10/10 AMD 780G und Nvidia 780a im Test : Integrierte Grafik im Vergleich

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Ranking

Kommen wir zur Zusammenfassung des IGP-Ranking der beiden Probanden bei Spielen.

Spiele-Ranking
Angaben in Prozent
    • Asus M3N-HT Deluxe (IGP)
      93,0
    • GA-MA78GM-S2H (IGP)
      90,6

Auch wenn der 780a hier leicht in Führung liegt, zeigen die erreichten Frameraten der beiden Kontrahenten bei genauer Betrachtung, dass Spielen in einer Auflösung von 1.024 x 768 Bildpunkten auf beiden Chipsätzen nur mit deutlichen Einschränkungen möglich ist – sofern (wie von uns gewählt) die Details auf maximal gestellt sind. DirectX-10-Spiele wie Company of Heroes oder World in Conflict sind unspielbar langsam.

Fazit

Zwei Chipsätze, zwei Mainboards, zwei Ansätze. Während die IGP auf Nvidias rund 160 Euro teuren High-End-Board überwiegend in Verbindung mit einer High-End-Karte vom Typ GeForce 9800 GTX oder GeForce 9800 GX2 zum Einsatz kommen wird, die der Chipsatz dank seiner eigenen Grafikeinheit unter Windows komplett deaktivieren kann, setzt AMDs 780G auf ein Rundum-Sorglos-Paket für Kunden, die wenig Geld für ein komplettes System ausgeben und dennoch nicht gänzlich auf (aktuelle) PC-Spiele verzichten wollen. Die Beschleunigung von HD-Video-Inhalten bieten beide Chipsätze.

780G vs. 780a
780G vs. 780a

Gesteht man dem 780a SLI auf dem Asus M3N-HT Deluxe noch Treiber- und BIOS-Probleme zu, so hat der Chipsatz, sobald diese behoben sind, durchaus Chancen auf einen echten Verkaufserfolg. Vor allem die innovative Hybrid-Power-Technologie, die per Mausklick das An- und Abschalten einer oder mehrerer diskreter Grafikkarten erlaubt, weist großes Potenzial auf. Kein Wunder also, dass diese Technik vermutlich in allen kommenden Chipsätzen von Nvidia integriert werden soll und den Einzug von IGP-Lösungen im High-End-Segment rechtfertigen wird. Wenn Hybrid Power dann auch mit anderen Grafikkarten außer der 9800 GTX und der 9800 GX2 funktioniert, hätte sich in Sachen Leistungsverbrauch im Ruhebetrieb endlich etwas getan.

Im Moment hapert es beim 780a SLI noch etwas an der Leistung, wir werden jedoch in absehbarer Zeit einen „normalen“ Test mit dem Asus M3N-HT Deluxe durchführen, der genauer darauf eingehen wird.

Der 780G-Chipsatz von AMD verrichtet seine Arbeit solide und ist verdammt günstig. Auch er bietet DirectX-10-Unterstützung, zeigt sich – ob des gewählten Preissegmentes – aber leider nicht ganz so durchdacht und innovativ wie der Konkurrent von Nvidia. Bei der 3D-Leistung liegen beide Probanden bzw. ihre IGPs quasi gleich auf. Für Spieler ist der Einsatz von Hybrid-CrossFire unserer Ansicht nach leider nur als uninteressant zu bezeichnen, zu gering ist der Gewinn durch die zusätzliche diskrete Grafikkarte.

Zusammengefasst: Mit dem nForce 780a SLI bietet Nvidia endlich einen Chipsatz, der in Ruhephasen das Leistungsproblem aktueller High-End-PCs zumindest in Sachen Grafikkarten lösen kann. Zu hoffen ist nur, dass in Zukunft alle Grafikkarten von Nvidia und nicht nur eine Auswahl das Feature unterstützen werden. Dass sich AMD und Nvidia gar über einen gemeinsamen Standard einig werden, darf indes bezweifelt werden.

Mit AMD 780G bekommt der preisbewusste Käufer derweil einen günstigen Chipsatz mit aktueller HD-Video-Beschleunigung, wie sie beispielsweise Intel noch nicht zu bieten hat, und einen der schnellsten IGPs am Markt. Sofern eher ältere als aktuelle Spiele auf dem Spielplan stehen, ist man mit dem 780G auch für die kleine Runde zwischendurch gewappnet.

Beide Probanden sind bereits im Handel erhältlich. Das Asus M3N-HT Deluxe wird zur Zeit ab etwa 166 Euro gehandelt, das Gigabyte GA-MA78GM-S2H ist mit etwa 65 Euro deutlich günstiger verfügbar. Ein Preisunterschied, der auf der Suche nach einem IGP-Chipsatz auf jeden Fall mit in Betracht gezogen werden muss.

Update

Wir müssen eingestehen, dass der Artikel in seiner ursprünglichen Fassung seinen Zweck nicht erfüllt hat. In den Kommentaren wurde dies zurecht häufig kritisiert. Zwar sollte der Test nie einen direkten Vergleich der beiden Chipsätze 780G und 780a SLI darstellen, was sich schon allein aufgrund des Preises verbietet. Genau dieser Eindruck wurde allerdings schon aufgrund des gewählten Titels erweckt. Wir hoffen, dass die leicht überarbeitete Fassung nun klar macht, dass wir einen nur bedingt vergleichenden Blick auf die IGP-Entwicklungen bei AMD und Nvidia werfen und bitten vielmals um Entschuldigung.

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