2/10 Datenrettung mit „TestDisk“ : Rettung für verlorene Partitionen, Daten und Co.

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Übersicht

TestDisk kommt mit einer zeichenorientierten Benutzerschnittstelle (TUI, Text User Interface) daher. Der Begriff TUI wurde erst spät als Äquivalent zur grafischen Benutzerschnittstelle (GUI, Graphical User Interface) und zur Abgrenzung der auf Befehlseingabe basierenden Benutzerschnittstelle (Command Line Interface, CLI) geprägt. Die Anzeige in TestDisk ist somit über den Textmodus flächig und nicht zeilenorientiert komplett menügesteuert. Programme, die auch über den Textmodus gesteuert werden, sind das BIOS, der Midnight Commander oder Norton Commander. Vorteil einer zeichenorientierten Benutzerschnittstelle ist die hohe Portierbarkeit zwischen Plattformen wie Windows und Linux.

TestDisk kann:

  • die Partitionstabelle reparieren und gelöschte Partitionen wiederherstellen
  • einen FAT32-Bootsektor von seinem Backup wiederherstellen
  • einen FAT12/FAT16/FAT32-Bootsektor wieder aufbauen (Rebuild)
  • eine FAT-Dateizuordnungstabelle reparieren
  • einen NTFS-Bootsektor von seinem Backup wiederherstellen
  • einen NTFS-Bootsektor wieder aufbauen (Rebuild)
  • bei NTFS die MFT (MasterFileTable = Hauptdateitabelle) unter Verwendung des Spiegels (MFT mirror) wiederherstellen
  • einen „ext2/ext3 Backup SuperBlock“ lokalisieren
  • Dateien von gelöschten FAT-, NTFS- und ext2/ext3-Partitionen kopieren
  • gelöschte Dateien von FAT-, NTFS- und ext2-Dateisystemen wiederherstellen

TestDisk läuft unter:

  • DOS (entweder im realen DOS-Modus oder in einer Windows-9x-DOS-Box),
  • Windows (NT4, 2000, XP, 2003, Vista),
  • Linux,
  • FreeBSD, NetBSD, OpenBSD,
  • SunOS und
  • MacOS

Testdisk findet verlorene Partitionen für folgende Dateisysteme:

  • BeFS (BeOS)
  • BSD disklabel (FreeBSD/OpenBSD/NetBSD)
  • CramFS, Compressed File System
  • DOS/Windows FAT12, FAT16 und FAT32
  • Windows exFAT
  • HFS and HFS+, Hierarchical File System
  • JFS, IBMs Journaled File System
  • Linux ext2 und ext3
  • Linux RAID
    • RAID 1: mirroring
    • RAID 4: striped array with parity device
    • RAID 5: striped array with distributed parity information
    • RAID 6: striped array with distributed dual redundancy information
  • Linux Swap (Versionen 1 und 2)
  • LVM and LVM2, Linux Logical Volume Manager
  • Mac partition map
  • Novell Storage Services NSS
  • NTFS (Windows NT/2K/XP/2003/Vista/2008)
  • ReiserFS 3.5, 3.6 und 4
  • Sun Solaris i386 disklabel
  • Unix File System UFS und UFS2 (Sun/BSD/...)
  • XFS, SGIs Journaled File System

Zusätzliche Informationen zur Unterstützung: TestDisk kann praktisch mit jedem RAID umgehen, solange es vom Betriebssystem unterstützt wird. Auch werden in neuen Versionen (ab TestDisk 6.11WIP beta) dynamische Volumen, Software-RAID wie Windows-Stripesets und übergreifende Volumen unterstützt.

Doch genug der Übersicht! Auf den nächsten Seiten wollen wir uns folgenden Problemen und ihrer Lösungen im Detail annehmen:

  • Einfache Diagnose und Wiederherstellung
  • Konvertieren von dynamischen Datenträgern
  • Wiederaufbau eines Striped Volume (Software-RAID0)
  • Reparieren von Flash-Speichermedien
  • Daten von einen beschädigten Datenträger kopieren
  • Mit TestDisk gelöschte Daten wiederherstellen

Es wird auch aufgezeigt, inwieweit TestDisk dem Anwender die volle Kontrolle während der Diagnose oder Analyse ohne jegliche Änderungen am beschädigten Datenträger bietet. Das Tool sollte somit auch für weniger versierte Anwender geeignet sein.

Auf der nächsten Seite: Einfache Diagnose und Wiederherstellung