4/6 Wazabee 3D Display im Test : Monitor für echtes 3D-Erlebnis ohne Brille

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3D-Eindruck

Aus offensichtlichen Gründen ist es nicht möglich, den sich ergebenden 3D-Effekt in irgendeiner Weise abzubilden und hier darzustellen. Stets würde das 3D-Bild erneut in die Ebene gezwängt werden. Die folgenden Fotos sollten daher mit Vorsicht genossen werden!

Die abfotografierte Tiefenwirkung kommt dem realen Eindruck nämlich nicht ansatzweise nahe. Allerdings sind einige der Eigenheiten der 3D-Darstellung erkennbar. Getestet wurde die Tiefenwirkung des Wazabee 3D Displays mithilfe von „Call of Duty 2“ und „Call of Duty 4“ (Demo), „Quake 3“, „Unreal Tournament 2004“ (Demo) sowie „Need for Speed: Most Wanted“. Alle Spiele werden im Treiber mit einer Voreinstellung für den Fixpunkt sowie die Streuung der Bilder versehen; beide Optionen lassen sich jedoch auch während des Spielens anpassen.

Generell fällt auf, dass der 3D-Eindruck in vollem Umfang nicht sofort ersichtlich ist. Zwar wirkt alles ungewohnt, für das aufkommende Mittendrin-Gefühl bedarf es jedoch einer Eingewöhnungsphase. Wohl als erstes sticht ins Auge, dass in sämtlichen Spielen das Head-Up-Display (HUD) auf der Bildoberfläche festgenagelt zu sein scheint, während die 3D-Umgebung dahinter beginnt. Dieser Eindruck lässt sich in etwa mit einem Blick aus dem Fenster beschreiben: Würde man auf der Glasfront Aufkleber (die dem HUD entsprechen) anbringen und in die Landschaft sehen, so ergäbe sich wohl ein ähnlicher Eindruck. Bereits hier zeigt sich, dass das Wazabee 3D Display durchaus die gewünschte Wirkung zeigt.

Ein Videobeispiel soll das verdeutlichen: Gefilmt wurde das Tuning-Menü aus „Need for Speed: Most Wanted“, wobei der Blickwinkel auf die Darstellung verändert wird. Zu sehen ist, dass sich in bestimmten Abständen auch die Darstellung dem Blickwinkel anpasst. Achtet man zudem auf die Menüpunkte am unteren Bildschirmrand, so sieht man, dass sich die 3D-Umgebung relativ zu diesen verändert. Der wahre Tiefeneffekt ist so natürlich nicht zu sehen.

Sieht man sich dann genauer in der Spielwelt um – und passt gegebenenfalls Fixpunkt und Separation an den persönlichen Geschmack an –, so ergibt sich eine zum Teil sehr überzeugende Tiefenwirkung. In Need for Speed hebt sich das Auto beispielsweise deutlich von der Straße ab. Der über dem Vehikel schwebende Pfeil, der bei einer Stadtrundfahrt die Richtung anzeigt, hängt tatsächlich mitten in der Luft. Obwohl in einem Rennen die Tiefenwirkung der Umgebung kaum richtig wahrgenommen wird, weil man sich letztendlich doch nur auf den Verlauf der Rennstrecke konzentriert, erwischte sich der Redakteur tatsächlich dabei, einer umgefahrenen Laterne auszuweichen, die bedrohlich aus dem Bildschirm zu fliegen drohte. Ziel erreicht! Das Display erzeugt ein imaginäres 3D-Bild, das wirkt. Auch wenn man es nicht immer mitbekommt.

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei Shootern: Unter Zuhilfenahme des 3D-Modus' wirkt die Szenerie glaubhaft plastisch und räumlich. Besonders bei weiten Arealen wie in Unreal Tournament 2004 fällt aber auch ein Nachteil der Technik auf: Die Entfernung muss per Hand bestimmt werden, was über die Veränderung der Fixpunkt-Einstellung geschieht. Will man weit entfernte Dinge wirklich scharf stellen, so verwischen Körperkanten, die sich unmittelbar vor einem befinden. Gleiches gilt natürlich auch in der anderen Richtung. Mehr noch: Die Waffen des Spielcharakters sind immer unscharf und werden doppelt dargestellt. Das bereitet Kopfschmerzen, wenn man sich auf seinen Schießprügel konzentriert – in diesem Ausmaß fällt es aber auch nur hier auf.

