequenz von 1675 MHz ebenfalls nur gering vor dem Pendant auf der GeForce 8800 GTS 512 liegt, das mit 1625 MHz seine Arbeit verrichtet. Damit scheint klar, dass von der GeForce 9800 GTX nur ein kleiner Performancesprung in Sachen GPU zu erwarten ist. Großzügiger war Nvidia dagegen beim 512 MB großen Speicher: Dieser agiert mit 1100 MHz und ist gute 130 MHz schneller als der VRAM der GeForce 8800 GTS 512.

Neben der GeForce 9800 GX2 ist die GeForce 9800 GTX die zweite Grafikkarte, die Hybrid-SLI, genauer gesagt Hybrid Power, unterstützt. Damit ist es mit einem passenden Mainboard (derzeit funktioniert Hybrid SLI nur mit einem nForce-780a- oder einem GeForce-8200-Mainboard, die beide noch nicht lieferbar sind) möglich, die Grafikkarte im 2D-Betrieb komplett abzuschalten und die integrierte Grafikeinheit des Mainboards den Windows-Desktop rendern zu lassen. Dadurch kann man nicht nur Strom sparen, zudem entfällt der komplette Geräuschpegel der Grafikkarte, da selbst der Lüfter abgeschaltet wird. Dies ist zwar die bestmögliche Lösung, wenn man ein passendes Mainboard sein Eigen nennt, eine ordentliche Stromsparfunktion unter Windows ohne ein geeignetes Mainboard – wie ATis PowerPlay – hat die GeForce 9800 GTX aber weiterhin nicht zu bieten.

Die PureVideo-HD-Technologie ist bei der GeForce 9800 GTX auf dem Stand der GeForce 9600 GT und bietet somit eine bessere Videoqualität als auf den GeForce-8800-Karten (wobei zumindest die GeForce-8800-Produkte basierend auf der G92-GPU mit einem in Kürze erscheinenden Treiber „nachgerüstet“ werden sollen). Die maximale Leistungsaufnahme der Grafikkarte liegt bei 160 Watt. Deswegen reicht ein einzelner 6-Pin-Stromanschluss nicht mehr aus. Nvidia setzt wie bei der GeForce 8800 GTX auf zwei Sechs-Pin-Anschlüsse. Die GeForce 9800 GTX unterstützt 3-Way-SLI. Dementsprechend kann man nicht nur zwei, sondern drei Grafikkarten im SLI-Modus zusammen rendern lassen.

G92-GPU
G92-GPU

*Die von uns angegebenen GFLOP-Zahlen der G80-Grafikkarten entsprechen dem theoretisch maximalen Output, wenn alle ALUs auf die gesamte Kapazität der MADD- und MUL-Einheiten zurückgreifen können. Dies ist auf einem G80 allerdings praktisch nie der Fall. Während das MADD komplett für „General Shading“ genutzt werden kann, hat das zweite MUL meistens andere Aufgaben und kümmert sich um die Perspektivenkorrektur oder arbeitet als Attributinterpolator oder Special-Function-Unit (SFU). Mit dem ForceWare 158.19 (sowie dessen Windows-Vista-Ableger) kann das zweite MUL zwar auch für General Shading verwendet werden, anscheinend aber nicht vollständig, da weiterhin die „Sonderfunktionen“ ausgeführt werden müssen. Deswegen liegen die reellen GFLOP-Zahlen unter den theoretisch maximalen.

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