2/6 S.T.A.L.K.E.R.: Clear Sky im Test : Das Prequel mit DirectX-10-Unterstützung

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Technisches

Aus diesem Grund wollen wir uns auch gleich eingangs mit den technischen Aspekten von „Clear Sky“ beschäftigen. Nachdem auch der Vorgänger dafür bekannt war, selbst Highend-Systeme mit extremen Anforderungen in die Knie zu zwingen, liegt auch beim Prequel nach der Auflistung der verwendeten beziehungsweise empfohlenen Hardware der Fokus vor allem auf der grafischen Umsetzung des Spiels.

Testsystem für S.T.A.L.K.E.R.: Clear Sky

  • Windows Vista Ultimate (32 Bit)
  • Intel Core 2 Duo E6700 @ 2,66 GHz
  • Gigabyte GA-965P-DQ6
  • ATi Radeon HD 3850
  • 2 x 1024 MB Crucial Ballistix (DDR2-RAM, PC2-8000)

Herstellerempfehlung für S.T.A.L.K.E.R.: Clear Sky

  • Betriebssystem: Windows XP oder Vista
  • Prozessor: Intel Core 2 Duo E6400 / AMD 64 X2 4200+
  • Arbeitsspeicher: 1,5 GB
  • Festplatte: 10 GB Festplattenspeicher
  • Grafikkarte: DX-9-kompatibel, 256 MB, GeForce 8800 GT / Radeon HD 2900 XT
  • Soundkarte: DirectX 9.0c kompatibel
  • DVD-ROM-Laufwerk
  • Tastatur, Maus
  • Internet-/LAN-Anbindung für Multiplayer

Grafik

Leider haben die Macher von GSC Gameworld aus den Erfahrungen mit „Shadow of Chernobyl“ offenbar nicht allzu viel gelernt. Wie man diversen Foreneinträgen im Internet entnehmen kann, gibt es auch mit Blick auf den Release von „Clear Sky“ jede Menge Spieler, die mit Performance-Problemen zu kämpfen haben. Die Berichte gehen dabei erstaunlich weit auseinander: Während manch einer von wunderbar flüssigen FPS-Werten bei extrem hohen Einstellungen berichtet, gibt es auch zahlreiche Käufer, die trotz adäquater Hardware mit 10 bis 20 FPS und/oder häufigen Einbrüchen bei den Raten zu kämpfen haben.

Dies ist allerdings insbesondere immer dann der Fall, wenn der Spieler in den Genuss der erwähnten neuen DirectX-10-Features kommen will und dazu in den Einstellungen die Option „Dynamische Beleuchtung der Objekte“ oder gar „Erweiterterte dynamische Beleuchtung“ angewählt hat. Da häufig auch noch standardmäßig mindestens 2xAA über den Grafikkarten-Treiber erzwungen werden, ist an ein flüssiges Spielen auf vielen Systemen dann nicht mehr zu denken. Aus diesem Grund haben sich jedoch schnell einige Faustregeln zur Performanceoptimierung im Internet gefunden, die hier ohne Gewähr kurz erwähnt werden sollen:

  • Unbedingt den neuesten Patch installieren (in diesem Test Vers. 1.5.03, Achtung: Alte Spielstände gehen verloren!)
  • AA im Grafikkarten-Treiber deaktivieren
  • Bei vergleichsweise geringem Arbeitsspeicher (< 2 GB) nicht länger als zwei Stunden am Stück spielen
  • Schattenqualität und Sonnenstrahlen reduzieren
  • Da Clear Sky bisher de facto keinen Multi-Core-Support bietet, schwören einige Spieler auf die Verwendung von Tools à la CPU-Control
  • Gleiches gilt für den Eintrag „r2_gi“, der in der user.ltx zu finden ist und der auf 0 gesetzt einige weitere FPS einbringen soll (der Wert sollte ab Vers. 1.5.03 standardmäßig auf 0 gesetzt sein
„S.T.A.L.K.E.R.: Clear Sky“ – Visuelle Eindrücke

