5/10 Kaufberatung PC-Audio : Tipps für einen guten Ton am PC

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Die korrekte Ausrichtung (Fortsetzung)

Aufstellung von 5.1-Systemen
5.1-Systeme werden bezüglich der Komponenten, die sie mit einem Stereosystem gemein haben, ebenfalls im Stereodreieck aufgestellt. Das heißt, dass die vorderen beiden Lautsprecher in etwa den gleichen Abstand zueinander und zum Hörer haben sollten und gegebenenfalls auf den Hörplatz angewinkelt sind. Die optimale Position des Subwoofers befindet sich auch hier auf gerader Linie zwischen den Frontlautsprechern. Ebenfalls auf dieser, allerdings etwas höher, befindet sich der Center-Lautsprecher. Dieser ist für die Stimmenausgabe in Filmen zuständig und sollte daher möglichst nahe bei der Bildausgabe aufgestellt werden. Idealerweise befindet er sich direkt hinter dem Filmbild auf Ohrhöhe. Hierfür ist es aber notwendig, beispielsweise eine akustisch durchlässige Leinwand zu nutzen. Monitore oder Fernseher stören hingegen das Klangbild, würde der Center-Speaker tatsächlich direkt hinter diesen Geräten aufgestellt werden. Aus diesem Grunde findet er seine Position zumeist über oder unterhalb des Bildschirms. In den meisten Fällen ist ein solcher Aufbau aus akustischer Sicht ausreichend; es lohnt sich auch hier, den Lautsprecher gegebenenfalls auf den Hörplatz anzuwinkeln.

Aufstellung eines 5.1-Systems
Aufstellung eines 5.1-Systems

Die Surroundlautsprecher sind quasi spiegelverkehrt zu den Front-Lautsprechern anzubringen. Sie sollten einen ähnlichen Abstand zum Hörplatz aufweisen wie der vordere linke und rechte Kanal. Aus mehreren Gründen kann eine Aufstellung nach diesem Muster nicht möglich sein. Befinden sich hinter dem Hörplatz beispielsweise keine Möglichkeiten, die Lautsprecher zu positionieren, können diese auch weiter auseinander gestellt werden oder nach vorne wandern. In ersterem Fall sollten jedoch Korrekturen in der Software der Soundkarte oder am Receiver vorgenommen werden, damit die Laufzeitunterschiede und Abweichungen in der Lautstärke korrigiert werden. In letzterem Fall kann das Bühnenbild deutlich leiden. Je weiter die Lautsprecher seitlich nach vorne wandern (der Extremfall wäre, dass sie auf Höhe des Hörers oder gar vor diesem angebracht werden), desto schlechter wird die virtuelle Klangbühne korrekt nach hinten erweitert. Befindet sich letztendlich kein eigentlicher Surround-Speaker mehr hinter dem Hörer, so muss in Frage gestellt werden, ob ein Mehrkanalsystem Sinn hat. Abhilfe können an dieser Stelle Lautsprecherständer schaffen, die frei im Raum platziert werden können.

Aufstellung von 6.1-Systemen
Bei einem 6.1-System handelt es sich um ein 5.1-System, das um einen rückwärtigen Center-Speaker erweitert wurde. Dieser findet idealerweise zwischen den Rearspeakern seinen Platz, sodass die drei vorderen Boxen – links, center und rechts – spiegelverkehrt hinter dem Hörplatz erneut aufgestellt werden. Die restliche Aufstellung entspricht der eines 5.1-Systems.

