5/5 Intel SS4200-E im Test : Das erste NAS vom Prozessorhersteller

, 631 Kommentare

Lautstärke

Im Normalbetrieb ist von dem System außer einem sehr leisen Lüftersäuseln nicht viel zu hören. Lediglich kurz nach dem Einschalten dreht das System für ein paar Sekunden alle Lüfter voll auf und erzeugt eine beängstigende Geräuschkulisse. Beim Datenzugriff sind trotz der leichten Entkopplung durch die gummierten Schraubenköpfe die Festplatten geringfügig wahrzunehmen, nehmen jedoch im Falle der im Test verwendeten vier Samsung P120 SP2504C keine störenden Züge an. Dieser Faktor kann jedoch je nach Wahl der Festplatten stark variieren.

Im Gegensatz zu einem USB-Anschluss kann das System aufgrund des Gigabit-LAN-Anschluss auch in weit entfernte Gefilde platziert werden, sei es der Keller, der Dachboden oder sogar – sofern es die Verkabelung zulässt – in ein völlig anderes Gebäude.

Insgesamt betrachtet ist das System sehr leise, wenn auch nicht lautlos.

Leistungsaufnahme

Gemessen wird die Leistungsaufnahme des kompletten Systems:

Leistungsaufnahme
Angaben in Watt (W)
  • Leerlauf:
    • Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID5 – XP 32-bit
      64
  • Last (FTP-Transfer PC zu NAS):
    • Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID5 – XP 32-bit
      75
      Hinweis: Spitze: 80 Watt

Viele mögen die gemessenen Werte für ein Network Attached Storage auf den ersten Blick als deutlich zu hoch einschätzen. Betrachtet man die Sache jedoch etwas differenzierter, wird schnell klar, wo die Ursachen liegen und lassen den Verbrauch in einem etwas anderen Licht erscheinen: Intel gibt für das 250 Watt Netzteil eine Effizienz von mindestens 70 Prozent bei voller Last an. Bei einer Auslastung von lediglich 25 % liegt jener Wert in Normalfall schätzungsweise höchstens bei 70 Prozent – eher noch etwas niedriger. Legt man diese 70 Prozent Wirkungsgrad als Basis für die Berechnung zugrunde, bleiben bei gemessenen 64 Watt Leistungsaufnahme an der Sekundärseite des Netzteils auf der Primärseite noch rund 45 Watt für die Komponenten übrig. Samsung gibt für die SpinPoint P120 SP2504C eine Leistungsaufnahme von 7,5 Watt im Leerlauf-Betrieb an. Bei vier Festplatten multipliziert sich dieser Wert auf immerhin 30 Watt.

Somit bleiben für das restliche System noch gerade einmal 15 Watt übrig, die sich nahezu komplett auf den 1,6 GHz schnellen Low-Voltage Intel Celeron 420 Prozessor samt Intel i945GZ+ICH7R Chipsatz aufteilen dürften. An dieser Stelle darf nicht vergessen werden, dass es sich in der Konfiguration um einen nahezu vollwertigen x86-Computer handelt. Unter Last steigt die Leistungsaufnahme nur relativ geringfügig auf 75 mit Spitzen bis 80 Watt an.

Das System bietet softwareseitig die Möglichkeit, nach einer bestimmten Leerlaufzeit die Festplatten automatisch abzuschalten. In unserem Falle blieb diese Funktion jedoch trotz Entfernen des Netzwerk-Kabels leider ohne Funktion.

Unterm Strich ist die Leistungsaufnahme zwar nicht unbedingt gering – dem SS4200-E-System allein die Schuld zu geben, wäre jedoch falsch. Trotzdem muss sich Intel die Frage gefallen lassen, warum die Wahl nicht auf ein etwas schwächeres, dafür jedoch deutlich effizienteres Netzteil gefallen ist.

Fazit

Abgesehen von ein paar kleinen Schwächen im Bereich der Konfiguration und bezüglich des Stromverbrauches präsentiert Intel mit dem SS4200-E Network Attached Storage System „Helena Island“ einen würdigen Nachfolger der SS4000-E-Lösung („Baxter Creek“). Insbesondere die sauber verarbeitete Hardware und die einfache Montage der Festplatten ohne Werkzeug wissen zu überzeugen. Dank der zusätzlichen vier USB-2.0- und zwei eSATA-Anschlüsse bietet das System auch über die vier möglichen internen Festplatten ein ausreichendes Maß an Erweiterungsmöglichkeiten, sollten die bis zu drei Terabyte Speicherplatz in der Konfiguration mit vier 1-TB-Festplatten und RAID Level 5 an ihre Grenzen stoßen. Besitzer einer Digitalkamera und/oder eines anderen UPnP-fähigen Gerätes können sich über die integrierte Bildübertragung und UPnP-Funktion freuen.

Der Low-Voltage-Celeron-420-Prozessor sorgt auch im RAID-5-Betrieb für eine gute Performance in den üblichen Anwendungsgebieten. Kommt sogar der RAID 10 zum Einsatz, erreicht das System je nach Protokoll in der Konfiguration mit einer einzelnen 250 GB großen S-ATA Festplatte als Quelllaufwerk Übertragungsraten von über 80 Megabyte pro Sekunde und geht somit deutlich schneller zu Werke als die erst vor kurzem getestete TurboStation TS-409 pro aus dem Hause QNAP. Im Gegenzug bietet das QNAP-System einen deutlich umfangreicheren Funktionsumfang.

Ein wenig getrübt wird der ansonsten positive Eindruck durch ein ineffizientes Netzteil, welches im Leerlauf für einen erhöhten Stromverbrauch verantwortlich ist.

Der aktuelle Marktpreis liegt bei rund 370 Euro und ordnet sich im Vergleich zur direkten Konkurrenz im Bereich der NAS Systeme mit vier internen S-ATA-Anschlüssen und RAID-5-Unterstützung im unteren Bereich ein – positiv gesehen.

Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung in Form deaktivierter Werbeblocker oder eines Abonnements von ComputerBase Pro. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.