Im Rahmen unseres Tests hatten wir mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Dabei stellte sich schnell die Erkenntnis ein, dass „Clear Sky“ mit Blick auf die grafische Umsetzung nur zwei Arten der Funktion kennt: Entweder ganz, oder gar nicht. Mit aktiviertem DX-10-Feature, mittleren Details und einer Auflösung von 1400x900 waren zwar FPS-Werte von 50 bis 60 und damit fast eine identische Performance wie unter der Verwendung von statischer Beleuchtung möglich – diese Werte waren aber alles andere als konstant. Besonders bei der Bewegung und beim Herumdrehen innerhalb von Lagern, aber auch in Kampfsituationen und vor allem beim Nachladen (ein Phänomen, das viele Spieler bereits erlebt haben dürften) ging die Rate innerhalb von Sekunden deutlich in die Knie, was mit Tiefstwerten von rund 20 FPS zwar nicht zur absoluten Unspielbarkeit führte, aber den Spielspaß doch deutlich schmälerte. Aus diesem Grund entschieden wir uns für die visuell weniger attraktive, dafür aber deutlich flüssigere Variante mit statischer Beleuchtung, 1680x1050 und maximalen Details, mit denen recht konstant rund um die 70 Bilder pro Sekunde möglich waren. Mit diesen Einstellungen wurden auch die für diesen Test verwendeten Screenshots gemacht (siehe zum Beispiel die obige Bilderreihe).

Dennoch lohnt natürlich ein Blick darauf, was unter Verwendung der erweiterten dynamischen Beleuchtung möglich ist. Ein mit den soeben beschriebenen Einstellungen gemachter, was Detailgrad und Auflösung anbetrifft also nicht absolut fairer Vergleich lässt sich einsehen, wenn man über das folgende Bild mit der Maus fährt. Dabei wird deutlich, dass die Variante mit aktivierter „Dynamische(r) Beleuchtung der Objekte“ trotz schwächerem Detailgrad und einer niedrigeren Auflösung deutlich realistischer aussieht als das D3D9-Pendant. Aus diesem Grund soll an dieser Stelle nochmal explizit erwähnt werden, dass – je nach individuellem Anspruch an die Konstanz der Bilderraten – auf der verwendeten Konfiguration prinzipiell auch ein Spielen mit D3D10-Features möglich ist, zumal sich die Einbrüche in freier Landschaft oder im Untergrund weniger gravierend ausnehmen als in den Lagern. So war es uns zum Beispiel möglich, entsprechende Einstellungen zum Test des Mehrspieler-Modus' zu verwenden (siehe Abschnitt „Multiplayer“).

Bildvergleich: VERY HIGH (DirectX 9) vs. MEDIUM (DirectX 10)

Da die Themen „Grafik“ und „Performance“ im Zusammenhang mit „Clear Sky“ eine besonders wichtige Rolle spielen, werden wir demnächst (abgesehen von den Benchmarks in diesem Test) auch noch einen umfassenderen Performance-Report zu „S.T.A.L.K.E.R.: Clear Sky“ veröffentlichen. Als kleinen Vorgeschmack gibt es auf der nächsten Seite einige erste Benchmarks auf verschiedenen Grafikkarten, die die beschriebenen Probleme und Eindrücke detaillierter visualisieren.

Sound- & Sprachumsetzung

Entgegen der grafischen Umsetzung gibt „Clear Sky“ in puncto Sound und Sprache keinerlei Anlass zum Lamentieren. Die Musik hält sich dezent zurück und untermalt in passenden Moment je nach Situation das Setting. Auch die Lokalisierung ist bis auf einige Ausnahmen solide erfolgt, wobei sprachlich die Klischees in Sachen russisch-deutschem Akzent bis zur Grenze des guten Geschmacks ausgereizt werden.

Auf der nächsten Seite: Benchmarks