Bildvergleich

Das erste Bild zeigt die übliche 2D-Ansicht, das zweite die Darstellung im 3D-Modus.
Bei der 3D-Ansicht werden Gegenstände, die nicht (per Software) fixiert wurden,
deutlich polarisiert. Auf dem zweiten Bild ist dies an entfernten Gebäude- oder Fahrzeugkanten zu sehen.

Das Spielen ohne die ständige Anpassung des Fixpunktes ist natürlich auch möglich und auch nötig – wer hat im Gefecht schon eine Hand frei, um auf dem Nummernblock, auf dem die Treibereinstellungen im Spiel angepasst werden, nachzujustieren? Überhaupt sind unscharfe Körperkanten in schnellen Spielen wie Shootern nur bedingt störend. So ist eine durchweg scharfe Darstellung zwar wünschenswert, letztendlich ist es aber egal, ob die Umgebung aufgrund von Bewegungsunschärfe oder durch einen suboptimal gewählten Fixpunkt leicht verwischt. Besser als die gängige 2D-Darstellung sieht es in jedem Fall aus!

Performance-Messung

Als erster und wohl einziger Monitor wird das Wazabee 3D Display auch einer kleinen Geschwindigkeitsmessung unterzogen. Interessant ist hierbei jedoch nicht die Reaktionszeit oder der Inputlag, sondern die Performance der unterstützten Spiele im 3D-Modus. Da für eine 3D-Darstellung mehrere Bilder gleichzeitig ausgegeben werden müssen, steigt auch die Last für das gesamte System. Um davon zumindest ansatzweise einen Eindruck zu erhalten, wurden verschiedene Szenen in „Need for Speed: Most Wanted“ (Intro bei Karrierebeginn) sowie in der „Unreal Tournament 2004“-Demo getestet. Einen unterstützenden Vergleich erlaubte auch „Call of Duty 4“, allerdings auf indirekte Weise: So gestattet die dem Treiber beiliegende Lizenz das Spielen des EgoShooters nur im Demo-Modus, wobei in kurzen Abständen zwischen der 2D-Darstellung und der 3D-Darstellung umgeschaltet wird. Im Verlaufsdiagramm ist dies deutlich zu sehen – Täler entsprechen einer 3D-Darstellung, Kuppen einer gängigen 2D-Darstellung.

Die Eckpunkte des Testsystems sind die folgenden:

  • Intel Core 2 Duo E6320 @ 1,86 GHz
  • 4 GByte DDRII-800-RAM
  • Nvidia GeForce 8800 GT
  • Windows Vista Ultimate 32bit
Need for Speed: Most Wanted
Angaben in Punkten
  • 2D-Modus:
    • maximale FPS
      90,0
    • durchschnittliche FPS
      74,9
    • minimale FPS
      48,0
  • 3D-Modus:
    • maximale FPS
      80,0
    • durchschnittliche FPS
      48,0
    • minimale FPS
      28,0
Unreal Tournament 2004
  • maximale FPS:
    • 2D-Modus
      240
    • 3D-Modus
      156
  • durchschnittliche FPS:
    • 2D-Modus
      149,1
    • 3D-Modus
      80,8
  • minimale FPS:
    • 2D-Modus
      74
    • 3D-Modus
      27

Im Verlaufsdiagramm ist zu sehen, wie der Treiber etwa im 6-Sekunden-Takt zwischen normaler 2D-Ansicht und einer 3D-Darstellung umschaltet. Die 3D-Berechnung wirkt sich dabei Performance-mindernd aus, was gut an den Tälern zu sehen ist. Insgesamt lässt sich feststellen, dass selbst für betagte Titel ein relativ potentes System benötigt wird. Call of Duty 4, das auf dem Testsystem üblicherweise problemlos und flüssig läuft, rutscht im 3D-Modus teilweise in einen kritischen Bereich ab.

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