News : VIA verlässt den Chipsatzmarkt teilweise

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Einst gehörte der taiwanesische Hersteller VIA zu den Großen im Chipsatzmarkt. Man konkurrierte mit Intel und ATi und in mancher Zeit war man durchaus in der Lage, sämtliche Konkurrenten hinter sich zu lassen. Nach einigen Problemen wurde es dann jedoch immer schwieriger für den Hersteller.

Die Kollegen von Custom PC hatten nun die Möglichkeit, mit Richard Brown, Vice President of Corporate Marketing von VIA in Taiwan, zu sprechen. Dort gab man nun bekannt, dass sich der Hersteller vollständig aus dem „Third-Party-Chipsatzmarkt“ zurückziehen werde, weil man genau dort keine erfolgreiche Zukunft mehr für sich sich sehe. So würde derzeit primär Intel die Chipsätze für die eigenen Prozessoren liefern, während AMD genau auf dieselbe Situation hinarbeiten würde. Für einen Drittanbieter, der nicht zugleich die passenden und konkurrenzfähigen CPUs im Portfolio hat, sehe man keine Chance mehr, auf Dauer erfolgreich zu sein.

Genau aus diesem Grund sei man auch vor längerer Zeit in das x86-Geschäft eingestiegen und bietet dort nun ein Komplettpaket, bestehend aus einer Low-Performance-CPU und einem Mainboardchipsatz an. Schon seit einigen Monaten verdichteten sich die Gerüchte um einen Ausstieg VIAs aus dem Chipsatzmarkt für AMD- und Intel-Prozessoren. So hat man das dortige Engagement schon länger zurückgeschraubt und konzentrierte sich primär auf die eigenen Prozessoren.

33 Kommentare
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Ergänzungen aus der Community

  • MountWalker 14.08.2008 19:03
    Via hatte mal zu K6-Zeiten unstabile Chipsätze, ab dem kt133 (ja, auch ohne A), waren sie genauso stabil wie Intelchipsätze, nur gab es eben Mainboardlöter mit schlechtem BIOS-Support, die immer wieder Probleme hervorruften - da war damals MSI inbegriffen. MSI brauchte beim Kt7 Pro 1.0 fast ein halbes Jahr um ein Problem im BIOS zu beheben, das die WD400BB mit hoher Wahrscheinlichkeit zerstörte (ich hab mir zwei solche Platten dadurch zerstört, die ich natürlich auch kostenlos ersetzt bekommen habe - beim zweiten Ersatz gabs dann eine WD400BA und den Preisunterschied als Geld) Solche Probleme wurden dann leider immer wieder dem Chipsatz angedichtet, obwohl der damit nichts zu tun hatte.

    Und wer mal bei Tom's Hardware nach dem Testsieger beim allerersten Tom's Hardware Athlon64-Board-Test sucht ...
  • Simpson474 14.08.2008 19:24
    Via hatte mal zu K6-Zeiten unstabile Chipsätze, ab dem kt133 (ja, auch ohne A), waren sie genauso stabil wie Intelchipsätze MountWalker
    Das war der Wunschtraum von VIA, der Bug mit verlorenen Daten am IDE-Bus, wenn zwei Laufwerke gleichzeitig Daten verarbeiteten wurde selbst bei der "A" Version des KT133 nicht behoben und hat ganze Dateisysteme zerstört. Beim KT266 wieder Problem, bereits wenige Monate später die "A" Version. Und alle diese Chipsätze verfolgte stets eine weit unterdurchschnittliche PCI-Performance.

    Und dann kam auch schon fast VIAs größtes Problem - die Konkurrenz. Der nForce kam, sah und siegte. Und die Pleiten, Pech und Pannen-Serie wollte auch nicht abreißen. Einmal waren sie inkompatibel zu SATA-II HDDs, dann waren sie als einziger Chipsatzhersteller inkompatibel zum Athlon X2 (mit dem aktuellsten Chipsatz auf dem Markt). Dann waren da auch noch Probleme mit nVidia-Grafikkarten und PCIe, aber da war das Kapitel Chipsatz bei VIA eh schon beendet.

    Die x86 Entscheidung kam zu spät. Hypocrisy
    Wie so zu spät. VIA versucht verzweifelt seit beinahe 10 Jahren eine halbwegs konkurrenzfähige CPU zu entwickeln. Immerhin haben sie den Namen korrekt gewählt, denn die Performance bisher war wirklich jenseits von Eden ;)
  • Blutschlumpf 14.08.2008 21:36
    Sowas nennt man wohl Marktbereinigung.

    Via hatte mal zu K6-Zeiten unstabile Chipsätze, ab dem kt133 (ja, auch ohne A), waren sie genauso stabil wie Intelchipsätze, nur gab es eben Mainboardlöter mit schlechtem BIOS-Support, die immer wieder Probleme hervorruften...
    Das halte ich für ein Gerücht, dass das ein Problem aus K6-Zeiten ist. Ich hatte nen KT133, nen 266 und nen 333 die alle sauber liefen, aber danach gings wieder bergab.
    Ich hab hier 2 Sockel 939 Boards von Abit (AV8 / AX8) mit versch. Northbridges und der selben Southbridge.
    Bei beiden kann ich mit fast jeder SATA-Platte beim Kopieren CRC-Fehler reproduzieren.
  • MountWalker 14.08.2008 23:20
    ... der Bug mit verlorenen Daten am IDE-Bus, wenn zwei Laufwerke gleichzeitig Daten verarbeiteten Simpson474
    BIOS?

    Und der Kt133A war kein Bugfix, sondern hatte eben einen anderen Speicher-Controller - für einen vollkommen anderen Speicherstandard. Das ewige gerede von den angeblichen Chipsatzproblemen dieser Chipsätze ist nur ein mythos gewesen - wie gesagt, der fehlöer der auf den MSI K7T Pro 1.0 ein halbes Jahr lang jede zweite WD400BB grillte, war ja dann komischerweise irgendwann doch durch ein BIOS-Update behoben. ;) (Diese und andere Geschichten sind die tausend Gründe, warum sich die FLOSS-Gesellschaft Open-Source-Firmware wünscht)

    Und der Nforce 2 Ultra war gut, weil er der einzioge Chipsatz seiner Zeit war, der DualChannel konnte, alles andere ist wieder Mythos. Der Nforce3 dagegen war richtig schlecht - es ist schon bemerkenswert, dass es Nvidia schaffte, beim ersten Chipsatz für eine Plattform, bei der der Speichercontroller in den Zentralprozessor gewandert war in der Performance weit hinter die in Sachen Performance kaum auseinander zu haltenden Via, SIS und ALi zu fallen. Klar, es gab dann irgendwann einen "Nforce 3 250", aber den gabs auch erst, als es Sockel 939 schon gab.

    Die Fehleranfälligkeit der Chipsätze ist weitestgehend Mythos - abgesehen von der Nforce-Firewall, die manchmal mehr Daten blockt, als sie soll, was aber auch jeder anderen Firewall gelegentlich passieren kann. (Software ist nunmal fehleranfällig - letzte Woche erst fragte mich avast, ob es "Program Files" auf dem laufwerk C: löschen soll, weil seine Heuristik diesen Ordner als malware eingestuft hatte)