Aufstellung von 7.1-Systemen
Auch bei 7.1-Systemen handelt es sich im Grunde um einen erweiterten Ausbau eines 5.1-Mehrkanallautsprechersets. Statt, wie bei einem 6.1-System, nur einen Center-Speaker in der Mitte zwischen den Surround-Lautsprechern zu platzieren, rücken diese stattdessen nach vorne und werden durch zwei weitere Boxen rückwärtig ergänzt – die Rear-Speaker. Der Grundaufbau entspricht daher in einigen Grundzügen erneut dem eines 5.1-Systems: Die vorderen Kanäle – also der linke, recht sowie der zentrale Lautsprecher – behalten ihre Position inne. Auch der Subwoofer kann noch relativ frei platziert werden. Die Surround-Lautsprecher wandern hingegen auf die Höhe des Hörplatzes vor und befinden sich idealerweise rechts und links neben dem Hörplatz. Die Stelle der Surround-Lautsprecher eines 5.1-Systems nehmen bei einem 7.1-System die Rear-Speaker ein. Diese werden spiegelbildlich zu den beiden Front-Lautsprechern positioniert und, je nach Geschmack, angewinkelt.

Aufstellung als 7.1-System
Aufstellung als 7.1-System

Idealerweise haben alle Lautsprecher denselben Abstand zum Hörplatz. Das würde jedoch bedeuten, dass sie in Kreisform um das Zentrum – den Hörer – aufgebaut werden müssen. Das wäre tatsächlich ideal, kann aber an den Hörraum angepasst werden. Maßgeblich sollte das eigene Gehör sein. Software und Receiver – vorzugsweise mit Einmesssystem – können Abweichungen von der perfekten Positionierung ausgleichen.

Der Subwoofer – eine häufige Fehlerquelle
Der Subwoofer ist einerseits unkritischer aufzustellen als jeder andere Lautsprecher, andererseits birgt er neue Tücken, die bedacht werden müssen. So muss der Tieftöner nicht auf den Hörplatz ausgerichtet werden, da sich Bass in Kugelform von der Schallquelle ausbreitet. Tiefbass ist zudem so langwellig (bereits ein 100-Hertz-Ton hat bei einer Schallgeschwindigkeit von 343 m/s eine Wellenlänge von fast 3,5 Metern), dass Phasenunterschiede beim Auftreffen auf das jeweilige Ohr nicht so groß ausfallen, als dass unser Gehirn die Position des Subwoofers ausmachen könnte. Das ist im Übrigen auch ein Problem günstiger Lautsprechersysteme: Muss der Subwoofer höher aufspielen, weil er Teile des Mitteltonbereiches mit bedienen soll, verkürzt sich auch die Wellenlänge der wiedergegebenen Töne aufgrund der höheren Frequenzen und der Phasenunterschied der Schallwellen reicht sehr wohl, um die exakte Position eines Subwoofers bestimmen zu können.

Problematisch ist jedoch eher eine andere Eigenheit, die auf den Hörraum zurückzuführen ist. So besitzt jeder Wohnbereich eine ganz eigene Raumakustik, die zu schlechten Effekten führen kann. So bestimmt der Querschnitt des Hörraums, welcher Schall verstärkt wird, weil sich von der Wand reflektierter und direkt abgestrahlter Schall überlagern. Diese stehenden Wellen können dazu führen, dass bestimmte Frequenzen stark überhöht wiedergegeben (konstruktive Interferenzen) oder bis zur Unhörbarkeit abgeschwächt werden (destruktive Interferenzen). Beide Fälle stören den harmonischen Klangeindruck und können den Hörer zur Weißglut bringen.

Um den Subwoofer korrekt zu platzieren, gibt es daher einen Trick: Der Tieftonexperte sollte direkt auf den Hörplatz gestellt werden und dort seine Arbeit verrichten. Daraufhin muss der Hörer durch den Raum kriechen (und zwar auf der Höhe, auf der später der Subwoofer platziert wird) und eine Stelle ausfindig machen, an der sich der Bass angenehm anhört. Stellt er den Subwoofer nun dort hin, hört sich der Bass am Hörplatz so an wie an dem zuvor gefundenem schönen Fleckchen. Es ist dabei immer zu empfehlen, den Subwoofer nicht in Raumecken zu stellen und von jeder Wand etwa einen Meter entfernt zu positionieren.

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