Grafikkarten-Treiber: ATi Catalyst 8.7 im Test

Wolfgang Andermahr
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Grafikkarten-Treiber: ATi Catalyst 8.7 im Test

Einleitung

Seitdem auf dem 3D-Grafikkarten-Markt ein harter Wettbewerb zwischen ATi und Nvidia herrscht, ist es mit der Entwicklung der Grafikkarte sowie der einmaligen Programmierung des Treibers nicht mehr getan. Mittlerweile müssen die Hersteller über einen längeren Zeitraum in regelmäßigen Abständen neue Treiber für einen Grafikchip entwickeln und pflegen. Mitunter ist es gar notwendig, einen Treiber für ein einziges Spiel anzupassen, damit das Spiel im günstigsten Fall etwas schneller, manchmal aber auch überhaupt erst läuft.

Darüber hinaus müssen die Treiber ebenso für neue GPUs angepasst werden, da sich diese bezüglich der Architektur von den Vorgängern unterscheiden und so spezielle Optimierungen benötigen. Dies ist unter anderem für die Radeon-HD-4800-Serie von ATi zutreffend, deren GPU sich vom RV670 zwar nicht komplett, aber doch entscheidend unterscheidet. Da die zukünftigen Produkte der Radeon-Hersteller auf denselben beziehungsweise einem abgespeckten Chip basieren, haben wir uns dazu entschlossen, mit einer Radeon HD 4870 in Zukunft regelmäßig einige Geschwindigkeitstests durchlaufen zu lassen und so zu überprüfen, ob es Änderungen gegeben hat.

Der neueste Treiber aus dem Hause ATi ist der Catalyst 8.7, der erstmals offiziell von Anfang an die Radeon-HD-4800-Karten unterstützt. Ebenfalls mit von der Partie ist der Catalyst 8.6 Release 5, einer speziell angepassten Version des normalen Catalyst 8.6.

ATi Catalyst 8.7

Der ATi Catalyst 8.7 datiert auf den 3. Juli und wurde demnach schon Anfang des Monats fertiggestellt. Die restliche Zeit hat der Treiber zu einem Großteil bei Microsoft verbracht, um so ein WHQL-Zertifikat zu erhalten. Der offizielle Treiber ist etwa anderthalb Wochen jünger als die von uns im Launch-Review der Radeon-HD-4800-Karten genutzten Release-5-Version des Catalyst 8.6. Die größte Neuerung im Catalyst 8.7 gegenüber dem Ur-8.6er ist ohne Zweifel die Unterstützung der Radeon HD 4850 sowie der Radeon HD 4870. Ab den Radeon-9500-Modellen kann man sämtliche 3D-Beschleuniger mit dem Treiber verwenden.

ATi Catalyst 8.7
ATi Catalyst 8.7

Wirklich neue Features bietet die Juli-Ausgabe der Software nicht. Das Catalyst Control Center ist bei mehreren Grafikkarten nun in der Lage, die technischen Spezifikationen jeder einzelnen Hardware anzuzeigen. Bis jetzt beschränkte sich die Möglichkeit immer auf die primäre Grafikkarte. Darüber hinaus werden mit Ubuntu 8.04 sowie SLED 10 sp2 zwei neue Linux-Versionen unterstützt.

Davon abgesehen gab es ausschließlich Performanceverbesserungen sowie Fehlerbehebungen. So läuft auf einer Radeon HD 3400 sowie Radeon HD 3600 nun der 3DMark Vantage bis zu 20 Prozent schneller. Die DX10-Performance in Company of Heroes steigt mit dem Catalyst 8.7 auf einer Radeon HD 4800, Radeon HD 3800 und Radeon HD 3600 etwa drei bis zwölf Prozent – je nach Hardware und Spielabschnitt. Auf denselben Karten lässt sich auf einigen Maps Lost Planet (DX10) um vier bis 15 Prozent schneller spielen, während im DX9-Modus CrossFire-Systeme bei Kantenglättung und anisotroper Filterung um bis zu 70 Prozent zulegen können. Call of Duty 4 läuft auf einer Radeon HD 4800 je nach Level vier Prozent schneller.

ATi Catalyst 8.7

Die restlichen Modifizierungen im Catalyst 8.7 belaufen sich auf Fehlerbehebungen: Assassin's Creed, Crysis, Hellgate London, World in Conflict sowie World of Warcraft funktionieren nun mit weniger Schwierigkeiten. Wer genaue Details über die Änderungen in dem Treiber erfahren möchte, dem empfehlen wir die Release Notes auf der Homepage von AMD.